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Regional Rückkehr mit Rausch und Rock
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14:23 27.09.2019
Ihre zweite EP hat das Trio in den legendären Wisseloord Studios in Hilversum aufgenommen. Band Supertrawler  Quelle: lin
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Göttingen

Psychedelic-Rock, in Anspielung auf die Droge LSD auch Acid-Rock genannt, ist eine Mitte der sechziger Jahre entstandene Musikrichtung. Das Amsterdamer Trio „Supertrawler“ mit dem Göttinger Musiker Felix Barth hat diesen Sound wiederbelebt und auf ihrer Tour auch Station im Nörgelbuff gemacht. Den Support machte das Göttinger Quartett „Sleeves“ mit ihrem selbstbenannten „UFO Pop“.

Sleeves, die gerade das Landesfinale des Local Heroes Wettbewerbs erreicht haben, spielen mitreißend wuchtigen Indie-Rock im Post-Punk Gewand, getragen von der coolen, dunklen Stimme ihres charismatischen Leadsängers und Gitarristen Sacha Kugler. Zu Songs wie „Mirrorball“ legen Bassist Jonas Brokop und Drummer Jonas Jordan melodisch, klar und blitzsauber auf den Punkt gesetzt den Rhythmus, über den E-Gitarrist Anh Pham feine, teils ausladende Gitarrensoli legt. „Miracles“ beginnt mit solch flirrend, glasklaren Gitarrensounds, bevor das Stück richtig zündet. Mit „Little Tiger“ bereiten sie zum Ende wuchtig die Bühne für Supertrawlers Psychedelic Trip.

Die gerade veröffentlichte, selbstbetitelte zweite EP hat das Trio gemeinsam mit dem Grammy-nominierten Produzenten Attie Bauw in den legendären Wisseloord Studios in Hilversum aufgenommen. Auf ihrer Record-Release-Tour machten sie nun aus alter Verbundenheit Barths zu seiner ehemaligen Heimatstadt auch im Nörgelbuff Station. Ihr Lablechef sei sogar zu dem Konzert extra aus Wien angereist, erzählt Barth während des Konzerts.

Den inzwischen in Berlin lebenden Sänger und Bassisten des Trios zog es 2010 nach Amsterdam, wo er während eines Jazzstudiums „Supertrawler“ gründete. Vorher hatte er schon in diversen Göttinger Bands wie Black & Schwarz, Merry-go-round oder Jian & Friends musikalische Spuren hinterlassen. Mit dem in Granada lebenden Tony Molina an der E-Gitarre und dem Niederländer Mats Voshol am Schlagzeug ist das klassische Rock-Trio komplett.

„Nazareno“ beginnt etwas versponnen mit treibenden, trockenen Drums, bevor es übergangslos in einen treibenden Rock-Song übergeht. Neben richtigen Krachern haben sie aber auch ruhigere Songs, wie das melodische fast verträumt daherkommende Titelstück ihrer ersten EP „Voyagers“ im Programm. Garniert mit kleinen Gitarreneffekten und Wechselgesang schwebt Barths Stimme wohltuend im Raum.

Magischer Höhepunkt ihres Auftritts ist das epische Instrumentalstück „The Rise And Fall Of Yucca City“. Zu dumpfem, schleppenden Rhythmus und halligen Gitarreneffekten spielen sie sich langsam in einen tranceartigen Rausch. Molina jagt ausufernde, wilde Soli in den Raum, bis sie das Ganze langsam wieder runterfahren und leise ausfaden.

Ähnlich, wie später der Progressive-Rock der 70er Jahre, sprengte auch der Psychedelic-Rock die ursprünglichen Grenzen eines Songs mit ausufernden Instrumentalimprovisationen. Populäre Vorreiter dieser Musik waren Bands wie die frühen Pink Floyd unter Syd Barrett, Jefferson Airplane, Grateful Dead, The Doors oder Jimi Hendrix Experience.

Ihre Musik sei auch inspiriert vom Stoner Rock der kalifornischen Band „Queens of the Stone Age“, die sie neben „Nirvana“ oder der australischen Band „Tame Impala“ beeinflusst habe, erzählt Barth in einem Gespräch nach dem Konzert.

Fast schon leicht poppig marschiert zum Ende ihre aktuelle Single „Misfit Days“. Barths Stimme scheint sich im Raum zu verlieren, umhüllt von verzerrten Gitarrenklängen. Laute „Zugabe“ Rufe begleiten den Abgang der Band, die einen berauschenden Auftritt hinlegte.

Von Jörg Linnhoff

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