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Regional Von Theater bis „Soko Stuttgart“: So vielseitig ist der Göttinger Schauspieler Gabriel von Berlepsch
Nachrichten Kultur Regional Von Theater bis „Soko Stuttgart“: So vielseitig ist der Göttinger Schauspieler Gabriel von Berlepsch
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10:05 24.01.2020
DT-Schauspieler Gabriel von Berlepsch ist auch in TV-Produktionen wie Soko Stuttgart zu sehen. Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Seit fünf Jahren steht Gabriel von Berlepsch als festes Ensemblemitglied auf der Bühne des Deutschen Theaters. Der Schauspieler ist auch im Film und Fernsehen zu sehen – beispielsweise kürzlich in der TV-Produktion „Soko Stuttgart” und in Til Schweigers Kinofilm „Klassenfahrt”. Wofür schlägt das Herz des 35-Jährigen: Bühne oder Kamera?

„Jeder Schauspieler träumt vermutlich von einem großen Kinofilm”, sagt von Berlepsch. „Das Theater aber ist viel unmittelbarer. Theater ist meine Leidenschaft”. Wer ihn auf der Bühne sieht, weiß, von Berlepsch gibt oft alles für und in seinen Rollen, geht auch physisch an die Grenzen. Das Publikum liebt ihn dafür. Dennoch: „Ich bin kein Freund von Einzelapplaus”, sagt er. Theater sei Teamarbeit. Von Berlepsch, der die große Bühne mit seiner Präsenz füllen kann, spricht sanft und eher leise. Auch seine Kleidung ist leise, dunkelblauer Pullover, dunkelblaue Hose.

Hip Hop statt Theater

In der Schauspielschule habe er gelernt, wie das auch ganz anders geht. Das vierjährige Schauspielstudium absolviert er in Rostock, geboren wird er in Göttingen. Am Schloss Berlepsch – der nahe Familiensitz an der hessisch-niedersächsischen Grenze – wächst er auf. Gemeinsam mit seinen drei Brüdern, zwei sind älter, einer jünger, lebt er im Berlepscher Forsthaus und besucht in Göttingen die Jahnschule, die Voigtschule und macht schließlich sein Abitur an der IGS in Geismar.

Als Schüler besucht er zum ersten mal den Jugendclub im Deutschen Theater. „Meine Freunde allerdings fanden das uncool”, sagt er. Hip-Hop und Skateboards gehen damals vor, von Berlepsch geht mit. Die Theaterabstinenz hält allerdings nicht lange an. „Der endgültige Auslöser, Schauspieler zu werden, war ein Besuch des Golden Globe Theaters in London”, erinnert sich der Göttinger. Shakespeare wird gegeben und weckt den Wunsch im Oberstufenschüler, Schauspieler zu werden. Geweckt, geworden: Zunächst kehrt er wieder ans Deutsche Theater zurück. Seine heutige Kollegin Imme Beccard erkennt sein Talent. „Haltestelle Geister” ist das erste Stück, in dem er im Studio des DT auftritt. „Der Mann von der Oper” seine erste Rolle.

Gabriel von Berlepsch in der TV-Serie "Soko Stuttgart" Quelle: r

Von Berlepsch leistet ein Freiwilliges kulturelles Jahr am Schauspiel Frankfurt und bewirbt sich anschließend an Staatlichen Schauspielschulen. 1000 Bewerber kommen in Rostock auf zehn Studienplätze. Von Berlepsch kann nach dem Vorsprechen zwischen Bern und Rostock wählen. Es wird Rostock.

Rostock, Wien, Freiburg, Düsseldorf, Göttingen

Er erzählt gerne von der Schauspielschule. Darüber, wie fordernd und gleichzeitig befreiend die harte Ausbildung war. Der, der heute gerne im Rampenlicht steht, wurde damals an seine eigenen Grenzen geführt. „Natürlich fragt man sich während des Studiums, ob man gut genug ist, ob man das Publikum für sich einnehmen kann.” Die ständige Konfrontation mit sich selbst müsse man aushalten. „Aber dann ist man irgendwann im Reinen mit seiner Persönlichkeit”, sagt er.

Nach dem Studium spielt Berlepsch zunächst in Freiburg. Dort lernt er seine Frau kennen, Rebecca Klingenberg ist ebenfalls Schauspielerin. Von Berlepsch geht ans Schauspielhaus nach Wien, dann nach Düsseldorf. Klingenberg spielt in Hannover. Als aus dem Paar eine kleine Familie wird, beschließen die beiden, ein Haus zu suchen, an dem sie beide arbeiten können. Göttingen und Düsseldorf stehen zur Wahl. Göttingen gewinnt. „Das haben wir nie bereut”, sagt von Berlepsch. Schon nach dem ersten Gespräch mit DT-Chef Erich Sidler sei klar geworden: „Das passt”.

Freizeit: Festivals

Von Berlepsch steht oft auf der Bühne, ist Vater zweier Kinder, legt als DJ im Duo „Golden Boys do cry” auf. Mehr als genug Arbeit und wenig Zeit für die geliebten Festivals wie Fusion oder Burning Man. Gemeinsam mit seiner Frau gibt er seit kurzem auch Theaterworkshops. „Wir machen das aus Leidenschaft”, sagt er.

Und dann auch noch Fernsehproduktionen. Über eine Agentur seien die Casting-Leute für die Soko Stuttgart auf ihn aufmerksam geworden, buchten ihn bereits zwei Mal. „Das geht natürlich nur, wenn die Termine passen”, sagt der Schauspieler. Seine Basis, das sei derzeit das Deutsche Theater. Aber zu einer Hauptrolle in einem Film von Fatih Akin sage er sicher nicht nein.

Von Berlepsch (rechts) in "Was ihr wollt". Quelle: Weimar

In diesen Stücken spielt von Berlepsch

Wer Gabriel von Berlepsch auf der Bühne erleben möchte, kann ihn derzeit in mehreren Stücken im Deutschen Theater Göttingen sehen. In Shakespeares „Was ihr wollt“ steht er am 28. Januar, 4. Februar, 14. Februar, 28. Februar um 19.45 Uhr und am 15. März um 15 Uhr wieder auf der Bühne. „Diese Rolle ist derzeit mein Baby“, sagt der Schauspieler. „Dosenfleisch“ heißt dann ein Stück, das am 7. Februar Premiere feiert, danach wird es am 16. und 21. Februar gezeigt. Wieder aufgenommen ins Programm wurde „Die Tragödie des Macbeth“, in dem Von Berlepsch den Banquo spielt. Das Stück steht am 13. Februar auf dem Spielplan. In „Geteilt“ ist er am Donnerstag, 20.Februar, zu sehen, in „Märtyrer“ am 23. Januar und am 19. Februar. Im Kinderstück „Frederick“ spielt er am Sonnabend, 22. Februar, um 15 Uhr. Am 28. März dann hat das Stück „Gewalt und Leidenschaft“, mit Von Berlepsch Premiere.

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