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Regional Szenegrößen und lokale Musiker beim 41. Göttinger Jazzfestival
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16:46 30.08.2018
Mitglieder des Vereins hinter dem Göttinger Jazzfestival bei der Präsentation des diesjährigen Festival-Programms. Quelle: hö
Göttingen

Nicht groß, aber facettenreich präsentiert sich das Göttinger Jazzfestival ab dem 10. November. Auf drei Bühnen treten im Deutschen Theater (DT) Interpreten aus fast allen Spielarten des Genres auf, hinzu kommen Konzerte und Veranstaltungen auch in anderen Spielstätten im Landkreis Göttingen.

Nein, ein „Einladungsfestival“ ist das 41. Göttinger Jazzfestival nicht – dazu sei die Veranstaltung zu klein, wie Hilmar Beck selber zugibt. Umso wichtiger ist es ihm und seinen Mitstreitern vom organisierenden Jazzfestival-Verein, mit Musikern, die ohnehin gerade in Deutschland touren, ein vielfältiges Programm zusammenzustellen.

Fusionrock der 1970er-Jahre

Das ist den Jazz-Enthusiasten in diesem Jahr gelungen: Zu den unbestreitbaren Highlights des diesjährigen Festivals gehören unter anderem Stanley Clarke und Ai Di Meola. Beide haben schon Millionen Platten verkauft. Und beide kommen aus dem Fusionrock der 1970er-Jahre – eine Tradition, an die Bassist Clarke mit seiner Band beim Auftritt am Freitag, 16. November, im Deutschen Theater anknüpfen will.

Bei seinem Auftritt am Sonnabend setzt Meola, der mit seinem Akkustik-Duo gemeinsam mit Peo Alfonso auftritt, dort hingegen auf ruhigere Klänge: „Die Energie des Rock wird mit dem Impetus der Weltmusik kombiniert“, sagt Ove Volquartz vom Verein Göttinger Jazzfestival, der die Veranstaltung organisiert.

Melodiöser werde am gleichen Abend der Auftritt von Three Fall & Melane. Zwar wirke die Besetzung (lediglich ein Schlagzeug und zwei Bläser) auf den ersten Blick eher spröde, so Volquartz. Aber auch wegen der Stimme der deutsch-kongolesischen Sängerin Melane verspricht er sich von dem Konzert einen sehr groove-betonten Sound, der auch zum Tanzen einlade.

Pianistin mit weltweiter Reputation

Modern Jazz mit viel Improvisation verspricht sich Beck vom Auftritt vom Julia Kadel Trio – die Formation um die Berliner Pianistin Kadel gilt derzeit als sehr angesagt, auch weil es Kadel als zweite Deutsche Musikerin überhaupt geschafft hat, einen Vertrag beim renommierten New Yorker Label Blue Note zu bekommen.

Einen auf Weltmusik, Chanson, Klassik und Pop zugleich basierenden Jazz präsentiert hingegen Vincent Peirani mit seinem Album „Living Being“. Der Franzose Peirani, selber Akkordeonist, hat zuletzt viel Aufsehen erregt, als er und sein Quintett auf ihrem Album „Night Walker“ Led Zeppelin reichlich jazzig interpretierte.

Außerdem tritt beim 33. Göttinger Jazzfestival Myra Melford mit ihrem Projekt „Snowy Egret“ auf. Die Pianistin und Komponistin, von Fachzeitschriften schon als „übergangene Größe des Jazz“ bezeichnet, präsentiert dabei ihr neues Album – „feingliedriger zeitgenössischer Jazz“, so das Prädikat der Festivalorganisatoren.

Veranstaltungen außerhalb des DT

Abseits der großen Namen und der großen Bühne im DT haben diese zudem viel Raum für lokale und weniger bekannte Künstler eingeplant: Im Studio und im Keller des DT treten Bigbands aus der Region sowie vielversprechende Newcomer aus Göttingen und Umgebung auf. Zu sehen sind dort am Freitag die unter anderem die Jazzaholics, Rabes, Azul Balam, Chimes & Crimes, JazzXpress, Red:Men und Sansculottes. Am Sonnabend treten unter anderem Jazztified, Ground Effect, Kirby’s Delight und die New Orleans Syncopators auf.

Abseits der Kerntage 16. und 17. November sind außerdem mehrere Veranstaltungen außerhalb des Deutschen Theaters geplant. Den Auftakt der Festivalwoche bildet am Sonnabend, 10. November, ein Konzert der Bassistin Eva Kruse, die mit ihrem Projekt „On the Mo“ bei Kultur im Esel in Südbeck auftritt. In der darauf folgenden Woche sind weitergehend ein Jazzgottesdienst in der Johanniskirche, Filmvorführungen und ein Lindyhop-Workshop angekündigt.

Den Abschluss des Jazzfestivals markiert der Auftritt von „The KutiMangoes“ im Kulturzentrum musa am Sonntag, 18. November. Die Band kombiniert westafrikanischen Afrobeat mit der Musik des Bassisten Charles Mingus – lebensfroh solle das werden, kündigen die Jazzfestival-Organisatoren an.

Karten können bei den örtlichen Vorverkaufsstellen erworben werden. Dazu zählen unter anderem die Tourist Information im Alten Rathaus in Göttingen, die Geschäftsstelle des Göttinger Tageblatts an der Weender Straße 44 und das Deutsche Theater, Theaterplatz 1. Online sind die Karten auf www.jazzfestival-goettingen.de erhältlich.

Von Christoph Höland

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