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Regional Sofie-Krog-Teater zeigt „The House“
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15:47 18.02.2018
Das Sofie-Krog-Teater war mit der englischsprachigen Vorstellung „The House“ im Theater der Nacht in Northeim zu Gast.
Das Sofie-Krog-Teater war mit der englischsprachigen Vorstellung „The House“ im Theater der Nacht in Northeim zu Gast. Quelle: Lisa Hausmann
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Northeim

Zu Gast im „Theater der Nacht“ in Northeim war das Sofie-Krog-Teater mit der englischsprachigen Figuren-Vorstellung „The House“. Das Haus, das selbst einen eigenen Charakter darstellt und dem Stück Anfang und Ende gibt, lädt die rund 150 Zuschauer in dem ausverkauften Saal dazu ein, sich seine Geschichte näher anzusehen.

Die beeindruckende Kulisse zeigt das Haus von außen auf einem Podest. Die Liebe zum Detail, die Sofie Krog und David Faraco allein bei der Gestaltung des Baus beweisen, ist atemberaubend. Die Kulisse gleicht bereits einem Kunstwerk. Krog und Faraco gelingt es in einmaliger Performance, ihr mittels Figuren Leben einzuhauchen. Im Kellergeschoss befindet sich ein Krematorium im Familienbetrieb, in den oberen Etagen lebt die Familie. Etwa in der Hälfte des Spiels rotiert das Haus, sodass den Rängen die Innenseite zugewandt ist.

Teuflischer Plan

Miss Esperanza, Eigentümerin des Krematoriums, liegt im Sterben und beschließt den letzten Willen ihres Testaments zu ändern. Statt an ihren Neffen Henry und seine Frau Flora soll das Geld und das Haus an die Waisen Tony und Bruno übergeben werden. Flora belauscht das Gespräch zwischen dem Anwalt und Miss Esperanza und schmiedet einen teuflischen Plan.

Das Stück wird als „comedy thriller“ betitelt und wird diesem Genre mehr als gerecht. Die Lacher des Publikums sind in den 60 Minuten die ständigen Begleiter der Handlung. Auf unnachahmbar humorvoller Basis tragen sich im und um das Haus schreckliche und abstoßende Ereignisse zu.

Schwebende Seele

Als Miss Esperanza schließlich stirbt, schwebt ihre Seele, in Form eines weißen Lichts, eine Weile ziellos durch den Raum und haftet sich an das nächste Lebendige, dass sich finden lässt – den Hund des Hauses. Verbittert stellt sie zunächst fest, dass sie sich nun ausschließlich durch bellende und winselnde Laute verständlich machen kann, die von Krog erstaunlich vielseitig zum Einsatz kommen.

Die Handlung wird mitreißend von Licht- und Musikelementen unterstützt. So erstrahlt das Haus mal im Tageslicht oder auch in bedrohlichem roten Licht. Die Musik wechselt zwischen unschuldigem Vogelzwitschern zu einem, den Spannungsbogen anziehenden, Marsch aus Trommeln und tiefen bedrohlichen Lauten.

„Ihre Hand ist heute sehr kalt“

Flora beauftragt Henry, die Leiche zu verbrennen und lediglich einen Arm übrig zu lassen. Er soll den Anwalt rufen, um das Testament erneut zu ändern. Der Anwalt, ein alter und erfahrener Mann, kommt mit ernstem Gesicht und großen Schrittes zum Haus. Seine Schwäche ist jedoch der Alkohol, mit dem Flora ihn zu sich ins Wohnzimmer einlädt. Betrunken erkennt er nicht, dass es Henry ist, der sich hinter den Bettvorhängen als Miss Esperanza ausgibt und den Arm der Toten zum Handkuss hervorstreckt. „Ihre Hand ist heute sehr kalt“, merkt der Anwalt an.

Währenddessen versucht Miss Esperanza als Hund mit den Waisen Tony und Bruno einen Weg zu finden, Flora und Henry aufzuhalten. Mit menschlichen Gestiken aber zum Bellen verdammt, ist Miss Esperanza mehrfach der Verzweiflung nahe und erheitert damit das Publikum.

Es gelingt, das Ehepaar zu überlisten. Allerdings hat die Seele in diesem Stück immer ein zweites Leben, sodass sich die bösartige Seele Floras, rot erleuchtet, in Henrys Gehirn pflanzt. Letztendlich steht das Haus wieder leer. Die Vorstellung lädt zum Nachdenken ein: „Welche Geschichten verbergen sich hinter euren eigenen Wänden?“, schließt das Haus das Stück.

Von Lisa Hausmann

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