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Regional Reimar de la Chevallerie inszeniert „Steh deinen Mann“ in Göttingen
Nachrichten Kultur Regional Reimar de la Chevallerie inszeniert „Steh deinen Mann“ in Göttingen
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18:54 10.04.2014
Von Peter Krüger-Lenz
Fußball-Fans: Schauspieler Damberg (l.) und Regisseur de la Chevallerie. Auf dem Bildschirm: Zinck als König Fußball. Quelle: Heller
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Göttingen

Er ist Hauptdarsteller des Stücks „Steh deinen Mann“. Geschrieben hat es Christopher Weiß, Ex-Ensemblemitglied des Deutschen Theaters (DT) Göttingen, Reimar de la Chevallerie führt Regie. Uraufführung ist am Mittwoch, 16. April, – in der Umkleidekabine.

Matthias ist Fußball-Fan. Er hat selbst im Dorfverein gekickt. Dann stößt er auf eine Statistik: Zehn Prozent aller Männer seien homosexuell, heißt es. Das sollte dann ja auch auf Fußballer zutreffen. Matthias lässt sein Sportlerleben Revue passieren und versucht, sich zu erinnern, wann Mannschaftskameraden sich ungewöhnlich verhielten.

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Matthias sucht den schwulen Superfußballer. Dabei trifft er auch auf König Fußball, gespielt von DT-Schauspieler Gerd Zinck, der seinen Sport vor Komplikationen schützen will.

„Es gibt keine Schwulen im Fußball, weil Schwule nicht Fußball spielen können.“ Ein Ex-Profi hatte sich einst so geäußert. Thomas Hitzlsperger hatte sich noch nicht geoutet, und Markus Urban war vielleicht nicht bekannt genug. Der ehemalige Zweitliga-Spieler berät heute homosexuelle Kicker in verschiedenen Ländern. Das Theaterteam nahm während der Recherche Kontakt zu ihm auf. Und der habe gesagt: „Es gibt viel mehr, als ihr denkt.“

Kontaktversuche abgeblockt

In den Fanblocks von Göttingen 05 befragten sie Fußballanhänger wie auch bei Borussia Dortmund. Die dokumentarischen Ergebnisse spielen sie während der Vorstellung ein. Gerne hätte er auch mit Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger und Jürgen Klopp, Trainer von Borussia Dortmund, gesprochen, sagt de la Chevallerie. Doch seine Kontaktversuche seien abgeblockt worden.

Einen erhobenen Zeigefinger soll es bei diesem Stück nicht geben. „Wir meinen nur, man kann darüber nachdenken“, erklärt de la Chevallerie. Komödiantisch soll es werden und absolut harmlos, freigegeben ab zwölf Jahren.

Die Premiere ist bereits ausverkauft, weitere Vorstellungen sind für den 17., 28. und 29. April sowie am 19. und 20. Mai um 15.30 und 19.30 Uhr in einer der Umkleidekabinen im Jahnstadion am Sandweg angesetzt. Eine Reihe von Schulen haben die Produktion darüber hinaus gebucht.

Doch von dort, wo de la Chevallerie und sein Team am liebsten spielen würden, ist bislang wenig Resonanz gekommen: von Fußball-Vereinen. Auch die können Vorstellungen buchen, im Landkreis Northeim wegen einer Förderung sogar kostenlos.

Karten gibt es unter der Telefonnummer 01 76 / 22 73 29 01.