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Regional Silvesterkonzert in der Göttinger Lokhalle
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11:59 01.01.2019
Chefdirigent beim Beckenschlag: Nicholas Milton im Silvesterkonzert des GSO in der Lokhalle. Quelle: Schäfer
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Göttingen

Vor allem von der zweiten Hälfte des fröhlich-unterhaltsamen Abends war das Publikum hellauf begeistert.

„Csárdás“ hieß das Motto des bunten Programms. Feuer und Leidenschaft war also die Devise für GSO-Chef Nicholas Milton, der an diesem Abend nicht nur für den Taktstock zuständig war, sondern auch für die Moderation, bei der er viel Witz und Charme bewies und nachdrücklich, aber nicht aufdringlich für den Besuch weiterer GSO-Konzerte warb.

Brahms und Johann Strauß

Temperamentvoll eröffnete Milton den Abend mit dem ersten Ungarischen Tanz von Brahms, um mit der Ouvertüre zum „Zigeunerbaron“ und dem Csárdás aus der „Fledermaus“ zum Großmeister aller Silvester- und Neujahrskonzerte überzugehen, zu Johann Strauß (Sohn). Hier ließ er das musikalische Feuer prächtig lodern, auch wenn man sich vielleicht die eine oder andere Passage ein wenig duftiger und zarter hätte vorstellen können. Doch liegt das nicht unbedingt an der Intention des Dirigenten: Eine Verstärker-Anlage, die für eine Halle dieser Größe notwendig ist, vergröbert nun einmal das Klangbild – das lässt sich technisch nicht anders realisieren. Ein Extralob gebührt den wunderschön ausdrucksvoll musizierenden Solisten des Orchesters, von denen hier stellvertretend Klarinettist Manfred Hadaschick, Oboist Tiago Coimbra und Flötistin Bettina Bormuth genannt sein sollen.

Als Solistin stellte sich die erst 18-jährige Violinistin Anne Luisa Kramb mit Introduktion und Rondo capriccioso von Camille Saint-Saëns vor. Sie zündete ein Feuerwerk an Virtuosität und tänzerischer Grazie und wirkte auch in den technisch anspruchsvollsten Passagen unaufgeregt entspannt. Milton und das GSO waren ihre höchst kompetenten, zuverlässigen Partner. Mit dem heiteren „Frühlingsstimmen“-Walzer von Johann Strauß und dem feurigen Rákóczi-Marsch von Hector Berlioz endete die erste Hälfte dieses Silvesterkonzerts.

Mit Charme und Schwung

Die vor allem beim Violinsolo störenden Brummgeräusche der Verstärkeranlage waren zum Glück dank einer Nachregulierung in der Pause behoben. So konnte der Strauß-Hit „Unter Donner und Blitz“ seine zündende Wirkung großartig entfalten, und auch die „Fledermaus“-Ouvertüre glänzte mit Charme und Schwung. Mit den „Zigeunerweisen“ von Pablo de Sarasate konnte sich Anne Luisa Kramb ein zweites Mal die Herzen des Publikums erobern – mit einer derartigen Resonanz, dass sie mit dem Csárdás von Vittorio Monti als Zugabe die Hörer abermals von den Plätzen riss. Zwei effektvolle Strauß-Stücke – der Csárdás aus der Oper „Ritter Pásmán“ und die Schnellpolka „Éljen a Magyar!“ – rundeten das offizielle Programm ab.

Ohne ein Bündel Zugaben hätte das begeisterte Publikum die Musiker nicht entlassen. Das GSO lieferte reichlich: erst den fünften Ungarischen Tanz von Brahms, dann den Strauß-Walzer „An der schönen blauen Donau“ und zum Schluss, selbstverständlich, den Radetzky-Marsch zum Mitklatschen. Aber nicht einfach so, wie er in den Noten steht, sondern mit einem einleitenden Solo von drei Schlagzeugern, die dabei einmal durch das ganze Publikum marschierten und anschließend wieder das Podium bestiegen – mit einem Beckensolo von Nicholas Milton. Danach wollte der Beifall kaum enden.

Weitere Termine

Dieses Programm ist am Dienstag, 1. Januar, noch einmal um 17 Uhr in der Göttinger Lokhalle zu hören. Anschließend geht das GSO mit Dirigent Nicholas Milton und Solistin Anne Luisa Kramb auf Tournee: vom 4. bis zum 20. Januar gibt es weitere 14 Neujahrskonzerte im norddeutschen Raum zwischen Bleckede im Norden, Hann. Münden im Süden, Rinteln im Westen und Osterode im Osten.

Von Michael Schäfer

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