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Regional Sehnsucht nach freiem Leben
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18:37 09.09.2011
Sonja Elena Schneider, Gintas Jocins, Nermin Aljisani, León Schröder, Andreas Döring, Franziska Reincke und Tiana Kruskic (von links). Quelle: Hinzmann
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Andreas Döring, JT-Intendant und Regisseur des Stückes, ist vor allem von der Vermischung verschiedener Kulturen fasziniert, die in „Gegen die Wand“ vorgeführt wird. „Migration interessiert mich null“, sagt er bestimmt. Viel wichtiger ist ihm, die Begegnung zwischen Orient und Okzident sinnlich erfahrbar zu machen. Und dafür sei in erster Linie Musik geeignet. Döring freut sich: „Ich habe ein extrem musikalisches Ensemble.“ Das Theater werde geradezu zum Konzertsaal.

Diese Musik macht Nermin Aljisani, ein in Göttingen lebender Roma, der aus dem Kosovo stammt. Auf ihn aufmerksam geworden ist Döring durch einen Störfall: Drinnen im JT standen „Die Physiker“ auf dem Spielplan, draußen auf dem Wochenmarktplatz machte eine Band so laut Musik, dass die Vorstellung abgebrochen werden musste. Und da stand das Ensemble auf der Treppe, hörte auf, sich zu ärgern, weil es derart fasziniert von der Musik war, bei der Nermin Aljisani mitmachte. Rasch war er für die Theatermusik im JT gewonnen. Franziska Reincke, die die Sibel spielt, ist von ihm begeistert: „Der schreibt einen Song in zehn Minuten.“

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Die Bühne in „Gegen die Wand“ wird ein Ort sein, zu sich zu finden: „Wir machen kein literarisches Theater“, betont Döring. Es geht ihm um die „Einfachheit der großartigen Liebesgeschichte“, wie er sagt, um „Sehnsucht nach einem freien Leben“.
Premiere ist am Donnerstag, 15. September, um 20 Uhr im Jungen Theater Göttingen, Hospitalstraße 6. Karten unter Telefon 05 51 / 49 50 15.

Von Michael Schäfer