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Regional Swingender Händel und Jazzhits
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20:33 05.03.2012
Virtuos: Trio „Barocco Nuevo“.
Virtuos: Trio „Barocco Nuevo“. Quelle: Vetter
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Göttingen

Gleich mit Händel und dem langsamen Satz aus einem seiner Orgelkonzerte eröffnet das Trio sein Konzert im Saal des Apex, der mit einigen Dutzend Besuchern recht gut gefüllt ist. Das Besondere an der Triobesetzung ist die Laute: Andreas Düker spielt den Nachbau einer Erzlaute aus dem 16. Jahrhundert und übernimmt in vielen Stücken die Führung. Martin Tschoepe am Kontrabass und Ray Kaczynski am Schlagzeug begleiten mit wohldosierter Virtuosität und setzen solistisch-virtuose Glanzlichter.

Das Programm ist wahrhaft bunt gemischt: Es reicht von Jazz-Standards über weitere Bearbeitungen nach Händel bis zum Rock-Klassiker „House of the Rising Sun“. Überraschend gut passen Klang und geläufiges Spiel der Laute zu dem Musicalhit „My Favorite Things“ (aus „The Sound of Music“). In bester Spiellaune präsentiert das Trio den unverwüstlichen Jazz-Klassiker „Take Five“. Den oft gehörten Händel-Arien „Lascia ch‘io pianga“ und „Ombra mai fu“ hingegen wissen die Musiker in ihrer Version kaum neue Facetten hinzuzufügen.

Nach der Pause überzeugt das Trio mit Joe Zawinuls „Merci, Merci, Merci“: Behutsam reicht Düker die eingängige Melodie an Tschoepe weiter, der sie fortspinnt, bis Kaczynski mit luftigem Schlagzeug-Groove einfällt – Jazz in kammermusikalischer Feinabstimmung.

Insgesamt zeigt der Abend dann aber doch die Grenzen der Laute auf: Auch elektrisch verstärkt ist sie kein Jazzinstrument und bleibt etwa in punkto Dynamik deutlich hinter dem Klavier zurück, dessen Stelle sie ja vertritt. So fehlt dem durchaus swingenden Klangstrom hier und da der treibende Motor. Viel Applaus zuletzt für die Musiker und ein Programm, das nur gelegentlich inspirierende Begegnungen bot.

Von Matthias Körber