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Regional Tanzkurs zum Konzert von Sons Libres
Nachrichten Kultur Regional Tanzkurs zum Konzert von Sons Libres
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17:22 30.05.2017
Quelle: Linnhoff
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Göttingen

Die BalFolk-Szene ist  vorwiegend in Frankreich, Belgien und den Niederlanden populär. Auch in Deutschland verbreitet sich diese Form von Mitmach-Tanzabenden immer mehr. Individuelles Tanzvergnügen steht im Vordergrund wenn Stile wie Jazz, HipHop oder Swing vermischt werden.

Die typischen Grundtänze des BalFolk sind Walzer, Mazurka, Schottisch, Bourrée sowie die Mixer Chapelloise und Fröhlicher Kreis. Getanzt werden dazu Kreis-, Reihen-, Paartänze und Mixer. Letztere sind Paartänze, bei denen jeweils nach einer Kehre ein Partnerwechsel erfolgt. Recht einfache Grundschritte machen eine Teilnahme auch für ungeübte Tänzer leicht.

Fest wie ein Gipsarm

Zur Einübung bekamen interessierte Besucher in der Musa vorweg eine einstündige Einweisung von Sophie von Lampe und Friedemann Goral, die im Dezember 2015 erstmalig ein seitdem regelmäßiges Treffen der Göttinger BalFolk-Szene in angemieteten Räumen des Felix-Klein Gymnasiums ins Leben gerufen haben. Etwa die Hälfte der Tanzenden sind laut Aussage Gorals aus dieser Gruppe, es sind aber auch viele erstmalig Interessierte dabei. Und so erfahren diese unter anderem, dass beim Paartanz laut Lampe „der Führungsarm fest wie ein Gipsarm ist“.

Kaum jemand ist nur allein des Konzertes wegen gekommen zu dem im zweiten Teil Sons Libres zum Tanz bitten. Sons Libres sind das Duo Anne Guinot am chromatischen Akkordeon und der senegalesische Percussionist und Sänger Adama Diop. Sie versprechen tanzbare Musik voller Leidenschaft und pulsierender Energie. Diop wechselt zwischen Cajon und Talking-Drum und singt mit kräftiger, dunkler Stimme, während Guinot ihrem Akkordeon die fließenden Melodien entlockt.

Zu jedem Stück gibt Diop Herkunft und Tanzgrundlage des jeweiligen Liedes an, so dass sich die Besucher entsprechend formieren können. Das gesamte Publikum bewegt sich mit erstaunlicher Anmut und Leichtigkeit über das Parkett. Dabei geht es auch mal im Wechsel vom großen Kreis zum Paar- oder Gruppentanz wild durcheinander. Es ist inzwischen drückend warm im Saal.

Noch immer nicht müde von ihrem schweißtreibenden Tun erklatscht sich das Publikum zum Ende dieses ungewöhnlichen Abends Zugabe um Zugabe bis zum laut Diop „real last song Dakar“, den er seinem Heimatland Senegal widmet.

Von Jörg Linnhoff