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14:26 11.08.2019
Ron Spielman präsentiert Rock `n` Roll auf der Burg Hardeg. Quelle: Linnhoff
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Hardegsen

Der in Berlin lebende Halb-Amerikaner Ron Spielman ist zweifelsohne einer der vielfältigsten Songwriter und Gitarristen Deutschlands und über die Grenzen hinaus. Bei seinem Konzert auf der Burg Hardeg in Hardegsen wurde er von dem international bekannten Schlagzeuger Benny Greb, Werner Goldbach an den Keyboards und Bassist Thomas Stieger kongenial begleitet.

Das Gitarrenspiel des Autodidakten Spielman zeichnet sich durch technische Raffinessen, spontane Improvisation und eine emotional atmosphärische Dichte und Tiefe aus. Dabei lotet der Gitarrist Stilrichtungen wie Blues, Jazz, Fusion, Rock und Pop in all ihren Variationen aus, ohne je den Kontakt zur Melodie zu verlieren.

Auseinandersetzung mit historischen Daten

„Dies ist Rock´n Roll und Rock´n Roll ist dynamisch!“ Spielmans erste Ansage in dem bis auf den letzten Stuhl gefüllten, warm ausgeleuchteten Muthaussaal weißt dezent auf die Lautstärke hin, die in Teilen fortan den Auftritt auszeichnen wird.

Vom Album „Swimming In The Dark“, das sich laut Spielman durchgehend mit historischen Daten auseinandersetzt, kommt der Opener „Bronze Age“, in dem es um eine Liebesbeziehung in der Bronzezeit geht. Zu Zeilen wie „A very old man is chopping wood to keep his wife warm,in a coat and hood a teenage bride in the Bronze Age“, steigt das Quartett aus der Vergangenheit in die Gegenwart auf. Ein typischer Spielman-Song, der mit einem Gitarren-Lick und zurückhaltenden Drums ganz langsam Fahrt aufnimmt, um dann den Spannungsbogen in der Improvisation mit der E-Gitarre um seinen Gesang zu legen.

Ansagen mit Humor

Mit „Matchstick“ zünden sie dann nicht nur ein schlichtes Streichholz, sondern gleich ein Feuerwerk an gewaltigen Fusion-Rock-Klängen, die das Publikum mit euphorischem Applaus belohnt. „Donnerwetter, ist hier heute Abend was los“, entfährt es dem Gitarristen sichtlich beeindruckt. Ein Besucher hat sogar wegen des Konzerts extra seinen Urlaub verkürzt.

Spielmans Songs atmen die Dichte fein instrumentierter Jazz- und Folkelemente, wie auch die krachender Rocksongs. Kommunikation auf der Bühne mit seinen Musikern sei ihm wichtig und daraus resultiere die teils auch spontane Improvisation bei den Auftritten. Songs aus seiner gesamten Schaffenszeit finden sich auf der Setlist für das Konzert des Quartetts in Hardegsen.

„Token Of Love“ besticht mit einem durchweg bluesigen, stampfenden Groove und elegischem Gitarrensolo. In „Water Girl“ geht es um eine Fantasie, in der Mädchen in entsprechenden Anzügen ins All geschossen werden, um Wasser zu finden. Dieses wird dann in Blasen per Bluetooth auf die Erde geschickt. Feiner, lakonischer Humor prägt Spielmans Ansagen. Ihm fielen viele Geschichten zu den einzelnen Stücken ein, die er aber nicht alle erzählen möge.

Langanhaltender Applaus

„Wrap Up“ liegt ein vertrackter Rhythmus unter, in den sich die Musiker langsam aufbauend reinsteigern, während Spielman die Saiten in allen Facetten schwingen lässt. Ein spielerischer Höhepunkt des an Höhepunkten reichen Abends ist „Frozen By Fire“, in dem die Band es mal etwas kontemplativer angehen lässt und ihre Instrumente in sehr ruhigen Passagen fast nur noch zu atmen scheinen. Mit „Begging Bowl“ und der Zugabe „My Destiny“ haben sie dann zum Ende noch zwei richtige Rausschmeißer auf der Platte, in denen Greb die gesamte Vielseitigkeit seines Schlagwerkes ausleben kann. Sichtlich beeindruckt von der Spielfreude und Kunstfertigkeit des berauschenden Ensembles begleiten die Besucher die Musiker bei ihrem Abgang von der Bühne mit langanhaltendem, stehendem Applaus.

Weitere Veranstaltungen der Kulturinitiative Hardegsen

Sonnabend, 21. September: Fachtagung

1. Südniedersächsischer Burgentag

mit dreitägigem Burgfest von Freitag, 20. bis Sonntag, 22.September

Sonnabend, 28. September, Muthaussaal

Sarah Smith & Band

Freitag, 25. Oktober, 19 Uhr , Muthaussaal

Göttinger Literaturherbst

Ulrich Woelk „Der Sommer meiner Mutter“

Dienstag, 19. November, 10 Uhr, Muthaussaal

Kindertheater: „Der Räuber Hotzenplotz“

Geeignet für Kinder ab 4 Jahren

www.staufenbergerpuppentheater.de

Sonnabend, 23. November, 20 Uhr Muthaussaal

Karibuni@ddis

mit Pit Budde (g, voc.), Josephine Kronfli (whistle, shruti, voc.), Klaus Jochmann (acc. perc.,

voc.), Venant Ntiomo Nigounde (perc.)

www.karibuni-online.de

Kunsthandwerkermarkt auf der gesamten Burg

Sonnabend, 30. November, und Sonntag, 1. Dezember, 30.11.2019 12. bis 17 Uhr

Von Jörg Linnhoff

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