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Regional Stimmgewaltige Mönche im Kunstnebel
Nachrichten Kultur Regional Stimmgewaltige Mönche im Kunstnebel
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20:16 18.01.2017
Von Michael Caspar
Exzellente Stimmen, überwältigende Lichtshow: Gregorians in der Lokhalle.foto: Mischke Quelle: Christoph Mischke
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Göttingen

Reichlich Kunstnebel sorgte für mystische Stimmung. Während die stimmgewaltigen Sänger ihre erhaben-pompösen Interpretationen großer Hits elektronisch verstärkt und von einer Band begleitet vortrugen, jagte ein Bühnenknaller den nächsten. Schlagzeuger Harry Reischmann schwang brennende Trommelstöcke und spuckte Feuer. Meterhohe Flammen schossen beim AC/DC-Klassiker „Hells Bells“ hinter den Mönchen in die Höhe. Beim a-ha-Song „Crying in the Rain“ standen die Sänger unter tropfenden Regenschirmen.

Mönche im schwarzglitzernden Habit schritten über die Bühne

Es schwebten Seifenblasen von der Decke herab, Luftschlangen schossen über die Zuhörer hinweg. Und unter dem stillen Kommando des Dance Captains Richard Naxton schritten die Mönche im schwarzglitzernden Habit beim Singen fortwährend über die Bühne, als seien sie in einem Kreuzgang unterwegs. Für Kontrast zu den tiefen Männerstimmen sorgte Amelia Brightman. Zu Ramsteins brachialem „Engel“ trug sie ein Kostüm mit Flügeln.

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Mit Kontratenor Narcis Iustin Ianau, der seit 2013 mit den Gregorians zusammenarbeitet und seit 2015 Engagements an der Rumänischen Nationaloper hat, sang sie ein bewegendes Duett: „Time To Say Goodbye“. Der 21-Jährige, der seine Gesangskarriere mit fünf Jahren in einem katholischen Kirchenchor begann, erreichte unter anderem in Joachim Witts „Gloria“ schwindelerregende Tonhöhen.

Exzellenten Stimmen auch ohne Elektronik

Dass die Künstler in Mönchskutten mit ihren exzellenten Stimmen auch ohne Elektronik auskommen, bewiesen sie mit drei A-cappella-Stücken. Im Publikum stehend trugen sie unter anderem Reinhard Meys „Gute Nacht, Freunde, es ist Zeit für uns zu gehen“ vor. Ihrem begeisternd klatschenden Publikum deuteten sie an, dass es - anders als angekündigt - wohl doch nicht ihre letzte Show sei.

Seit Ende der 90er Jahre steht die Band auf der Bühne. Gegründet worden ist sie vom Hamburger Produzenten Frank Peterson. Ihm war die Idee zum neuen Crossover-Genre des Gregorianik-Pops während des Besuches eines spanischen Klosters gekommen.

Im Mai 2016 brachten die Master von Chant ihr 17. Album heraus: The Final Chaper, „das letzte Kapitel“. Ihre Abschiedstournee setzen sie dann wegen des Erfolgs in diesem Jahr fort. Vielleicht ständen sie Ende des Jahres 2017 in Göttingen mit einem Weihnachtsprogramm wieder auf der Bühne, kündigte ein Sprecher an. Das Publikum klatschte stehend.