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Regional Quintessence – Geometrie in Skulptur und Grafik
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00:18 17.01.2018
Geometrische Formen bilden den Mittelpunkt der Ausstellung „Quintessence“ im Studio Wasserscheune in Erbsen. Quelle: Franke
Erbsen

Kunst oder handwerkliche Präzision – die Meinungen über die Exponate in der Ausstellung „Quint­essence“ dürften variieren. Doch egal, auf welcher Seite der Betrachter sich positioniert – die klaren Linien der Skulpturen als auch verschiedener Grafiken lassen verschiedene Deutungen zu, die auch auf der spirituellen Ebene enden können.

Die Ausstellung „Quintessence“ mit Holzskulpturen von Susanne Gundermann und Grafiken von Tomasz M. Fudala ist im Studio Wasserscheune eröffnet worden. Andreas Hüne hat die Vernissage mit einer Klangistallation begleitet.

Gundermann entschloss sich vor 30 Jahren nach ihrem Architekturstudium für den Tischlerberuf. Seit 25 Jahren ist sie Werkstattleiterin an der Pädagogischen Hochschule in Hannover. Der Werkstoff Holz begleitete sie seitdem. „Ich baue diese Figuren aus sehr unterschiedlichen Hölzern“, sagt sie. Sie habe auch zwei Hölzer aus dem afrikanischen Raum bearbeitet. Diese Bäume würden selbst Insektizide produzieren, welche sie dann beim Schleifen umgeben hätten.

Die platonischen Körper faszinieren Gundermann, und da besonders der Dodakaeder. Deshalb hat sie sogar vier Sitze in der Form angefertigt, den in der Ausstellung gezeigten aus Eschenholz. Wer darin sitzt, den umgebe die Kraft der Esche. „Der Sitz erdet und entspannt“, berichtete Besucherin Annika Homeyer-Voß, Medium und Künstlerin aus Dassel, nach dem Probesitzen. Gleichzeitig gebe die umgebende Form einem das Gefühl einer Kuppel, die einen beschütze, ein eigener Raum im Raum sozusagen.

Gundermann zeigt in Erbsen aber auch Urnen, welche sie seit dem Tod ihres Vaters baue – auch mit anderen zusammen. Das sei etwas Persönliches und nicht nur mit einem Mausklick bestellt.

Treffen in der Tiefe

Fudala ist seit seinem 17. Lebensjahr als Künstler aktiv. Mehrfach hat er sich längere Zeit in Indien aufgehalten. Diese Erfahrungen lässt er in seine Grafiken einfließen. „Im Grunde genommen gibt es aber keine indischen Geheimnisse“, sagt er, „sondern nur das Leben.“ Ihn interessiere das Ungewöhnliche.„Die Kulturen der Welt sind nur oberflächlich unterschiedlich“, sagt er. „In der Tiefe treffen sie sich.“ Er versuche ein Bewusstsein zu entwickeln, in dem er Dinge wisse, ohne sie gelernt zu haben. In diesem Zustand versuche er, Kunst zu machen. Dabei bedient er sich in vielen Fällen der Mathematik und weniger des Mystischen, ordnet die geometrischen Formen verschiedenen Regionen im Körper zu. Die Vernissage begleitete Andreas Hüne mit einer Klanginstallation. Beate Birkigt-Quentin führte die Besucher in die Thematik ein.

Die Ausstellung ist bis 29. April sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Dazu werden zwei Workshops angeboten: „Platonische Körper“ vom 2. bis 4. Februar und „Gestein und Holzarten“ vom 3. bis 4. März.

Andreas Hühe begleitet die Vernissage der Ausstellung Quintessence in der Wasserscheune Erbsen mit einer Klanginstallation. Quelle: Rüdiger Franke

Die fünf platonischen Körper

Der griechische Philosoph Platon sah geometrische Figuren unter anderem als Maß für Schönheit und Ordnung. Die fünf platonischen Körper ordnete er den Elementen zu.

• Der Tetraeder (Feuer) oder die Pyramide besteht aus vier gleichseitigen Dreiecken, von denen sich an jedem Eckpunkt drei treffen.

• Der Oktaeder (Luft) bildet sich aus acht gleichseitigen Dreiecken, von denen sich an jedem Eckpunkt vier treffen.

• Der Ikosaeder (Wasser) besteht aus 20 gleichseitigen Dreiecken. An jedem Eckpunkt berühren sich fünf.

• Der Hexaeder (Erde) oder der Würfel setzt sich aus sechs quadratischen Flächen zusammen. An den Eckpunkten treffen drei aufeinander.

• Der Dodekaeder (Äther) besitzt zwölf regelmäßige fünfeckige Seitenflächen, von denen sich an jeder Ecke drei begegnen.

Von Rüdiger Franke

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