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Regional Rocker mit Schlaghosen und Plateauschuhen
Nachrichten Kultur Regional Rocker mit Schlaghosen und Plateauschuhen
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18:38 05.11.2010
Von Peter Krüger-Lenz
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40 Jahre Maffay soll der Abend abbilden – und das gelingt erstaunlich unterhaltsam. Maffay ist ein Rocker. Brust und Arme unter einer leichten Weste sind bedeckt mit Tätowierungen. Mit einem schweren Motorrad fährt er dröhnend auf die Bühne. Doch Maffay war nicht immer so. Sein erster Hit hieß „Du“. Mit gerade einmal 20 Jahren sang er den Schlager in der ZDF-Hitparade.

Inzwischen ist Maffay 61 Jahre alt und steht zu seiner Vergangenheit. Während er das Lied singt, ziehen Bilder von damals über die beiden großen Bildschirme auf den Seitenbühnen. Maffay auf den Titelblättern der damals führenden Jugendpostille „Bravo“, Maffay im schwarzweiß gemusterten Outfit, neben sich einen Dalmatiner. Maffay im orangefarbenen Anzug mit Schlaghose und roten Plateauschuhen. Die Menge kichert, der Musiker kontert mit gespieltem Ernst: „Was gibt’s denn da zu lachen?“ Und der Zapfer am Ende der Halle gröhlt hingebungsvoll mit.

Maffays Musikgeschichte trägt durch den Abend. „Über sieben Brücken musst du gehn“ steht auf der Setliste, und viele erinnern sich an den Hit der DDR-Rockband „Karat“, den Maffay coverte und 1987 in Rostock sang. Auch hier wieder Bilder auf den Videowänden von dem Konzert, das die Massen bewegte. „Eiszeit“ singt er und erinnert daran, das er den Titel als Protest gegen die Aufrüstung der großen Atommächte in den 1980er Jahren schrieb. Ein engagierter Musiker, dessen Aufbegehren aber manchmal etwas abgeflacht daher kommt.
„Sonne in der Nacht“, „Und es war Sommer“: Seine großen Hits hat Maffay ins Programm genommen, alle singen mit und wiegen sich in den Hüften. Hier ist eine große Familie zusammen gekommen, die 40. Bühnengeburtstag feiert – an einem dramaturgisch sehr abwechslungsreichen Abend.

Ganz zu Beginn sitzt Maffay allein auf einer kleinen Bühne mit einer Akustikgitarre inmitten der Fans und singt „Steppenwolf“. Später kehrt er hierher zurück und verwandelt das Großkonzert in einen kleinen Clubabend, begleitet von seinem Chefgitarristen Carl Carlton und dem Mundharmonika-Virtuosen Chris Kramer. Hier und auch gegen Ende des Abends zeigt sich eine große Stärke Maffays: Er umgibt sich mit glänzenden Instrumentalisten.

Die lassen es dann noch einmal so richtig krachen, denn der Star gibt ihnen großzügig und entspannt viel Raum. Drummer Bertram Engel darf ans Mikrofon und Carlton an die Rampe. Sie covern wuchtig Klassiker wie „Live and let die“ oder „Radar Love“. Ganz am Schluss zelebrieren sie „Rockin’ all over the world“. Na ja, nicht in der ganzen Welt, aber immerhin nehmen sie sich jetzt Deutschland zur Brust.

Peter Maffays „Tattoos-Show“ macht am Dienstag, 7. Dezember, Station in der Göttinger Lokhalle. Tickets gibt es in den Geschäftsstellen des Göttinger Tageblattes, Jüdenstraße 13c, und des Eichsfelder Tageblattes, Auf der Spiegelbrücke 11 in Duderstadt.