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Regional „Steidl – den erwischen Sie nie“
Nachrichten Kultur Regional „Steidl – den erwischen Sie nie“
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19:26 26.11.2010
Von Angela Brünjes
Bei der Arbeit in der Druckerei: Verleger Gerhard Steidl.
Bei der Arbeit in der Druckerei: Verleger Gerhard Steidl. Quelle: Verleih
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Nach der Welturaufführung auf dem Dokfest in Leipzig im Oktober und dem 3sat-Fernsehtermin im November, wird der 88 Minuten-Streifen von Jörg Adolph und Gereon Wetzel im Göttinger Sterntheater gezeigt.

„Guckt, was ihr filmen wollt. Ihr filmt solange, bis ihr euren Film zusammen habt. Das ist eure Arbeit, davon verstehe ich nichts“, beschied der 1950 in Göttingen geborene Steidl die Filmemacher. Die folgten der Vorgabe, filmten im Verlagsgebäude in der Göttinger Innenstadt und reisten mit Steidl zu Kunden in aller Welt. „Zehn Termine an einem Tag. Das geht zack zack“, habe Steidl ihnen angekündigt.

Gelungen ist Adolph und Wetzel, die den Verleger ein Jahr begleiteten, ein Blick auf die Welt der Herstellung von Büchern nach Art von Steidl. Der ist ein Drucker, der das Handwerk beherrscht. Weil das für ihn Priorität hat, hat er auf seine Art Erfolg als Verleger.
Rastlos sind die Filmsequenzen mit klaren Dokumentarfotos und künstlerischem Filmflimmern. In Leipzig vergab die Jury den Preis „Golden Dove“. Der Film habe seine eigene Bildsprache gefunden und „das Herz des Betrachters tief berührt“ wurde geurteilt. Von der Werkstatt – „ich verstehe das mehr als Labor denn als Druckereifirma“, sagt Steidl in seiner typischen Arbeitskleidung, dem weißen Kittel – geht es zu Literaturnobelpreisträger Günter Grass nach Lübeck. Dem redet er eine Schrift aus: „zu spillerig“. In der arabischen Wüste findet er Steine und überlegt, welche Druckfarbe deren Ton trifft.

Ein Kunde sagt ihm: „Papiergeruch, das ist dein Parfum.“ Der Film beschreibt Steidls Fasziniation für Papier, die ihm anhaftet, ihn antreibt, ein Werk in die perfekte Form zu bringen. Sehr selbstbewusst überzeugt er mit klaren Argumenten und sparsamer Mitteilsamkeit. Wenn es um ihn geht, hält er sich zurück. Als jemand bei einer Buchvorstellung in London „Steidl, den berühmten Drucker“ sucht, geht der Film vieldeutig zu Ende: „Den erwischen Sie nie“, sagt Steidl.

„How to make a book with Steidl“ von Jörg Adolph und Gereon Wetzel, Deutschland 2010, 88 Minuten, wird am Mittwoch, 1. Dezember, um 20.30 Uhr im Göttinger Kino Sterntheater, Sternstraße 7, gezeigt.

Gewinnspiel

Zu der Filmvorführung verlost die Tageblatt-Redaktion 25 mal zwei Freikarten. Die Preisfrage: In welcher Göttinger Straße ist der Verlag angesiedelt? Ihre Antwort geben Sie am heutigen Sonnabend zwischen 11 und 13 Uhr unter Telefon 01 37 / 860 02 73 (50 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise können abweichen). Die Freikarten werden unter den Anrufern ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.