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Regional Starkes Liebespaar und schlichte Elemente
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18:30 30.07.2009
Erotik für den Finstermann im Rollstuhl: eines der „Bilder einer Ausstellung“.
Erotik für den Finstermann im Rollstuhl: eines der „Bilder einer Ausstellung“. Quelle: Opitz
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Gerade ist der rauschende Applaus verklungen. Jetzt feiern die Tänzerinnen und Tänzer im Theater im OP in Göttingen mit Freunden und Verwandten die gelungene Premiere. Statt sich in das Festgetümmel zu stürzen, huscht Selen Erdogmus zurück zum Theatereingang und zeichnet in einem dort abgelegten Buch den reibungslosen Ablauf des Abends ab. Dieses Pflichtbewusstsein und einen klaren Kopf brauchte die Regisseurin und Choreographin, um ihr Projekt – das Tanztheaterstück „Bilder einer Ausstellung“ nach Modest Mussorgsky – zu stemmen. Professionell.

Aus 50 Bewerbern wählte sie 19 Tänzerinnen und Tänzer für die Produktion aus. Zusammen mit dem Leitungsteam, den Technikern und zahlreichen Statisten, die für Videoaufnahmen benötigt wurden, kamen so mehr als 100 Menschen zusammen, die Erdogmus koordinierte. Herausgekommen ist eine erstaunliche Szenencollage.

Mussorgsky komponierte den Zyklus 1874 ursprünglich für Klavier als Erinnerung an seinen Freund, den Architekten Viktor Hartmann. Er ließ sich von einer Ausstellung mit Werken Hartmanns dazu anregen. Regisseurin Erdogmus wiederum ließ sich von der Musik Mussorgskys anregen und entwickelte 26 Szenen, deren Inhalt zwischen ganz realen Alltagssituationen („U-Bahn“, „Büro, Büro“) bis hin zu emotionalen Situationen („Angst“, „Gefühllosigkeit“) reicht. Sehr abwechslungsreich und vielfältig hat sie diverse Tanzformen von klassischem Spitzentanz bis hin zu Jazzdance-Elementen einfließen lassen.

Im Ensemble finden sich erfahrene Tänzer neben Anfängern, Halbprofis neben Freizeittänzern. Dementsprechend unterschiedlich sind auch die einzelnen Szenen gelungen.

Vier Elemente

Hier reicht das Spektrum von der eher schlicht geratenen Auseinandersetzung der vier Elemente untereinander – zuviel raschelnde Plastikfolie statt plätschernden Wassers, zuviel Maske statt lodernden Feuers. Bemerkenswert dagegen das Spiel des Rollstuhl fahrenden Tobias Wojcik als Baby und lüsterner Großkotz. Berührend die Zurückweisung und Annäherung eines liebenden Paares, getanzt von Mareike Hemmeke und dem Star des Abends, Sebastian Wartini. Ein kurzweiliger, oft spannender Tanztheaterabend – der erste seit 25 Jahren im ThOP.

Weitere Vorstellungen: 31. Juli, 1., 4., 5., 7., 8., 11., 14. und 15. August um 20.15 Uhr im Theater im OP, Käte-Hamburger-Weg 3 in Göttingen. Kartentelefon: 0551/397077.

Von Peter Krüger-Lenz

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