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Regional Pop-Ohrwürmer und musikalische Leckerbissen
Nachrichten Kultur Regional Pop-Ohrwürmer und musikalische Leckerbissen
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16:38 03.07.2011
Farbenfroh: die Sängerinnen und Sänger des studentischen Chores Unicante.
Farbenfroh: die Sängerinnen und Sänger des studentischen Chores Unicante. Quelle: Heller
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Unter der Leitung von Friedemann Will folgte die sehr gut besuchte Jubiläumsveranstaltung dabei dem beliebten Rezept, Hits aus Pop und Rock a Cappella zu arrangieren, mit schauspielerischem Charme abzuschmecken und mit Können und Witz zu servieren.

Der erste Teil des Abends huldigte mit Ohrwürmern wie Avril Lavignes „Nobody’s home“ oder Anastacias „Left outside alone“ und dem als Kleingruppenlied dargebotenen „Head over feet“ von Alanis Morisette einsamen Herzen und unglücklich Liebenden. Für Stimmung sorgte auch die Unicante-Version von „Swingin’ like Tiger Woods“ der US-Ska-Swing-Band Cherry Poppin’ Daddies. Dieses war ebenfalls als Kleingruppenstück angelegt und lebte insbesondere von den witzigen Dialog-Parts zwischen Olaf Schmidt und Johannes Senge. Ein weiterer musikalischer Leckerbissen war die A-cappella-Version des Titellieds von „Fluch der Karibik“, womit Unicante zeigte, dass der Chor auch einem Orchester Paroli bieten könnte.

Nach dem englischsprachigen ersten Teil, hielt dann das sehr gaumenfreudig orientierte zweite Set nach dem Motto „Ristorante Unicante“ Stücke von deutschsprachigen Liedermachern und Bands wie Die Doofen, Bela B., Reinhard Mey, Ex-Seeed-Sänger Peter Fox oder Daniel Dickkopf von den Wise Guys bereit. Als mehrgängiges Menü mit kleinen Zwischen-sketchen präsentiert, waren dabei Meys „Ich liebe meine Küche“ und die deutschsprachige Version von Jack Morrows „Ich will keine Schokolade“ durchaus appetitanregende Häppchen. Während die Unicante-Versionen von „Toastbrotbaby“ von den Doofen, Daniel Dickkopfs „Liebe geht durch den Magen“ sowie das vegetarische „Ich ess’ Blumen“ von den Ärzten ein gelungenes Hauptmenü ergaben. Etwas Appetit zügelnd hingegen erwies sich die zusätzliche, thematische Klammer, mit der die Mitglieder von Unicante die einzelnen Nummern präsentierten: So wurden die Stücke wie die Gespräche bei einem Speed-Date aneinandergereiht und sollten auf die gesellschaftliche und teilweise auch beziehungsstiftende Funktion von Unicante in all den Jahren Bezug nehmen. Auch die verwirrende Fülle an Kostümen, die sich nach der Pause auf der Bühne tummelte und wohl eine Revue der Themenschwerpunkte der letzten Jahre darstellte, warf mehr Fragen auf und lenkte von der sanglichen Qualität des Abends ab, als diese zu unterstützen.

Der Chor Unicante tritt wieder am Montag, 4. Juli, um 19.30 Uhr in der Alten Mensa am Wilhelmsplatz auf.

Von Karoline Jirikowski-Winter