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Regional Roter Wackelpudding klatscht an die Wand
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19:19 19.03.2012
Instant-Kind Konrad: Kathrin Müller-Grüß.
Instant-Kind Konrad: Kathrin Müller-Grüß. Quelle: Winarsch
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Göttingen

Eine knallbunte Bühnengestaltung und überaus lustig gespielte Figuren bringen viele Kinderaugen zum Leuchten. „Freust du dich, dass ich da bin, Mama?“ fragt der kleine Konrad und lugt mit seinen großen Brillengläsern verwundert über den Rand einer Konservendose, die inmitten eines knallbunt eingerichteten Zimmers mit einem pinkfarbenen Sofa, bunten Farbklecksen auf dem Boden und knalligen Bildern an den Wänden steht.

Ein perfekt produziertes Kind

Den kleinen Kerl spielt Kathrin Müller-Grüß so bezaubernd, dass die Kinder im Publikum ihn sofort ins Herz schließen. Konrads neues Zuhause ist die Wohnung der ausgeflippten Künstlerin Berti Bartolotti mit den roten Locken und dem bunten Malermantel, deren unbekümmerte Art Imme Beccard mit Charme und Witz mimt. Berti ist ebenfalls verdutzt und kann sich nicht erinnern ein „Instant-Kind“ bestellt zu haben, schließt Konrad aber sofort in ihr großes Herz. Der außerordentlich wohlerzogene und schlaue Junge ist ein perfekt produziertes Kind – besonders in den Augen von Bertis Freund, dem spießigen Apotheker Egon (Dominik Bliefert), der sich sofort in der Vaterrolle sieht.

Doch dann stören zwei Männer (Fabian Baumgarten und Paula Hans) in grasgrünen Anzügen das sonderbare Familienglück und verkünden: „Wir sollen die Fehllieferung abholen.“ Was nun? Sie dürfen ihn nicht wiedererkennen, Konrad muss zu einem Lausbuben umerzogen werden. Das soll Egon übernehmen, der sich damit anfangs ziemlich schwer tut. Doch dann wird die Bühne zum Schauplatz lustiger Kinderstreiche: Konrad muss lernen, Schimpfwörter zu benutzen, soll die Tapete in Egons Wohnzimmer bemalen und zu guter Letzt die Wände mit rotem Wackelpudding bewerfen. Die Kleinen im Publikum lachen aufgeregt, für sie ist schon das Zuschauen eine pure Freude.

Spaßige Inszenierung

Der Roman von Christine Nöstlinger – eine der hervorragendsten Kinder- und Jugendbuchautorinnen der heutigen Zeit – bietet eine gute Vorlage, aus der Karl-Heinz Ahlers eine spaßige Inszenierung für die Kinder zaubert. Lachend und mit glänzenden Augen verlassen sie die erfolgreiche Premiere.

Weitere Termine: 24. und 25. März sowie 1. und 9. April um 16 Uhr, 19. April um 9.30 Uhr im DT-Studio. Karten an der DT-Theaterkasse, Telefon 05 51/ 49 69 11.

Von Noreen Hirschfeld