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Regional So läuft der Abend auf dem Göttinger Schützenplatz
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18:54 14.09.2019
Jade Bird liefert einen kraftvollen Auftritt ab. Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Die Göttinger sind ein begeisterungsfähiges Publikum. Das wird auch am zweiten Tag des NDR2-Soundcheck-Festivals auf dem Schützenplatz deutlich. Nachdem sich an Tag eins alles um den unumstrittenen Stargast Johannes Oerding drehte, zieht es nun das Publikum zu den Live-Auftritten von Jade Bird, Lina Maly und Picture This auf die große Freifläche vor der Sparkassen-Arena. Erneut versammeln sich mehrere Tausend feierwillige Menschen, um der Musik zu lauschen.

Unter ihnen sind auch Jörg, Edith und Florian Huwe. Sie sind extra aus Salzwedel angereist. „Wir sind zum zweiten Mal dabei“, sagt Jörg Huwe. Sie sind nicht wegen eines bestimmten Künstlers da, sie möchten einfach nur die Musik genießen. Die neue Location auf dem Schützenplatz sehen sie noch skeptisch: „In der Innenstadt war es irgendwie schöner.“

Die Band Aroma. Quelle: Niklas Richter

Den Abend eröffnet die Band Aroma aus Hamburg. Und die Geschmacksrichtung stimmt schon mal. „Smile like a rainbow“ heißt das erste Lied des Abends, und angesichts der dräuenden Wolken am Himmel ist das ganz passend. Der Indie-Pop geht gut ins Ohr, Sänger Milan Jasper erinnert äußerlich und stimmlich etwas an Michael Stipe von REM. Leider verpufft der starke, gefühlsintensive Auftritt ein wenig, denn der Schützenplatz ist zum ersten Auftritt spärlich besetzt, nur wenige Menschen tummeln sich vor der Bühne. „Schön, dass ihr schon hier seid, wahrscheinlich aber nicht unseretwegen“, begrüßt Jasper die Anwesenden. Schließlich stand der Auftritt nicht im Programmheft. Doch die ersten Bässe von der Bühne scheinen die Schleusen geöffnet zu haben. Mehr und mehr Menschen strömen, von der Musik wie magisch angezogen, in Richtung City-Stage.

Die Göttinger sind ein begeisterungsfähiges Publikum. Das wird auch am zweiten Tag des NDR 2 Soundcheck-Festivals auf dem Schützenplatz deutlich.

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Dermot Kennedy – das große Los

Und wie schon einen Abend zuvor mit Johannes Oerding haben die NDR 2-Moderatoren mit ihrem ersten Live-Interview das große Los gezogen. Dermot Kennedy tritt nicht nur mit seiner Kleidung (gelber Pullover, weiße Hose mit schwarzen Punkten und neongrüne Turnschuhe) sehr extrovertiert auf und plaudert fröhlich über seine ursprünglichen Pläne, Fußballer zu werden. Das Hindernis: „Ich war nicht gut genug.“ Das Geheimnis hinter seiner besonderen Stimme? „Suche ich noch.“ Verabschiedet wird er unter lautem Geschrei seiner meist weiblichen Fans, von denen einige noch mit Tickets für das ausverkaufte Konzert glücklich gemacht werden.

Jade Bird. Quelle: Niklas Richter

 

Zum Auftritt von Jade Bird ist schon etwas mehr los. Die Britin ist Alleinunterhalterin, nur mit einer Gitarre macht sie aber mit dem ersten Ton klar, wohin die Reise nun geht. Das Organ der 21-Jährigen, die unter anderem auf einer deutschen Militärbasis aufwuchs, ist kraftvoll und wesentlich tiefer, als man es bei ihrem zierlichen Äußeren vermuten würde. Dementsprechend verwundert sind die ersten Reaktionen des Publikums, doch spätestens nach dem zweiten Lied hat sie die Menge im Griff. Köpfe nicken, Hüften schwingen, Beine wippen – Birds amerikanisch wirkender Akzent reißt die Zuschauer sichtlich mit. Beeindruckend ist die phonetische Bandbreite ihrer Stimme und Lieder. Von der ruhigen Ballade bis zum schnellen Popsong ist bei Birds halbstündigen, kraftstrotzenden Auftritt alles dabei.

Kraftvollen Stimme, ruhige Lieder

Mit jeder Minute, die vergeht, füllt sich der Platz mehr, die Stimmung wird immer besser. Und auch das Wetter hat ein Einsehen: Die bedrohlichen Wolken sind zwar nicht ganz verschwunden, werden aber von der herannahenden Dunkelheit verdeckt, als Lina Maly die Bühne betritt. Ruhige Lieder, die diese Tageszeit perfekt einfangen, gepaart mit einer kraftvollen Stimme machen Lust auf mehr. Und da fängt der Abend ja eigentlich erst richtig an.

Musiker versprühen gute Laune

Der Schützenplatz rockt – darüber waren sich an den ersten beiden Tagen des Soundcheck-Festivals alle einig. Der neue Veranstaltungsort bekam von allen Seiten nur Lob. Viel Platz, viele Getränke- und Essstände mit einem umfangreichen Angebot, gute Musik und eine spitzenmäßige Live-Übertragung der ausverkauften Konzerte sorgten am Donnerstag und Freitag für gute Laune bei allen Beteiligten. Friedlich feierten die Fans ihre Stars, die sich bei den Interviews auf dem roten NDR 2-Sofa allesamt in Plauderlaune zeigten. So sprach etwa Johannes Oerding gut gelaunt über den Videodreh zu „An guten Tagen“ und über die besondere Herausforderung Tanzen, während im Publikum die Handykameras klickten. Bei Einbruch der Dunkelheit war die Szenerie noch beeindruckender, selbst wenn niemand auf der großen Bühne stand: Tausende Menschen klatschten zu den Livestreams im Takt und die Künstler in den Hallen animierten auch das Publikum auf dem Schützenplatz immer wieder zum Mitmachen.

Von Tobias Christ

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