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Regional 100 mal Scrooge und Scratchit
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00:19 24.12.2017
Die Stillen Hunde - (v. l.) Stefan Dehler und Christoph Huber - spielen in diesem Dezember zum 100. Mal "Eine Weihnachtsgeschichte nach der Erzählung von Charles Dickens". Quelle: Richter
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Göttingen

Die Premiere ihrer Produktion „Eine Weihnachtsgeschichte“ haben Christoph Huber und Stefan Dehler von den Göttinger Theatermachern „Stille Hunde“ im Jahr 2009 gefeiert. Jetzt steht ein Jubiläum an. Die – ausverkaufte – Vorstellung am Freitag, 22. Dezember, auf der Kleinkunstbühne in Geismar wird die 100 Vorstellung sein.

Huber hat eine schlichte Erklärung dafür, warum klar ist, dass die 100. Vorstellung ansteht. Er spielt viele Rollen in der Zwei-Personen-Produktion, eine davon ist Bob Scratchit. Und der ist Buchhalter von Scrooge, den Stefan Dehler spielt. Huber führt auf der Bühne einfach Statistiken – wie viele Vorstellungen, wie viele Besucher, wie hoch die Einnahmen. Deswegen kann er jetzt auch schnell nachschlagen. Häufiger waren sie mit ihrer „Weihnachtsgeschichte“ nach Charles Dickens in der Schweiz unterwegs, dem Vaterland Hubers. Regelmäßig treten sie im Apex, ihrem Stammhaus. Bereits zum fünften Mal spielen sie es jetzt auf der Kleinkunstbühne. Kurios die Vorstellung auf Schloss Hardenberg für die Vorstände eines internationalen Konzerns. Sie hätten auf Deutsch gespielt, erinnert sich Huber, den üblichen Ablauf in drei Teile geteilt und zwischen den Gängen beim festlichen Essen aufzutreten. Vorher habe es eine englische Zusammenfassung gegeben.

Schulklassen besuchen ihre Vorstellungen, alleine 700 Schüler in der Eichsfeldhalle in Duderstadt. Aber es kommen auch Firmenmitarbeiter als Teil ihrer Weihnachtsfeier, während einer Vorstellung in der Aegidienkirche in Hann. Münden schon recht angesäuselt und lautstark, erzählt Huber fröhlich, Publikum zwischen mucksmäuschenstill und weihnachtsfeierlaut eben. Beide erinnern sich an eine der schönsten Vorstellungen für 16 Schüler der Behinderteneinrichtung des Christophorushauses. Eigens für sie hatten sie einen Termin angesetzt in der Hoffnung, weitere Besucher animieren zu können. Es wurden aber nicht mehr. Da sei die Gage egal und der Spaß stehe im Vordergrund.

Spielbar ist die Weihnachtsgeschichte nur in der Adventszeit, also ballen sich die Vorstellungstermine im Dezember. Auf zehn bis 13 Vorstellungen kommen die „Stillen Hunde“ jedes Jahr. Immer verzeichnen sie dabei rund 1000 Besucher, in einem Jahr sogar 1432. In einer Spielzeit hatte auch das Deutsche Theater Göttingen die „Weihnachtsgeschichte“ auf den Spielplan gesetzt, „da haben wir innerlich geflucht“, sagt Huber. Das habe ihnen aber nicht geschadet. Inzwischen gebe es Besucher, die schon achtmal in Vorstellungen gewesen wäre, sagt Huber, und diesmal liefert Dehler die Erklärung. „Dickens hat ein sehr robuste Geschichte geschrieben“, und sie hätten eine spartanische Fassung diese bildgewaltigen Werks inszeniert. Dehler: „Wir waren von Anfang an total karg.“ Ihr Produktion funktioniere „auf großer Bühne, kleiner Bühne und Pausenhallenbühne“, berichtet Huber. Und Dehler ergänzt: „Die alte Dame Theater kann noch ganz viel.“

Vor jeder Neustart haben die „Stillen Hunde“ ihren Ablauf. Es gibt eine Durchsprech- und eine Wiederaufnahmeprobe. Auch ins alte Regiebuch werde noch mal geschaut, sagt Dehler. „Wir haben Respekt davor.“ Wie lustvoll können die beiden denn den adventlichen Vorstellungsmarathon mit bis zu drei Vorstellungen am Tag jedes Jahr noch angehen? „Das ist wie mit Christbaumschmuck“, erklärt Dehler. Den woll er ja auch nicht das ganze Jahr über liegen haben. Wenn Weihnachten dann näher rückt, „freue ich mich drauf“. Und Huber ergänzt: „Die Inszenierung ist für uns wie ein Geschenk. Sie passt auf unsere Typen und sagt viel darüber aus, wie wir Theater sehen.“ Eine Routine habe sich allerdings doch eingeschlichen, über die sei er aber heilfroh, sagt Huber. Für die vielen Rollen, die er in der Produktion spiele, müsse er sich immer wieder umziehen – auf engstem Raum auf der Bühne. Die Handgriffe säßen jetzt automatisch.

Spitzenreiter ist die weihnachtliche Produktion übrigens nicht in den Annalen der „Stillen Hunde“. Huber: „Den Maulwurf haben wir sicher mehr als 200 mal gespielt.“ Da allerdings ist kein Buchalter auf der Bühne.

Von Peter Krüger-Lenz

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