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Regional Hein und Twardoch werden geehrt
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12:53 24.04.2019
Christoph Hein Quelle: dpa
Göttingen/Thorn

Übergeben wird der Preis im polnischen Thorn. Als Laudator für Christoph Hein hat der Journalist und Autor Christoph Dieckmann sein Kommen zugesagt. Die Laudatio auf Szczepan Twardoch wird der polnische Literaturwissenschaftler und Literaturhistoriker Prof. Ryszard Koziołek halten, der wie der Preisträger an der Schlesischen Universität in Katowice studierte.

Studium in Leipzig und Berlin

Hein wurde am 8. April 1944 in Heinzendorf/Schlesien geboren. Nach Kriegsende zog die Familie nach Bad Düben bei Leipzig, wo er aufwuchs. Ab 1967 studierte er an der Universität Leipzig Philosophie und Logik und schloss sein Studium 1971 an der Humboldt Universität Berlin ab. Von 1974 bis 1979 arbeitete Hein als Hausautor und Dramaturg an der Volksbühne Berlin. Der Durchbruch gelang ihm 1982/83 mit seiner Novelle “Der fremde Freund/Drachenblut“. Hein wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Heinrich-Mann-Preis 1982, dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur 2002, dem Uwe-Johnson-Preis 2012 und dem internationalen Stefan-Heym-Preis 2013, zuletzt mit dem Grimmelshausen-Literaturpreis 2017. Von 1998 bis 2000 war Christoph Hein erster Präsident des gesamtdeutschen Pen-Clubs, dessen Ehrenpräsident er seit 2014 ist. Hein ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Sächsischen Akademie der Künste.

Kritik und Leser begeistert

Twardoch, geboren 1979, ist einer der herausragenden Autoren der polnischen Gegenwartsliteratur. Mit „Morphin“ (2012) gelang ihm der Durchbruch, das Buch wurde mit dem Polityka-Passport-Preis ausgezeichnet und als erstes seiner Werke ins Deutsche übersetzt, Kritik und Leser waren begeistert. 2013 erhielt er den Nike-Publikumspreis. Für den ebenfalls hochgelobten Roman „Drach“ wurden Twardoch und sein Übersetzer Olaf Kühl 2016 mit dem Brücke-Berlin-Preis geehrt. Bei Lesern wie Kritikern in beiden Ländern übertraf „Der Boxer“ diese Erfolge sogar noch. Twardochs Vorfahren sind seit 350 Jahren in Oberschlesien nachweisbar. Er studierte Soziologie und Philosophie an der Schlesischen Universität in Katowice. Der Autor zählt zur Minderheit der (polnischen) Schlesier und pflegt in seiner Familie, mit der er in Pilchowice/Schlesien lebt, die schlesische Sprache.

Gemeinsames kulturelles Projekt

Seit 1978 besteht die Partnerschaft zwischen den Städten Göttingen und Thorn. Als ein gemeinsames kulturelles Projekt wurde vor 21 Jahren der nach dem polnischen Sprachforscher Samuel Bogumil Linde (1771-1847) benannte Preis ins Leben gerufen. Mit ihm werden Autoren ausgezeichnet, deren Wort Ideale und Werte schafft, die Menschen, Gesellschaften und Nationen zum gemeinsamen Gespräch führen. Der Preis wird Autoren zuerkannt, die auf den Feldern Lyrik, Prosa, Drama, Essayistik, Literaturkritik, Publizistik, Übersetzung oder Edition Hervorragendes geleistet haben. Der Linde-Preis wird auf Vorschlag einer von beiden Partnerstädten berufenen gemeinsamen Jury im jährlichen Wechsel in Thorn und Göttingen an einen polnischen und einen deutschen Autor vergeben und ist mit jeweils 5000 Euro dotiert.

Von Peter Krüger-Lenz

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