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Regional Ritter inszeniert „Die Wunderübung“
Nachrichten Kultur Regional Ritter inszeniert „Die Wunderübung“
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18:00 21.02.2019
Regisseurin Franziska Ritter
Regisseurin Franziska Ritter Quelle: Peter Krüger-Lenz
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Göttingen

Auf dem Plakat für die Produktion „Die Wunderübung“ ist noch Katharina Brehl zu sehen. Nachdem sie erkrankte, musste das Leitungsteam des Theaters umbesetzen. Jetzt spielt Jacqueline Sophie Mendel diese Joana, die mit ihrem Ehemann, dargestellt von Karsten Zinser, zum Paartherapeuten geht, weil ihre Ehe am Ende ist. Jan Reinartz spielt diesen Therapeuten, der sich so verzweifelt bemüht, aber doch so chancenlos ist bei diesen beiden Klienten. Ritter; „Drei intelligente Leute, von den zwei, vielleicht sogar drei ihr Leben nicht in den Griff gekommen. Der eine sagt was, der andere hört was, aber ob das immer das Gleiche ist?“

Von einem Irrläufer ausgelöst

JT-Intendant Nico Dietrich lobt Ritter als „tolle Regisseurin“. „Ich mag deinen Humor und deine Präzision.“ Das Stück nennt er „Boulevard vom Feinsten.“ Der Autor Daniel Glattauer hat es geschrieben, 2015 wurde es in Wien uraufgeführt. Bekannt geworden ist Glattauer aber vor allem mit seinem modernen Briefroman „Gut gegen Nordwind“, eine von einem Irrläufer ausgelöste E-Mail-Korrespondenz zwischen einem Mann und einer Frau, die sich nicht kennen.

„Unglaublich gut gebaut“ sei „Die Wunderübung“, meint Ritter. Eine Stunde sind wir mit dem Paar beim Therapeuten, „alles taucht auf“, sagt die Regisseurin, „manches anders als man denkt“. Und: „Was kann alles passieren, wenn man sich vornimmt, dass einem nichts passiert.“ Glattauer hält sie für einen „unheimlich guten Autor“. Er sei Österreicher, „ich habe es preußisch gekürzt“. Alles, was in der Praxis zur Sprache komme, sei sehr lebensnah, eingefangen mit einer „sehr genauen Sprache“.

Intelligenter Humor

Gut 90 Minuten soll das Bühnen-Spektakel dauern, sagt Ritter. Es besitze „eine hohe Grundspannung, die von Anfang bis zum Ende da ist“. Ihren Schauspielern hat sie mit auf den Weg gegeben, dass die Haltung bei dieser Art von Boulevard-Theater „schlagartig da sein muss, sonst ist die Pointe hin“. Und intelligenten Humor billigen alle Beteiligten dem Stoff zu. „Guter Boulevard ist das, was über das Klischee hinausgeht“, sagt Dramaturg Christian Vilmar.

Das Bühnenbild, entworfen von Susanne Ruppert, beschreibt die Regisseurin als eher unauffällig, „ein angenehmer Raum, fast neutral“. Es sei eine der ersten Bühnen, die schon für die Vorstellungen nach dem Umzug in die Voigtschule gedacht seien, erklärt Dietrich. Dort wird es weniger Raum geben, das Publikum wird dicht an der Rampe sitzen. Wer vorne sitzt, sieht noch die Augenaufschläge der Akteure“, sagt Ritter.

Die Premiere der Inszenierung „Die Wunderübung“ ist für Freitag, 1. März, geplant. Die Vorstellung im Jungen Theater, Hospitalstraße 6, beginnt um 20 Uhr. Karten können unter der Telefonnummer 0551/495015 oder per E-Mail an kasse@junges-theater reserviert werden.

Von Peter Krüger-Lenz