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Regional Premiere: „Faust in and out“ im Filmsaal des Göttinger Goethe-Instituts
Nachrichten Kultur Regional Premiere: „Faust in and out“ im Filmsaal des Göttinger Goethe-Instituts
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17:34 30.09.2013
Von Peter Krüger-Lenz
Im Jelinek-Sprachland: A. Strube, M.-T. Fontheim und G. Dey (v. l.). Quelle: Winarsch
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Göttingen

Natürlich ist das Teil der Inszenierung, und Dey macht das großartig. Aber:  Elfriede Jelinek hat dieses Stück so geschrieben, wie sie das immer tut. Man hat den Eindruck, sie schreibe ohne Punkt und ohne Komma.

Premiere war am Freitag, einen Tag vor der großen „Faust“-Premiere des DT in der Lokhalle. Denn Jelinek verfügte, dass ihr Werk nur in Verbindung mit einer „Faust“-Produktion gezeigt werden darf. Sie will damit Leerstellen im Goethe-Text füllen, der von Männern dominiert ist.
Zentrales Thema ist das, was Frauen in einer Männerwelt erdulden müssen.

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Im geringsten Fall werden sie von den Chefs des Supermarktes entlassen, weil sie Puddingbecher mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum mitnehmen, im schlimmsten Fall werden sie von ihrem Vater im Verlies gehalten und vergewaltigt.

Die Schauspielerinnen Dey, Marie-Thérèse Fontheim und Andrea Strube halten sich prächtig in den funkelnden Wortkaskaden Jelineks. Mit Unterstützung von Regisseurin Swantje Möller haben sie ein sehr gutes und intelligentes Maß gefunden zwischen Grauen und Komik, so dass der Abend nicht nur themenschwer daher kommt sonder auch unterhält.

Weitere Vorstellungen: 11., 17., 25. und 30. Oktober im Goethe-Institut, Merkelstraße 4 in Göttingen. Kartentelefon: 05 51 / 49 69 11.