Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Regisseurin Michaela Dicu castet für die „Rocky Horror Show“ im DT Göttingen
Nachrichten Kultur Regional Regisseurin Michaela Dicu castet für die „Rocky Horror Show“ im DT Göttingen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:44 18.06.2013
Von Peter Krüger-Lenz
Zombies zu Testzwecken: Kulturmanager Jens Wortmann (rechts) in seiner Gruppe der „Untoten“.
Zombies zu Testzwecken: Kulturmanager Jens Wortmann (rechts) in seiner Gruppe der „Untoten“. Quelle: Theodoro da Silva
Anzeige
Göttingen

Doch das Personal, das für die Show notwendig ist, ist zahlreich. Deshalb hat das Produktionsteam um Regisseurin Michaela Dicu jetzt Menschen aus der Region verschiedensten Alters zu einem Casting eingeladen.

Zu besetzen ist eine Gruppe von zehn bis zwölf Phantomen, Dicu spricht es englisch aus: „Phantoms“. Sie seien fast immer auf der Bühne und müssten die Hauptakteure gesanglich und tänzerisch unterstützen, erklärt Dicu. Mehr als 60 Menschen hatten Lust auf den Job, der vom Probenstart am 26. August über die Premiere am 24. Oktober bis hin zur letzten von 35 geplanten Vorstellungen Mitte Juli 2014 sehr zeitaufwendig ist.

Verteilt auf zwei Tage tanzten, sangen und spielten die Kandidaten auf einer der Probebühnen in dem Haus am Wall vor.

Dicu wirft einige lustig klingende Schlagwörter in die Runde. Es gehe um „Steampunk“ und „Retro-Futurismus“. Aha. Doch sie erklärt auch ein wenig. „Menschen bauen Maschinen mit menschlichen Eigenschaften. Was also macht man, wenn nur aus Metall besteht.“

Locker im Raum verteilt stehen die Prüflinge. Dicu gibt für den ersten Teil vor: „Seien Sie verrückt, hauen Sie auf die Kacke.“ Wie aufgezogen springen die Teilnehmer durcheinander. Deodatt Persaut, vor wenigen Tagen ist er Vater geworden, ist dabei, sonst präsentiert er klassischen indischen Tanz. Der Schüler Aaron Bircher will ebenfalls Phantom werden. Er ist der Sohn des Intendanten Mark Zurmühle. Erfahrung von der DT-Produktion „Jedermann“ bringt der Kulturmanager und Chorsänger Jens Wortmann mit. Auch dort war er als Statist dabei.

Deutsches Theater Göttingen: Casting für die "Rocky Horror Show"

Elektrosound klingt für Teil zwei aus einem Lautsprecher. „Sie sind lange nicht bewegt worden“, erläutert die Regisseurin das, was sie sehen möchte. In Kleingruppen sollen sie Aliens oder Zombies darstellen – und sich möglichst in Klumpen fortbewegen.

Später dann kommt Annette Jahr ins Spiel. Sie ist Stimmbildnerin und wird für die gesangliche Einstudierung zuständig sein. Einen Kanon bringt sie der Schar bei, allerdings wird in einer afrikanischen Sprache gesungen. All das ein kleiner Aufgalopp für eine große Aufgabe: Sologesang vor den Augen und Ohren des Produktionsteams.

Fenja Abel tritt als eine der ersten auf. Die 16-Jährige hat ein Lied vorbereitet: „Blind vom Licht der vielen Kerzen“. Sie singt ein wenig wackelig und bleibt statisch. Dicu gibt ihr eine kleine Aufgabe: „Kannst du versuchen, das in eine kleine Szene einzubauen?“ „Klar.“ Nur wenige Minuten dauert der Talentcheck, dann fragt Dicu: „Kannst du morgen um 17 Uhr kommen?“

Fenja macht einen Luftsprung und strahlt. „Perfekt“, ruft sie und weiß doch, dass sie nur den ersten Schritt geschafft hat. In einer zweiten Runde werden dann die „Phantoms“ endgültig ausgewählt.