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Regional Russische Opernstars von morgen in Göttingen
Nachrichten Kultur Regional Russische Opernstars von morgen in Göttingen
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18:55 23.09.2011
Knüpft Verbindungen nach Moskau: GSO-Chefdirigent Christoph-Mathias Mueller. Quelle: Hinzmann
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Die durchweg jungen Solisten dieser Aufführung kommen aus Moskau: Sie gehören zum „Young Artists’ Program“ des legendären Bolschoi-Theaters. Wie kommt das GSO an solche Solisten? Chefdirigent Christoph-Mathias Mueller erklärt es: Sein erster Kontakt zur russischen Musikszene war ein Gastdirigat beim Russian National Orchestra, einem der führenden Symphonieorchesters Russlands. Muellers Erfolg war groß – und der Verwaltungschef dieses Orchesters gehörte auch zum Stab des Bolschoi-Theaters. Die Folge: die Verpflichtung Muellers ans Bolschoi-Theater für „Die Fledermaus“ von Johann Strauß im Februar 2010.

Auch diese Premiere war so erfolgreich, dass Mueller später als Dirigent für drei weitere Produktionen eingeladen wurde. In dieser Saison wird er zwei Wiederaufnahmen am Bolschoi-Theater dirigieren, dazu mit dem Orchester unter anderem Mahlers vierte Symphonie.
Seit etwa drei Jahren betreibt das Bolschoi-Theater sein „Young Artists’ Program“. Dafür werden die besten Nachwuchssänger aller Musikhochschulen Russlands ausgewählt, die am Bolschoi-Theater auftreten können und weiter ausgebildet werden. Etwa zwölf Sängerinnen und Sänger erhalten diese Chance, die ihre Karriere enorm befördert, denn, so weiß Mueller, „am Bolschoi aufzutreten ist das Nonplusultra für junge Solisten“.

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Zehn dieser Sänger werden in Göttingen zu hören sein, darunter in den Hauptrollen Venera Gimadieva als Violetta, Boris Rudak als Alfredo und Igor Golovatenko als Germont. Die Chorpartie übernimmt die Göttinger Stadtkantorei, einstudiert von Bernd Eberhardt.
Warum konzertant, warum gerade „La Traviata“? „Gern hätten wir eine Oper szenisch aufgeführt, aber wir mussten uns wegen des finanziellen Risikos auf eine konzertante Darbietung beschränken. Und das musste eine Oper sein, die sich auch ohne szenische Mittel mitteilt. Da war die ,Traviata‘ die erste Wahl – zumal die russischen Sängerinnen und Sänger auch wunderbar italienisch singen können“, erläutert Mueller.

„Alle Sänger hatten ein großes Interesse an diesem Projekt“, berichtet er. Für 2013 hätten manche von ihnen schon Engagements für Madrid oder Paris. „Jetzt haben sie noch die Zeit. Das ist ein Glücksfall für uns – sie sind die Stars von morgen in der Opernwelt.“ Unterstützt wird das Projekt vom Göttinger Karosseriewerk Meyer. Dafür ist Mueller besonders dankbar: „Ohne Sponsoren gäbe es so etwas nicht.“

Termine für „Bolschoi trifft Belcanto“: Freitag, 7. Oktober, um 19 Uhr, Sonntag, 9. Oktober, um 17 Uhr in der Göttinger Stadthalle am Albaniplatz. Karten gibt es unter anderem beim GT-Ticketservice, Jüdenstraße 13c, sowie unter www.gso-online.de

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