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Regional Star-Besuch im Göttinger Cinemaxx
Nachrichten Kultur Regional Star-Besuch im Göttinger Cinemaxx
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18:05 13.03.2012
Bewährtes Team: Regisseur Borat Dagtekin (links) mit Hauptdarsteller und Mädchenschwarm Elyas M’Barek.
Bewährtes Team: Regisseur Borat Dagtekin (links) mit Hauptdarsteller und Mädchenschwarm Elyas M’Barek. Quelle: CH
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Göttingen

 „Ja, er ist süß. Ja, er sieht gut aus“, erzählt eine von ihnen ihren Freundinnen. M’Barek war am Montagabend in das Göttinger Kino gekommen um seinen Film „Türkisch für Anfänger“, der Film zur gleichnamigen Vorabendserie, anzupreisen, der am Donnerstag anläuft und in Göttingen vorab zu sehen war. Und viele der Mädchen wollten ihn einfach nur drücken.

Der Film markiert den Beginn der Geschichte, die bereits in den drei Staffeln der preisgekrönten Serie zu sehen war, die Geschichte einer interkulturellen Patchwork-Familie. Deutsche Mutter mit zwei Kindern lebt zusammen mit türkischem Vater und zwei Kindern. Diesen Cem spielt M’Barek, einen testosterongeschwängerten Supermacho, der aber eigentlich total nett ist. Jetzt endlich darf er Lena (Josefine Preuß) kennenlernen, die junge Frau, mit der er künftig dann in dem etwas chaotischen Haushalt zusammenleben wird, weil sein Vater und ihre Mutter sich ineinander verlieben.

Stärken von Film und Serie

Vorher allerdings muss der Nachwuchs auf dem Weg ins Urlaubsparadies einen Flugzeugabsturz überleben und einige Tage auf einer einsamen Insel auf die Retter warten. Cems ziemlich religiöse Schwester Yagumar (Pegah Ferydoni) ist noch dabei und der stotternde Grieche Costa (Arnel Taci). Cem will natürlich der Chef sein, doch Lena hat eine emanzipatorische Erziehung genossen. Mehrfach muss Cem schließlich Lena das Leben retten, die Ehre seiner Schwester verteidigen, für Essen sorgen und sich natürlich verlieben.

Eine der Stärken von Film und Serie sind seine Darsteller. Die spielen tatsächlich überzeugend, sind niedlich tolpatschig und haben ganz große Herzen. Autor und Regisseur Bora Dagtekin trifft mit Film und Serie einen erstaunlichen Ton. Das ganz große Kino strebt er nicht an, aber er lässt die kulturellen Welten aufeinanderprallen, dass es nur so donnert. Doch er denunziert die Figuren nicht, sondern zeichnet sie sehr liebevoll mit ihren Schwächen.

Dagtekin erzählt politisch unkorrekt, manchmal zotig und erstaunlich witzig. Der Plot ist leicht seicht und deswegen auch vorabendtauglich, aber die Film-. und Fernsehfamilie Öztürk hat zweifellos viel zum gegenseitigen Verständnis beigetragen. Der Film nun ist manchmal kitschig oft unglaubwürdig, nur ein bisschen spannend und voller Klischees – aber dann auch wieder einfach sympathisch.

„Mann aller Männer“ zum Kuscheln

Eine halbe Stunde Autogramme geben, kurz einen Happen Essen, dann rein in den Kinosaal. 15 Minuten Spaß mit den Fans, noch schnell zu den Journalisten. Der mitgereiste Vertreter des Filmverleihers Constantin hat einen engen Zeitplan gestrickt, und er bewacht seine Schützlinge mit Strenge. Ein, zwei Fragen, dann ist der nächste dran, ordnet der forsche Organisator an. Den Star des Abends, Elyas M’Barek kündigte er im Filmsaal als „den Mann aller Männer“ an. Der sprüht vor guter Laune, ist auch zu körperlicher Nähe bereit. Streng reagiert er nur auf die Journalistenfrage nach seinem Verhältnis zu Kollegin Josefine Preuß, die die Lena spielt: „Privat bleibt privat.“

Ab Donnerstag im Göttinger Cinemaxx.