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Regional Singer/Songwriter Sarah Smith spielt mit ihrer Euroband in Hardegsen
Nachrichten Kultur Regional Singer/Songwriter Sarah Smith spielt mit ihrer Euroband in Hardegsen
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11:00 10.08.2019
„Ich lebe ein Leben in Ehrlichkeit, Offenheit und Verletzlichkeit“, sagt Sarah Smith. Quelle: Cheryl Mazak
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Hardegsen

Weitere Themen im Tageblatt-Gespräch mit „The Best Rock Artist at the London Music Awards“ sind der Vergleich mit Cheryl Crow, Auszeichnungen und Deutschland.

Tageblatt: Frau Smith, Sie gehen im September mit Ihrer Tour-Band nach 2017 und ‘18 zum dritten Mal auf Tournee in Deutschland und den Niederlanden. Warum ist es für Sie „ein großes Vergnügen“, sogar „ein Traum“, hier zu spielen?

Sarah Smith: Ich liebe es Musik zu machen und durch die Welt zu reisen. Ich denke, ich bin mit dieser Leidenschaft aufzutreten und Musik zu komponieren geboren. Ich spürte dies schon in ganz jungen Jahren, als ich in der Kirche vor einer großen Gemeinde aufgetreten bin.

„Träume sind es, die mich auch heute antreiben“: Sarah Smith. Quelle: r

Ich sang ein Lied das von einem Musiker aus der Gegend geschrieben wurde. Es hieß „A bunch of May“. Die alten Frauen in der Gemeinde weinten während ich sang. Und ich wusste bereits damals als fünfjähriges Kind, dass Musik die Macht hat, Menschen zu berühren. Ich habe damals auch erkannt, dass Menschen ihre eigene Musik, ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Worte präsentieren kann. Auch das kann die Menschen berühren und eine Auswirkung auf sie haben. Ich wusste, das ist etwas, was ich unbedingt weiterhin in meinem Leben tun musste.

Rückkehr nach Kanada mit ernsthaften Träumen im Gepäck

Mit 18 reiste ich nach Neuseeland und lebte dort für ein Jahr. Dort gab ich dem Songwriting und meinem Talent, meinen Fähigkeiten bei den Auftritten auf der Bühne den Feinschliff. Als ich nach Kanada zurückkam, war mir bewusst, dass ich mit ein paar ernsthaften Träumen gerüstet war im Gepäck hatte. Diese Träume sind es, die mich auch heute antreiben. Ich träumte von grünen Weiden in Irland, endlosen gelben Weizenfeldern in Zentralkanada, den hellblauesten Ozeanen in Spanien, die mit Pflastersteinen gepflasterten Straßen Englands entlangzugehen, während ich einen Schirm halte, und von uralten historischen Gebäuden in Europa. All diese Träume begleiteten mich beim Singen und Gitarrespielen, während ich all diese Schmuckstücke der Welt entdeckte.

Ich wollte Abenteuer. Ich wollte Musik. Und ich wollte von Freunden umgeben sein.

Jetzt ist der Moment, in dem ich wahrlich sagen kann, dass ich diesen Traum jeden Tag lebe. Ich darf Musik schreiben, darf Musik auf der Bühne spielen und mit meinen Bandmitgliedern und gleichgesinnten Freunden durch die Welt reisen.

„Ich habe mich in Deutschland verliebt“

Warum gerade Deutschland – und nicht zum Beispiel Frankreich, England oder Tschechien?

2011 entdeckte mich ein deutscher Produzent, der mich nach Deutschland brachte, um hier Lieder zu schreiben und meine Musik aufzunehmen. Seitdem trete ich in Deutschland auf. Ich habe mich in dieses wunderschöne Land mit diesen wunderbaren Menschen verliebt. Ich war aber auch schon in anderen Ländern wie Österreich, Tschechien, Polen, Luxemburg und England.

Sie sagen: „Europa fühlt sich schon ein bisschen wie zu Hause an.“ Dabei müssten Sie sich eigentlich fast wie zu Hause fühlen. Seit wann sind Sie in Europa und Deutschland solo unterwegs?

Ich spielte meine ersten Konzerte 2011 als Solokünstlerin in Europa, dann als Duo. Später begann ich, europäische Musiker für meine Tour zu engagieren, und schließlich war ich in der Lage, es mir leisten zu können, meine Band aus Kanada mitzubringen.

Sind Sie in Deutschland mittlerweile so bekannt, dass Ihnen Wertschätzung und bestens besuchte Konzerte sicher sind?

Ich habe keine Ahnung, wie bekannt oder berühmt ich mittlerweile bin. Alles, was ich weiß, ist, dass die Menschen beim Verlassen meines Konzertes wirken, als hätte meine Musik sie auf irgendeine Art berührt. Und das ist ein unglaubliches Gefühl!

Seit wann treten Sie auf?

Ich trete auf, um Musik zu machen, seit ich mich erinnern kann. Meine Mutter war Chorleiterin in einer kleinen Kirche in Elora, Ontario, und ich war ein Teil des Kirchenchors. Irgendwann, wir waren inzwischen in die kleine Stadt Arthur, Ontario umgezogen, begann meine Mutter einen Kinderchor zu leiten. Ich glaube sie war ein bisschen voreingenommen und so gab sie mir all die Solos zum Singen. Ha!

Tour in Texas – dem kanadischen Winter entkommen

Treten Sie überwiegend in Ihrem Heimatland Kanada auf? Wie präsent sind Sie beim „Nachbarn“ USA?

Ich bin dieses Jahr mit meiner Band bis nach Texas und wieder zurück auf Tour gewesen. Wir waren sehr erfolgreich und werden im Januar wieder in Texas auftreten. Es ist eine großartige Art, dem langen, kalten, kanadischen Wintern zu entkommen.

Welchen Stellenwert, welchen Status genießen Sie in Kanada?

Ich denke nicht in solchen Kategorien. Ich mache aus unterschiedlichen Gründen Musik. Ich schreibe für mich selbst – es ist eine Therapie und hilft mir dabei, mich von den Kämpfen die ich in meinem Leben schon führen musste, zu erholen. Ich spiele Musik aus dem reinen Vergnügen heraus zu spüren, wie die Musik durch mich fließt und eine andere Person berührt. Musik heilt.

Nach zehn Jahren: Pause für die Band The Joys

Von wann bis wann haben Sie in der Band The Joys gespielt?

Die Joys begannen 2004 als eine Art Erweiterung einer anderen Band, Popjoy, in der ich vorher spielte. Bei Popjoy spielte ich seit 2000.

Warum nicht mehr?

Wir waren als Band zehn Jahre lang auf Tour. Wir wurden müde. Eines unsere Gründungsmitglieder hörte auf, um andere Musikrichtungen zu verfolgen. Kurz darauf hatten wir alle zusammen das Gefühl, es wäre das Beste, eine Pause einzulegen.

„Ich nenne mich selbst Singer/Songwriter/Rocker“

Ist die Tour Band ein ständiges Band-Projekt? Name: Sarah Smith and Band?

Oh ja! In Kanada und den USA spiele ich hauptsächlich mit einer Band. Die Band die ich nach Europa mitbringe ist meine Tour-Band. Und wir lieben einander!

Welchen Genres fühlen Sie sich zugehörig: Rock ‘n‘ Roll, Rock, Blues Rock, Singer/Songwriter?

Ich nenne mich selbst Singer/Songwriter/Rocker.

Es gibt Kritiker, die Sie aufgrund Ihrer Stimme mit Sheryl Crow und Melissa Etheridge vergleichen. Eine Ehre für Sie? Oder ist der Vergleich glatt misslungen – und Ihre Stimme einfach nicht vergleichbar?

Eine absolute Ehre. Sheryl Crow ist eine meiner Lieblingskünstlerinnen. Und ich liebe die Live Shows und Einstellung von Melissa Etheridge.

Wie viele Shows/Auftritte haben Sie pro Jahr?

Eine Menge. Auf meiner Webseite stehen zwischen 200 und 250 Konzerte, aber es gibt zusätzlich noch viele private Auftritte, die nicht auf meiner Internetseite aufgelistet sind. Ich habe das Gefühl, fast jeden Tag einen Auftritt zu haben und das geht nun schon seit Jahren so. Ich bin mit einer starken Gesundheit gesegnet und dadurch in der Lage, diesen Lebensstil der so viel Energie benötigt, weiterzuführen.

Symbiotische Beziehung mit dem Publikum

Wie schaffen Sie es bei dieser Vielzahl, die Fans in jedem Konzert mitzureißen? Sind Auftritte und Fans der Motor für Ihre Leidenschaft zur Musik? Eine Sucht?

Ich spiele gerne jeden Abend eine unterschiedliche Setlist. Ich mag es, die Energie der Menge zu spüren und vermische das mit meiner eigenen Stimmung. Dann sehen wir, was passiert. Ich habe das Gefühl, dass die Zuschauer und ich eine symbiotische Beziehung haben. Wir füttern uns gegenseitig mit Musik und Liebe, und es kommt alles wie ein Bumerang zurück. Ich bin mir nicht sicher, was mich antreibt, Abend für Abend wieder auf der Bühne zu stehen. Abgesehen von der Tatsache, dass es sich so anfühlt, als müsste ich in diesem Moment genau auf dieser Bühne sein. Ich folge einfach meinem Herzen und dem, was das Universum für mich bereithält.

Worin liegt der Unterschied zwischen Solo-Auftritten und denen mit der Band?

Ich kann mich an der Band anlehnen – ich kann meine Musik an ihnen abprallen lassen und bekomme etwas zurück. Es ist, als würden wir den ganzen Abend Tischtennis spielen. Und es lastet nicht so viel Druck auf mir.

„Wenn ich solo auftrete, kann ich tun, was ich möchte. Aber es liegt viel mehr Druck auf mir“, sagt Sarah Smith Quelle: Peter de Ruygt

Wenn ich solo auftrete, kann ich alte Lieder spielen und mir Lieder aussuchen und einfach tun, was ich möchte. Aber: Ich kann mich an diesen Abenden nicht auf meine Band stützen. Also liegt viel mehr Druck auf mir: Darauf, dass ich gut Gitarre spiele, die Menge unterhalte und die Töne treffe.

Ihre Themen: Beziehungen, Spiritualität, Hindernisse überwinden

Welches sind Ihre Themen – worüber singen Sie hauptsächlich?

Ich singe viel über Beziehungen und über die Rolle, die ich in ihnen spiele. Ich singe über Spiritualität, Verbindungen, darüber, Hindernisse zu überwinden und uns selbst genau so zu lieben, wie wir sind.

Was verstehen Sie unter Spiritualität?

Je mehr ich an mir selbst arbeite, sozusagen innere Arbeit leiste, umso mehr scheint das Leben um mich herum sich wie Puzzleteile zu verbinden. Alles scheint sich zu ordnen und zu sortieren.

„Den Verstand zum Schweigen zu bringen“

Und das alles hat damit zu tun, auf mein eigenes höheres Ich zu hören. Gott. Liebe. Energiequellen. Den Verstand zum Schweigen zu bringen, damit die echte Wahrheit gehört werden kann.

Welche Rolle spielt Authentizität? Veräußern Sie Ihr Innerstes?

Ja. Ich lebe ein Leben in Ehrlichkeit, Offenheit und Verletzlichkeit. Ich bin ein offenes Buch. Ich trage keine dieser Masken mehr, die ich früher getragen habe. Ich bin frei und wild und drücke mich selbst genauso aus wie ich mich in jedem Moment fühle.

Texten und Singen – zwei Komponenten einer „Reise der Heilung“

Sie sagen: „Ich bin der schlechteste Songschreiber, weil ich nur über mich und meine Gefühle schreibe, meine Erfahrungen, meine Beziehungen.“ Texten und singen Sie, um sich freizumachen von Belastungen?

Ja. Es ist meine Reise der Heilung, die meine Texte inspiriert.

Trotzdem stellen Sie die Verbindung her zwischen Ihrem Gefühlsleben, Ihren Wünschen, Niederlagen, Hoffnungen und den Erwartungen der Fans. Wie schaffen Sie das?

Indem ich einfach ich selbst bin. Es ist leicht, das Leben zu leben, wenn man einfach nur man selbst ist. Der einzigen Person der ich Rechenschaft ablegen muss bin ich selbst. Und ich strebe danach, mein bestmögliches Ich zu sein. Das ist es, was mich am glücklichsten macht.

Wie haben Sie sich in puncto Stil und Texten seit dem Beginn ihrer Karriere bis heute entwickelt – persönlich und musikalisch?

Ganz tief in meinem Innersten bin ich immer noch das verrückte Mädchen mit einem pinken Irokesenschnitt, wie ich ihn zu meiner Zeit bei den „Popjoys“ trug. Aber nun bin ich ein paar Jahrzehnte reifer und habe mich sozusagen in mir selbst eingelebt. Ich kann absolut still auf der Bühne stehen und ein Lied performen, anstatt auf- und abzuspringen und dabei Körperteile zu zeigen, um die Aufmerksamkeit der Leute zu bekommen. Ich schätze, ich habe gelernt das Leben so zu nehmen wie es kommt. Ich schätze, ich habe mehr Zutrauen in meine Fähigkeiten und mein Können. Ich schätze, ich lebe jetzt in Dankbarkeit.

Das Publikum in Hardegsen wird „neue Lieder“ zu hören bekommen

Können Sie persönlich und musikalisch voneinander trennen?

Ich habe natürlich ein Privatleben. Auch wenn der Großteil meines Lebens Musik ist, genieße ich die Ausgewogenheit der beiden Bereiche.

Worauf dürfen sich die Fans in Hardegsen freuen?

Wir veröffentlichen ein neues Album! Hardegsen wird also ein paar neue Lieder zu hören bekommen. Ein paar eingängige, energiegeladene Lieder, die die Leute zum Tanzen bringen werden. Und natürlich werde ich auch einige unserer älteren Lieder spielen. Und auch den einen oder anderen Coversong, den die Menschen bereits kennen und bei dem sie mitsingen können.

„Ganz tief in meinem Innersten bin ich immer noch das verrückte Mädchen“: Sarah Smith. Quelle: r

„Brandneue CD“ für Hardegsen-Auftritt im Gepäck

Sarah Smith wurde 1978 in einer Kleinstadt in Ontario (Kanada) geboren. Heute lebt sie in der Nähe von London, Ontario.

Für die Europa-Tour 2019 bringt sie eine „brandneue CD“ mit. Einige ihrer bisherigen Alben: A Christmas Wish (2018), Live in Concert (2018), 11 (2016), The Journey (2014), Stronger Now (2012) – 2015 erschien die live DVD Sarah Smith: Plugged and Unplugged.

Sarah Smith & Band“ sind: Sarah Smith (Gitarre, Gesang), Ken Ross (Bass), John Huff (Schlagzeug) und Deni Gauthier (Gitarre).

Ihre wichtigsten Auszeichnungen: Best Adult Contemporary at The Toronto Independent Music Awards; Best Rock Artist at the London Music Awards; and Best Singer/Songwriter & Best Rock Artist at The Jack Richardson Music Awards – ihr Kommentar: “Ich genieße das Privileg Musik machen zu dürfen mehr als irgendwelche Auszeichnungen.”

Sarah Smith & Band“ stehen auf Einladung der Kultur-Initiative Hardegsen am Sonnabend, 28. September, auf der Bühne im Muthaussaal der Burg Hardeg. Karten können im Vorverkauf für 15 Euro bei der Kulturinitiative, Burgstraße 2, erworben oder unter Telefon 05505/505890 (Dienstag von 10 bis 12, Donnerstag von 16 bis 18 Uhr) sowie per mail an info@kultur-in-hardegsen.de vorbestellt werden – die Tickets werden an der Abendkasse hinterlegt (www.kultur-in-hardegsen.de). An der Abendkasse kostet die Karte 18 Euro. Die weiteren Vorverkaufsstellen – in Hardegsen: Die Optiker, Uwe Kühn, Vor dem Tore 6 bis 8, Telefon 05505/56 95; in Northeim: Buchhandlung Papierus, Breite Straße 7, Telefon 05551/3375; in Moringen: Toto Lotto Busse, Lange Straße 39, Telefon 05554/2129.

Nach dem Konzert in Hardegsen treten Sarah Smith & Band in Hamburg und Thüringen auf. Die nächstgelegenen Bühnen stehen in Kassel (10. Oktober, Palais Hopp) und Braunschweig (18. Oktober, Barnaby’s Blues Bar). Zudem tritt die Formation in West- und Süddeutschland auf.

Vom 20. Bis 26. Oktober touren Sarah Smith & Band in den Niederlanden. Alle Tourdaten auf https://www.sarahsmithmusic.com/

Sarah Smith und ihre Euro-Band treten am 28. September in Hardegsen auf (v.l.): Ken Ross, Deni Gauthier, Sarah Smith, John Huff. Quelle: r

Von Stefan Kirchhoff

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