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Regional „Unterhaltung mit Haltung“
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17:00 03.06.2019
Pur mit Hartmut Engler (2. von links). Quelle: R
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Göttingen

Auf dem Display steht „anonym“ als das Telefon zum verabredeten Zeitpunkt klingelt. Harald Engler, Sänger und Texter der Band Pur, ist dran. Im Gespräch soll es um die neue Tour gehen, die in einem Monat startet. Nach der Hallen-Tour Ende vergangenen Jahres geht es nun in Stadien – das allerdings sei zuviel gesagt, meint Engler. Stadien seien schon dabei, aber auch kleinere Orte. Sie hätten Plätze ausgewählt, an denen es „für uns schön aussieht und Spaß macht“, sagt der 57 Jahre alte Sänger. Und gibt es für ihn einen Unterschied zwischen Halle und Open Air? „Einen Riesenunterschied“, sagt Engler und erläutert.

Menschelnde Konzerte

In der Halle seien die Shows komplett durchinszeniert. Sie spielten auf einer Rundbühne, und der der Kontakt zum Publikum sei nicht so intensiv. Anders sei das bei den Open-Air-Auftritten. „Wir sehen die Leute noch sehr lange, weil es so lange hell ist. Die Stimmung sei eher familiär, „das menschelt mehr“.

Bei der Tour präsentiert Pur das neue Album „Zwischen den Welten“. In Jogginghosen habe er auf der Couch gesessen, fünf Monate auf der faulen Haut. Dann habe ihn die Nachricht ereilt, dass Pur in fünf Wochen in der Schalke-Arena auftrete. „Was tust du dir an?“, sei ihm durch den Kopf gegangen. Dann allerdings sei ihm klar geworden, dass er die Komfortzone verlassen müsse. „Ich habe mich nie berufen gefühlt, die großen Räder zu drehen, aber irgendwann war ich es dann“, sagt Engler. Es sei wichtig, Fremdes kennenzulernen, sich auszusetzen, sich zwischen der kleinen privaten und der ganz großen Welt zu sein. „Wenn man das Fremde kennenlernt, ist es nicht mehr fremd.“ Die Idee für das Album war geboren.

Von Grundverantwortung und Politik

Tatsächlich geht es in einigen Texten des Albums um Fremdsein. Ist Pur vielleicht politisch? „Wer sich öffentlich äußern darf, hat eine Grundverantwortung. Das ist immer politisch“, erklärt Engler. „Hier, wo wir leben“, gibt es ganz tolle Dinge – doch es gibt auch ganz schlechte“. Das müsse gesagt werden können. Er sei kein politischer Sänger, aber er mache „Unterhaltung mit Haltung“. Seine Meinung dürfe man vertreten.

„Zu Ende träumen“ heißt ein Lied auf dem Album, vorgetragen von Pur & Friends. Die Ex-Boxerin Regina Halmich ist darin zu sehen, der TV-Koch Nelson Müller, Stefan Kuntz, Trainer der deutschen U21-Nationalmannschaft und Veronika Ferres. Die Schauspielerin kenne er schon aus ihrer Zeit in München erklärt Engler, „mehr sage ich dazu aber nicht“. Die Akteure sind also alles seine Freunde? Engler zögert kurz. Mit dem Begriff würde er sorgsam umgehen. Nicht alle seien seine Freunde – aber gute Bekannte. Erleben die Fans einige von ihnen denn bei der Open-Air-Tour? Einige seien in die Pur-Tour eingebaut, bei anderen entscheide es sich kurzfristig. So könne es passieren, dass er anrufe und frage „Hey, Xavier, wo bist du gerade. Hast du Lust?“ Angekündigt würden solche Auftritte allerdings nicht.

Mehrzweckhallen und Hotels

Das neue Album klinge so wie Pur immer klingt, loben die Fans in Kommentaren im Internet. Hat es ihn denn nie gereizt, mal etwas ganz anderes auszuprobieren? „Warum macht man das, was man macht? Weil man es gerne macht und weil man es kann“, antwortet Engler, „das, was ich tue, macht mir Spaß“.

Auch beim Konzert 2011 in der Lokhalle klang Pur wie Pur. Engler erinnert sich an den Auftrittsort, nicht aber an Göttingen. „Wir kennen ganz Deutschland“, sagt Engler, aber nur die Mehrzweckhallen und Hotels. Seitdem hat Pur kein Konzert mehr in Göttingen gegeben. „Wenn du in einer großen Halle auftreten kannst, warum solltest du dann in eine mittelgroße gehen?“, sagt Engler. Groß seien Hallen für 10000 Besucher, klein die Hälfte, erklärt er. 10000 Fans waren beim Sting-Konzert im Jahr 2000 in der Lokhalle, fast. Engler ist erstaunt und will sein Management informieren. Danke und Tschüss. Vielleicht bis bald in Göttingen.

Tickets für das Konzert am Freitag, 6. September, um 19.30 Uhr auf dem Messgelände in Kassel gibt es unter gturl.de/pur und in den Tageblatt-Geschäftsstellen, Weender Straße 44 in Göttingen und Marktstraße 9 in Duderstadt.

Von Peter Krüger-Lenz

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