Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Ehrung für Kermani und Szejnert
Nachrichten Kultur Regional Ehrung für Kermani und Szejnert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:01 01.06.2018
Der deutsch-iranischer Schriftsteller Navid Kermani wird mit dem Linde-Preis ausgezeichnet. Quelle: epd
Anzeige
Göttingen

Gemeinsam mit der polnischen Stadt Torun vergeben die beiden Partnerstädte den Preis seit mehr als 20 Jahren.

Der in Köln lebende deutsch-iranische Schriftsteller und Publizist Kermani sei ein streitbarer Intellektueller, der sich mit seinen Schriften und öffentlichen Reden in gesellschaftspolitische Debatten einbringe, hieß es. Zu seinen Themen zählten das Verhältnis von Orient und Okzident, die Flüchtlingsfrage in Europa sowie das Verhältnis von Islam und Demokratie. Der in Siegen geborene habilitierte Orientalist Kermani wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Die Laudatio hält der frühere Bundespräsident Joachim Gauck.

Anzeige

Navid Kermani ...

... lebt als freier Schriftsteller in Köln. Er studierte Orientalistik, Philosophie und Theaterwissenschaft. 1998wurde er im Fach Orientalistik in Bonn promoviert. 2006 habilitierte er sich mit der Schrift „Der Schrecken Gottes – Attar, Hiob und die metaphysische Revolte“. Er galt las möglicher Kandidat für die Wahl des Bundespräsidenten im Jahr 2017. Kermani wurde mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. In Göttingen hielt er 2011 die Poetik-Vorlesung. pek

Szejnert, die 1936 in Warschau geboren wurde, verließ Polen im Jahr 1984 und arbeitete bei einer polnischen Tageszeitung in New York. Nach ihrer Rückkehr gehörte sie zu den Mitbegründern der angesehenen „Gazeta Wyborcza“ und leitete fast 15 Jahre das Ressort Reportage. Ihr 2007 erschienenes Buch „Der Schwarze Garten“ über die Bergarbeiter-Siedlungen in Oberschlesien wurde mit der höchsten polnischen Literaturauszeichnung prämiert. Die Laudatio hält der Bürgerrechtler und Mitbegründer der Gewerkschaftsbewegung „Solidarnosc“ und Chefredakteur der „Gazeta Wyborcza“, Adam Michnik.

Malgorzata Szejnert ...

...

ist eine vielfach ausgezeichnete polnische Schriftstellerin und Reporterin. Sie war 1989 Mitgründerin von “Gazeta Wyborcza“, der ersten unabhängigen Zeitung in Polen. Anschließend leitete sie 15 Jahre lang das Ressort Reportage. Ihr Roman „Der schwarze Garten“ ist im Göttinger Wallstein-Verlag erscheinen. Für das Werk wurde Szejnert 2008 der Cogito-Preis der polnischen Medien zugesprochen. Mit drei von ihren Büchern wurde sie für den wichtigsten polnischen Literaturpreis „Nike“ nominiert. pek/r

Der Preis ist nach dem polnischen Sprachforscher Samuel Bogumil Linde (1771-1847) benannt. Er würdigt Autoren, die Menschen, Gesellschaften und Nationen zusammenbringen. Frühere Preisträger waren unter anderem Günter Grass, Siegfried Lenz, Ryszard Kapuscinski, Sarah Kirsch, Marcel Reich-Ranicki, Juli Zeh und Herta Müller. Der Linde-Preis ist der einzige deutsch-polnische Literaturpreis.

Der Preis wird am 3. Juni um 11 Uhr im Deutschen Theater Göttingen, Theaterplatz 11, überreicht. Derzeit läuft bereits die Ausstellung „Verständigung – porozumienie“ im Alten Rathaus Göttingen, Markt 9, gezeigt. In der Schau werden die bisherigen Preisträger des Literaturpreises und ihr literarisches Œuvre würdigt. Außerdem werden Geschichte und Bedeutung des seit 1996 vergebenen Samuel-Bogumił-Linde-Preises und der seit 1978 bestehenden Städtepartnerschaft zwischen Thorn und Göttingen dargestellt. Sie läuft bis 17. Juni und ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Von epd/pek

Regional Ton-Art-Open-Air-Konzert Northeim - Rock, Pop und Reggae von Bands aus der Region
01.06.2018
Regional Jazzgitarrist im Deutschen Theater - Al Di Meola tritt beim Göttinger Jazz-Festival auf
01.06.2018
01.06.2018