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Regional Poetry-Slamer Bas Böttcher im Klassenraum
Nachrichten Kultur Regional Poetry-Slamer Bas Böttcher im Klassenraum
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19:00 22.01.2019
Bas Böttcher, Begründer der deutschen Poetry-Slam-Szene, präsentiert nach einem Workshop mit einer siebten Klasse vor den Klassen 7, 10, 11 und 12 Texte und beantwortet Fragen. Quelle: Niklas Richter
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Bovenden

Finanziert wurde das Projekt von der IGS, von der evangelischen Kirche Hannover und ein wenig Eintritt von den Besuchern der Poetry-Slam-Show, erklärte Antje Oeler-Gremmler, als Leiterin des Inklusionsbereichs und Inklusionslehrerin Teil des Organisationsteams für diesen ungewöhnlichen Unterricht.

Nachts um drei sei er aufgestanden, um nach Bovenden zu kommen, sagte Böttcher. Aus Berlin war er angereist, dort lebt der Poetry-Slammer. Bereits 2016 war er schon einmal zu Gast in Göttingen. Dort arbeitete er mit Schülern des Hainberg-Gymnasiums und trat schließlich im Literarischen Zentrum auf.

Sprache als Instrument

„Ich bin Poet geworden, weil ich viele Dinge nicht konnte“, erklärte Böttcher den Schülern. Er habe in einer Band spielen wollen, könne aber kein Instrument bedienen. Sprache sei jetzt sein Instrument.

Fragen sollten die Besucher stellen während seines Auftritts, Schüler der zehnten bis zwölften Klassenstufen und eine siebte Klasse. Eine Frage war ausgerichtet auf den Beginn seiner Poeten-Karriere, eine andere darauf, wie viel Zeit er für ein Gedicht benötige. Drei Tage, um die Idee zu entwickeln, drei Tage, um sie umzusetzen, und „viel länger, um das Gedicht zu verinnerlichen“.

Apfelkuchen, Hundekuchen

Eine ganze Reihe von gereimten Texten hat Böttcher verinnerlicht, das wurde an diesem Nachmittag deutlich. Eine Stunde etwa trug er Gedichte auswendig vor, darunter auch politisch motivierte wie jenes über die Bremer Stadtmusikanten, die bei Böttcher die Situation von Geflüchteten spiegeln. Er sprach mit den Schülern auch über Sprache: „Apfelkuchen ist aus Äpfeln gemacht. Und Hundekuchen?“ Die Schüler fanden spontan weitere Beispiele: Rapsöl aus Raps. Und Babyöl?

Manchmal lässt er die Schüler Themen vorschlagen und findet in seinem Kopf einen Text dazu. Wie er sich das alles merken könne, wollte jemand aus dem Publikum wissen. Der Rhythmus helfe dabei, erklärt Böttcher, denn er rappt seine Texte.

Kreativer Sprachgebrauch

Am Vormittag hatte Böttcher sechs Schulstunden mit der siebten Klasse der IGS gearbeitet. Er habe die Schüler eingeführt in kreativen Sprachgebrauch, erläutert Oeler-Gremmler. „Sie haben gedichtet, dass sich die Balken bogen.“

Klassenlehrerin Jana Kiel beschreibt den Ablauf. Erst hätten die Schüler ein bisschen gereimt, und Böttcher habe ihnen einige Kniffe gezeigt wie den Umgang mit sogenannten Kofferwörtern und Gegensatzpaaren.

„Alternative Wege“

Die so entstandenen Texte sprachen die Schüler in der letzten Schulstunde rhythmisch ein, und Böttcher schneidet sie zusammen. Eine Konserve soll entstehen, mit der in der Schule weitergearbeitet werden kann.

„Es ist doch toll, dass Sprache auch Spaß machen kann“, sagt Daniel Ruf, Fachbereichsleiter für Deutsch und Religion. Und er meint, dass es heute wichtig sei, „alternative Wege zu gehen, um religiöse Inhalte zu vermitteln. Ein Thema der literarisch-dichterischen Übung war die Theodizee, also die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes, am Beispiel Hiobs, der in eine Krise gerät, obwohl er doch im Sinne Gottes gelebt hatte.

Die Rückmeldungen nach dem Unterricht seien durchweg positiv gewesen, berichteten im Anschluss die Lehrerinnen. Der Funke sei übergesprungen, sagte Oeler-Gremmler. Sie hätten mit Böttcher mehr gelernt als im Unterricht, so die Einschätzung der Schüler.

Von Peter Krüger-Lenz

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