Suzan Köchers Suprafon im Dots in Göttingen
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Regional Suzan Köcher’s Suprafon begeistern im Dots
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10:50 15.02.2020
Suzan Köcher’s Suprafon bringt die Besucher des Dots in tranceartige Stimmung.  Quelle: Linnhoff
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Göttingen

Die Band scheint wie aus einer anderen Zeit gefallen. Suzan Köcher’s Suprafon mischen Spuren von düsterem Krautrock, verspieltem Psychedelic Folk und melancholischem Dream Pop zu einem stimmigen Ganzen.

Die knapp 25-jährige Musikerin Suzan Köcher stammt aus Solingen. Für ihr zweites Album „Suprafon“ haben sie und ihre Musiker Inspirationen auf einer gemeinsamen Reise in Tschechien gesammelt. So ist das Album auch nach einem gleichnamigen tschechischen Studio benannt. Aufgenommen wurden die Songs dann aber in Austin, Texas und es finden sich sowohl tschechische wie englische Titel darauf.

Fesselndes Miteinander

Köchers faszinierende Stimme wirkt mal lasziv gehaucht über allem schwebend, dann wieder prägnant klar, hat etwas Mystisches und bewegt sich irgendwo in dem magischen Dreieck einer Nico, Inga Rumpf oder Andrea Schroeder. Sie schmeichelt sich, einem Instrument gleich, förmlich in die Songs und wird dabei von druckvollen Drums zu synthti- und gitarrenlastigen Klangspektren durch den Raum getragen. Verantwortlich für dieses fesselnde Miteinander aus flirrenden Gitarren und analogen Synthi-Sounds sind neben Köcher noch Julian Müller an Gitarre und Gesang, Jens Vetter, Drums und Keyboards sowie Alfie Joy am Bass.

Die ausgekoppelte Single Peaky Blinders beinhaltet alle Facetten ihres unwiderstehlichen Klangkosmos. Zart verspielte, tropfende Klänge werden von dumpfen Drums zu hallig, sphärischen Gitarrenlicks, flächigen Keyboardsounds und schleppendem Rhythmus übernommen. Köcher’s Stimme klingt wie ein entrückter Chor, bevor sie langsam in den Vordergrund tritt.

Tranceartige Stimmung

Dunkle kraftvolle Drums treiben „Poisonous Ivy“ und „When The Night Comes“ voran und lassen die Besucher in eine tranceartige Stimmung und Bewegung fallen. Songs wie „Cinnamon“ oder „Píseň dne“ kommen luftig, leicht und fast sommertauglich daher. Mit „Too Young“ treiben die Musiker dann ein teuflisches Spiel in epischer Breite und lassen Ihre Instrumente in allen Farben sprechen. Müller schwingt sich ans Schlagzeug und überlässt Köcher die Gitarrenarbeit, während Vetter seinen Keyboards Klänge wie aus fernen Galaxien kommend entlockt.

Suzan Köcher’s Suprafon live in Berlin

Ohne Zwischenkommentare setzen sie Song an Song. Nur eine fremdsprachige Stimme macht zum Ende von „Pěšky do města“ eine Ansage aus dem Off. Die gesamte Band scheint sich im Laufe ihres Auftritts mehr und mehr in einen ureigenen Klangkokon einzuspinnen. Köcher singt fast ausschließlich mit geschlossenen Augen. Ihre wandelbare Stimme scheint immer mal wieder in Raum und Zeit zu entschweben. Hier werden Geister früherer Jahre beschworen, ohne dass die Band dabei ihre Eigenständigkeit verliert.

Furioses Abschlussmanifest

Mit den Titelsongs ihrer Alben „Suprafon“ und „Moon Bordeaux“ setzen sie ein furioses Abschlussmanifest, bevor Köcher sich doch noch zu einer Ansage hinreißen lässt und die begeisterten Besucher auf den gut bestückten Merchstand aufmerksam macht, der nach dem Konzert dann auch stark belagert wird.

Ein abgefahrenes Konzerterlebnis, hypnotisch, tanzbar, teils düster melancholisch, voller faszinierender Klangfarben, dargeboten von einer prächtig harmonierenden energetischen Band, die nach zwei Zugaben mit großem Applaus von den zahlreichen Besuchern verabschiedet wird.

Suzan Köcher’s Suprafon

Suzanne Köcher, Sängerin und Musikerin aus Solingen, begann ihre Karriere bei der Solinger Palace Fever, die 2015 ihr erstes Album veröffentlichte. Dort lernte sie auch einen Teil ihrer heutigen Mitmusiker kennen. Die 24-jährige beschwört mit ihrer Musik den Geist der 1960-er und 1970-er Jahre. Nach ihrem 2017 erschienen Vorgängeralbum „Moon Bordeaux“ hat sie 2019 ihr aktuelles, von einer Reise in Tschechien inspiriertes und in den „Ice Cream Factory Studios“ in Austin, Texas, aufgenommenes Album „Suprafon“ veröffentlicht.

Den Titel hat Köcher auch in ihre Bandbezeichnung mit aufgenommen, in der noch Gitarrist Julian Müller, Bassist Alfie Joy und Schlagzeuger Jens Vetter mitmischen. Ihre Musik ist eine Mischung aus verspieltem Psychedelic-Rock, Westcoast-Pop, düsterem Krautrock und melancholischem Dream-Pop.

„2019 wurde die Band zum „South by Southwest“ (SXSW) eingeladen, einer jährlich im März in Austin, Texas, stattfindende Veranstaltung, die Festivals, Konferenzen und Fachausstellungen vor allem in den Bereichen Musik, Film und interaktive Medien vereint.

Weitere Informationen unter www.suzankoecher.com

Die Besetzung:

Suzan Köcher, Gesang, E-Gitarre

Julian Müller, Gitarre, Gesang, Synthesizer

Jens Vetter, Drums, Mellotron, Synthesizer

Alfie Joy, Bass, Piano

Von Jörg Linnhoff

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