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14:38 14.04.2019
Hamburger Ska-Punk-Legende „Rantanplan“ zu Gast in der Göttinger Musa Quelle: Jörg Linnhoff
Göttingen

Manege frei zum Abtanzen hieß es am Sonnabend in der Musa. Dort ließen die Hamburger Ska-Punk-Legende Rantanplan mit gestochen scharfem Gebläse sowie der westfälische Support Skin Of Tears mit geschliffenen Gitarrenriffs ordentlich Dampf ab und brachten die zahlreichen Fans in ausgelassene Bewegung.

Die 1991 in Wermelskirchen gegründete Melodic Hardcore Band Skin Of Tears machen den Flaschenöffner. Das Trio um den Sänger und Gitarristen Torsten „Toto“ Löhnert hat sich melodischem, schweißtreibendem Hochgeschwindigkeitsskatepunk verschrieben. „Fake My Day“ heißt ihr aktuelles Album. Messerscharfe Gitarrenriffs zur heiseren Stimme Löhnerts werden von Christian Schwandts Bass und Andreas „Andi“ Buschorns Schlagzeug non-stop und geradeaus durch den Saal getrieben. Neben eigenen Songs gibt es auch eine beschleunigte Version von Men At Works „Down Under“, bevor sie die Bühne freigeben für die Kultpunker aus St. Pauli.

Comicfans ist er seit den frühen 60er-Jahre als Lucky Lukes Hund ein Begriff. Die in Hamburg 1995 gegründete und nach ihm benannte Ska-Punk Band hat im Laufe der Jahre ein reges Musiker-wechsel-dich-Spiel hinter sich. Von den Gründungsmitgliedern Rantanplans ist nur Sänger und Gitarrist Torben Meissner übrig geblieben. Aktuell wird er begleitet von Kalle am Bass und Marlon Fertinger, an den Drums. Für das Gebläse sorgen Gero Graas an der Posaune und Wido Sauer an der Trompete.

Fast 25 Jahre Bühnenerfahrung

Im Titelstück heulen sie gleich zu Beginn den Mond im Rudel an. Die Meute wird losgelassen, und schnell wird der Titel zum Mitbrüller. War die Stimmung beim Support noch etwas bedeckt, so wird jetzt kollektiv in den ersten Reihen Pogo getanzt. Und die Band gibt ihren Fans das Futter, auf das sie gewartet haben.

„Toi, toi, toi, willkommen im Peking Bordell“ schallt es aus allen Kehlen, bevor die „Revolution“ ausgerufen wird. „Und wenn die Revolution nicht tanzbar ist, sind wir nicht dabei“, lautet das Credo. Mit „Staub“ oder „Schweinesand“ geht es in den Reggae-Modus, und da sie selbst, so Löhnert, nur ganz gute Songs machen, gebe es mit Tocotronics „Explosion“ mal ein sehr gutes Lied. Von Göttingen geht es non stop „Mit dem Nachtzug nach Paris“. Nach „Unbekanntes Pferd“ gibt es den „Partytrick“ und sie „erinnern sich an Alles“, bevor zum Kehraus mit „Rudegirl from Outta Space“ das Tempo runtergefahren wird.

Von Jörg Linnhoff

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