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Regional 50 Jahre Guru Guru in Uslar
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16:00 22.11.2018
Die Band Guru Guru. Quelle: R
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Uslar

1968 gegründet, erspielte sich Guru Guru Mitte der 1970er-Jahre ihren Platz in der Ruhmeshalle de Krautrock. Eine Sonderstellung nahm die Band auch dort ein. Denn mit ihren ersten Alben wie „Ufo“ und „Kaenguru“ war sie zum einen sehr experimentell in dieser Zeit und zum anderen sehr anarchistisch und schließlich auch stilbildend. Musikalischen Regeln unterwarfen sich die Guru Gurus nicht, frei und wild klang das, was sie auf die Bühne brachten –Space Rock, Psychedelic, alles ziemlich avantgardistisch. Sie spielten Sessions mit Bands wie Can und Amon Düül, deren Namen auch heute noch Klang besitzen.

Legendär ist die Liedzeile „Hier spricht der Elektrolurch, ich wohne in deiner Lüsterklemme“.

Das Tier diente als Name eines Doppel-Albums 1974, einer Zeit, in der Langspielplatten noch von Nadeln zerkratzt wurden und eine funktionierende Rückseite besaßen. Mehr als 40 Tonträger hat die Band im Laufe der Jahrzehnte veröffentlicht, mit Neumeier als einziger Konstanten.

Rund 40 Musiker sind über die Jahre in der Bandgeschichte auf- und wieder abgetaucht, darunter Hellmut Hattler (Kraan), Dieter Bornschlegel (Altlantis) und Butze Fischer (Embryo). Er sei eine Art Orchesterleiter und könne Musiker besetzten, wie er wolle, soll Neumeier einmal gesagt haben.

Aus dem Freejazz kam Neumeier zusammen mit Uli Trepte. Gemeinsam mit dem Gitarristen Jim Kennedy wollten sie elektronisch verstärkte Musik machen. Rock sollte es sein. Gerade zu Beginn zeigte sich Guru Guru sehr politisch, in Liedtexten und Aktionen. Ziemlich weit links außen hatten sich die Musiker verortet. So organisierten sie Konzerte gemeinsam mit dem Sozialistischen Deutschen Studentenbund und verlasen politische Texte zwischen den Liedern. Sie lebten zeitweise in Kommunen mit anderen im Odenwald zusammen und experimentierten vergnügt mit halluzinogenen Drogen. In Finkenbach gründeten sie ein Festival, das bis heute jährlich Fans in den Odenwald zieht.

Heute ist Neumeier fast 80 Jahre alt und trommelt bei den Guru-Guru-Konzerten noch immer auf Deckeln und Dosen auf den Bühnenboden. Längst ist die Musik der Band aus dm musikalischen Untergrund aufgetaucht und präsentiert eine Mischung aus Rock, Funk, Jazz, Weltmusik, Elektronik und einigem mehr. In Uslar stellt Guru Guru das jüngste Album vor, „Rotate“ mit Namen.

Das Konzert am Sonnabend, 24. November, im Kulturbahnhof in Uslar, An der Eisenbahn 1, beginnt um 21 Uhr, Einlass ist ab 20.30 Uhr. Die Tickets kosten im Vorverkauf 16 Euro, an der Abendkasse 19 Euro. Es gibt sie in den Tageblatt-Geschäftsstellen, Weender Straße 44 in Göttingen und Marktstraße 9 in Duderstadt.

Von Peter Krüger-Lenz

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