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Regional Romantisches Licht auf vorbeiziehenden Landschaften
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18:56 08.08.2011
Spuren im Schnee: winterlicher Industriehof, gesehen aus dem Zugfenster.
Spuren im Schnee: winterlicher Industriehof, gesehen aus dem Zugfenster. Quelle: Heller
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Der Verdacht auf einen sozialkritischen Hintergrund kommt bei all den urbanen und industriellen Anklängen schnell auf. In der Tat stecke „eine ganz Menge davon dahinter“, sagt Pregizer. Aber die Werke klagen nicht an, tragen keine Botschaft und schlagen nicht um sich. Es sind feinere Spuren, die sich in den realistisch abbildenden Großformaten verbergen. Zwischen die Zugbilder als verbindende Momente schieben sich erhaschte Eindrücke, landschaftliche Weitwinkel, verlassene Industriekomplexe mit dem Titel „Melancholia“, Augenblicke, die wie aus einem Fenster heraus wahrgenommen werden. „Dieses ganze Nach-einem-Gegenstandspunkt-Suchen“ stehe auf dem Prüfstand, sagt die gebürtige Argentinierin. So einfach wie es aussieht, soll es dann doch wieder nicht sein.

Und dabei sehen die Acrylmotive auf den Leinwänden so versöhnlich aus. Besonders die Schafe. Eine 13-teilige Serie zeigt die Tiere auf der Weide, während sie einem Vorbeifahrenden direkt ins die Augen blicken. Ein flüchtiger Kontakt bevor sie ihren Kopf wieder ins Gras stecken. Unterbrochen werden die Schaf-Porträts nur von Bahngleisen, die sich mal von hier und mal von dort durch die wilde Landschaft schlagen. Die kleinformatigen Ausschnitte wirken wie die Fensterreihen der Waggons. Hier und da ist ein Schliere, eine beschlagene Fläche und woanders sind Regentropfen zu sehen, die als Zwischenebenen auftauchen und den Blick zurückwerfen.

Und wenn es um die Reise geht, um die Schönheit der Natur, die Pregizer neben den Gleisen, in den Schneelandschaften, auf den Schaf- und Pferdeweiden und über den weiten Horizonten aufscheinen lässt, dann geht es immer auch um die Romantik. Viele Szenen werden von zartem roséfarbenen Licht berührt, das eine Stimmung des Übergangs schafft, die die Wirkung der Bewegung und des Wandels noch verstärkt. „Das ist ein Hang von mir“ gibt sie zu. „Heute ist alles cool, alle sind Single. Mir geht es um die Frage, kann man das Sehnen zeigen?“

Bis 4. September dienstags bis freitags von 16 bis 18 Uhr, sonnabends bis sonntags zwischen 11 und 13 Uhr im Künstlerhaus Göttingen, Gotmarstraße 1.

Von Anna Kleimann