Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional CDU, Grüne und FDP wollen Erweiterung der Lokhalle
Nachrichten Kultur Regional CDU, Grüne und FDP wollen Erweiterung der Lokhalle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:31 12.04.2019
Angriffslustig: Olaf Feuerstein, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Göttingen, und Ludwig Theuvsen, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes, tauschen sich mit Mitgliedern des CDU-Kreisverbandes über die Stadthalle aus. Quelle: Peter Heller
Göttingen

In die Debatte um die Göttinger Stadthalle kommt Bewegung. CDU, Grüne und FDP fordern die Prüfung eines Erweiterungsbaus an der Lokhalle anstelle einer Kernsanierung der alten Halle. Das hat CDU-Fraktionschef Olaf Feuerstein bei der Mitgliederversammlung des CDU-Kreisverbandes am Donnerstagabend im Hotel Freizeit In mitgeteilt.

Unter Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) sei vor etwa sieben Jahren ein Erweiterungsbau mit Konzerthalle, Foyer und Untergeschoss sowie allen nötigen technischen und akustischen Voraussetzungen für insgesamt 18 Millionen Euro brutto geplant gewesen, berichtete Feuerstein. Selbst bei der Verteuerung über die Jahre blieben die Baukosten überschaubar. „Wir glauben, dass ein Neubau nicht wesentlich teurer wird als eine Sanierung“, sagte Feuerstein mit Blick auf die von der SPD favorisierte Kernsanierung der Stadthalle am Albaniplatz.

Planung und Finanzierung über die GWG?

Auch Dinah Epperlein, Leiterin des Fachdienstes Hochbau und Objektverwaltung, kennt die Pläne eines Lokhallen-Erweiterungsbaus. Sie allerdings bekräftigt, es habe sich um eine Machbarkeitsstudie gehandelt, also nicht um einen Bauplan. Laut Epperlein seien bei der Studie viele Posten wie beispielsweise Licht- und Tontechnik nicht eingerechnet gewesen – ein üblicher Vorgang. Die Machbarkeitsstudie gründe auf einer Kapazität von 1000 Plätzen, der Fraktionen fordern in ihrem Antrag eine Erweiterung auf 1400 Besucher. All das „eingerechnet, sind wir schnell bei der Summe, die wir auch für einen Neubau veranschlagt haben“, sagt Epperlein.

Planung und Finanzierung solle über die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung (GWG) erfolgen. Feuerstein: „Wen können wir besseres finden?“ Die GWG sei nicht nur Betreiberin der Stadthalle und der Lokhalle. Sie habe sich besonders bei Bauprojekten als verlässlicher Partner und Generalplaner bewiesen. „Dass SSP, der jetzige Sanierer der Stadthalle, nicht für so ein großes Projekt in Frage kommt, sieht man aktuell an der Stadthalle Karlsruhe“, meint Feuerstein. Dort sei die Sanierung der Stadthalle 2016 begonnen worden. Geplante Kosten: 34 Millionen Euro. Die Eröffnung sei von 2019 auf 2021 verschoben worden und die Kosten auf annähernd 80 Millionen Euro gestiegen.

Diverse Brandschutzgutachten studiert

Auf die Frage eines Mitgliedes, ob die alte Stadthalle während eines Neubaus nicht weiter betrieben werden könnte, antwortete Feuerstein, er habe diverse Brandschutzgutachten der Stadthalle studiert. Einige Mängel hätten tatsächlich beseitigt werden müssen. Doch eine Empfehlung, die Halle zu schließen, habe er nicht gefunden.

TÜV und Versicherung hätten aber eine Frist bis Ende 2018 zum Betreiben der Stadthalle gesetzt, berichtet Dietmar Lemke, technischer Leiter der Stadthalle und nach eigenen Angaben seit 30 Jahren mit dem Bau vertraut. Er zeigt im Inneren des Gebäudes die Zeugnisse von Wasserschäden, zum einen verursacht durch das undichte Dach, zum anderen durch undichte Rohre im Keller. Ende der 1990er-Jahre seien Brandschutzklappen falsch eingebaut worden. Die Brandmelde-Anlage sei ausgereizt, ein Betrieb nicht mehr möglich. Die Lüftungsanlage sei noch original aus den 60er-Jahren und dürfe unter anderem wegen problematischer Filter nicht mehr genutzt werden. In beiden Fahrstühlen fehlen Notrufe, auch sie sind stillgelegt. „Hier greift eins ins andere“, sagt Lemke, „wenn du eins anfasst, folgt gleich das nächste.“ Epperlein bestätigt seine Einschätzung.

Schadhaftes Betonwände sowie museale und defekte technische Anlagen.

Die Stühle, mit denen die Stadthalle bestückt werden konnte, stehen hingegen gestapelt und säuberlich in Folie verpackt auf der ehemaligen Bühne. Sie sollen aufgearbeitet und in einer sanierten oder neu gebauten Halle zum Einsatz kommen. Obwohl sie bereits Jahrzehnte im Einsatz gewesen seien, seien sie noch sehr gut in Schuss, sagt Lemke. Ein neuer Stuhl koste etwa 300, eine Aufarbeitung 150 Euro. Der Hersteller habe sie auf die Idee gebracht. Denn er habe das Mobiliar zurückkaufen wollen

Eine Wiederaufnahme mit nur wenigen Reparaturen – auch nur vorübergehend – schließen Lemke und Epperlein kategorisch aus. Lemke verweist auf eine große TÜV-Abnahme, die dafür notwendig sei. Epperlein nennt das Gebäude „überreizt“. Sie hält einen Betrieb für viel zu gefährlich

Kooperationsbereitschaft der CDU

Derzeit kämpft die CDU für einen Hallenneubau. Sollte die Entscheidung jedoch für eine Kernsanierung fallen, kündigt Feuerstein auch bei diesem Plan die Kooperationsbereitschaft der CDU an. „Am Ende muss eine zügige Entscheidung stehen – und eine Stadthalle.“

Der Antrag, einen Anbau an die Lokhalle zu prüfen, wird in der gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschusses der Stadthalle und des Ausschusses Bauen, Planung und Grundstücke am Donnerstag, 25. April, um 16 Uhr im Ratssaal des Neuen Rathauses, Hiroshimaplatz 1-4 in Göttingen, beraten.

Von Peter Krüger-Lenz

Die Malerin Gabriele Schaffartzik stellt Werke in der Christophorus-Kirche in Reinhausen aus. Die Ausstellung „Das Warten der Kreatur“ wird am Ostermontag um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst eröffnet.

12.04.2019

Um Zufälle und Schicksal, Trauer und Schuld geht es in Marion Braschs Roman „Lieber woanders“. Am Donnerstag las die Berliner Hörfunkjournalistin aus ihrem Buch im Literarischen Zentrum Göttingen.

15.04.2019

Unter dem Motto „Brückenschlag“ stehen die Bursfelder Sommerkonzerte vom 16. Juni bis 8. September. Die Konzerte bestreiten das Tangosextett „fauxpas“, „triMOTION“, das Duo „ParnassoLatino“ und das Blockflötenensemble „Trio Viaggio“.

11.04.2019