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Regional Theater der Nacht feiert bunte Premiere
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00:19 15.08.2018
Nortlantis – die versunkene Stadt. Stadtfest am Münster mit der Meerhexe, gespielt von Katharina Franzke. Quelle: Sören Kracht
Northeim

Der berühmte Wissenschaftler Prof. Trockhoff ist verschwunden. Der Forscher für Meereskunde hatte sich aufgemacht, das vor 500 Jahren im Meer versunkene Northeim, das seitdem nur noch als „Nortlantis“ bekannt ist zu erforschen und zu ergründen, warum die Stadt damals untergegangen ist. Doch seitdem fehlt jede Spur von ihm.

So macht sich seine Tochter Inge eines Tages in ihrem U-Boot „Nortilus“ zu einer Expedition in die Tiefsee auf, um ihren Vater zu suchen. Ihre Reise führt sie vorbei an den unterschiedlichsten kuriosen Meeresbewohner. Sie trifft Haie, Miesmuscheln, Quallen, Seekühe, wundersame weise Röhren, Glibberpiraten, die jeden, die in ihr Revier nach ihrem letzten Wunsch fragen, und Kotzwürmer. Schließlich gelangt Inge in das finstere Reich der Meerhexe und ihres Riesenkraken, wo es ihr gelingt, ihren Vater zu befreien und Northeim wieder an die Meeresoberfläche zu bringen.

Das Northeimer Theater der Nacht hat am Sonnabend mit seinen Kooperationspartnern – die Stadt Northeim und die „Stadtmachern“, mit einem Stadtfest und der Premiere des Stückes „Nortlantis“ den Abschluss des zweijährigen Projekts „Versunkene Stadt“ gefeiert.

Erstaunen beim Publikum

Mit Beginn der Dämmerung setzte sich der Tross aus Schauspielern und Publikum in Bewegung – von St. Sixti durch die Northeimer Innenstadt zunächst bis zum Markt und dann weiter bis zum Münsterplatz schlängelte sich der Zug. Unterwegs kam es immer wieder zu Begegnungen mit Meeresbewohnern, deren farbenfrohe, fantasievolle Kostüme das Publikum immer wieder in Erstaunen versetzen.

Bürgermeister Hartmann als Dampfer-Kapitän

Mehr als 50 Personen haben als Schauspieler und Puppenspieler an dem Stück mitgewirkt. Prominente Unterstützung kam von St-Sixti-Pastor Stefan Leonhardt, der zu Beginn die Schiffstaufe der „Nortilus“, einem „sehr dicken Baby“, übernahm. In der Kirchstraße lieferten sich Bürgermeister Simon Hartmann (SPD) und Jan von Lingen, Superintendent des Kirchenkreises Leine-Solling, aus Fenstern der Fachwerkhäuser über die Straße hinweg als Dampfer-Kapitäne lautstarke, wortgewandte Rededuelle.

„Die U-Boot-Teufelin“ und „Blech und Schwefel“

Begonnen hatte der Abschluss des Projekts „Versunkene Stadt“, das eine Kooperation des Theaters der Nacht, der Stadt Northeim und dem Verein „Stadtmacher“ war, bereits am Nachmittag. Rund um den Münsterplatz gab es an den Ständen verschiedener Northeimer Institutionen und Einrichtungen viel rund um das Thema Wasser, Meer und Tiefsee zu entdecken. Es gab Algensnacks, Vorführungen am Tauchcontainer, das Theaterstück „Die U-Boot-Teufelin“ der Corvi-Unicorns. Das THW hatte einen Wasserfall aufgebaut. Und der Rat und Stadtverwaltung informierten unter dem Titel „Die versunkene Stadt taucht wieder auf“ über Projekte zur Belebung Northeims. Zum Abschluss gab es auf der Bühne Live-Musik mit „Blech und Schwefel“ aus Kassel.

Potenzial der Stadtgesellschaft

Mit Beginn des Projekts „Versunkene Stadt“ vor zwei Jahren hätten sich auf Initiative des Theaters der Nacht Vereine, Schulen und Einzelpersonen mit aktuellen Fragen zur Stadtentwicklung beschäftigt, erklärte Carola Gottschalk vom Theater der Nacht: Verödung der Innenstadt, demografischer Wandel, Schuldenbremse am Beispiel der lokalen Probleme in Northeim – herausgekommen sind „kreative Antworten“. Das Stadtfest sollte zeigen, was in Northeim „trotz allem möglich ist, welche Vielfalt und welches Potenzial in der Stadtgesellschaft vorhanden sind“, so Gottschalk. Dieses neu entdeckte Potenzial künftig besser zu nutzen, scheint dringend nötig, gaben doch die zahlreichen Laden- und Wohnungsleerstände vor allem in der Breiten Straße eine besorgniserregende, aber reale Kulisse einer “versunkenen Stadt“.

Aufführung im September auch in Hann. Münden

Am Freitag, 21. September, ist das Stück als Variante „Südlanthis, die versunkene Stadt“ in Hann. Münden zu sehen. Aufführungsort ist ab 18 Uhr der Dielengraben am Schloss an der Werra. Das Projekt wird in Kooperation vom Kulturring der Stadt Hann. Münden, von Vereinen, Gruppen, Einzelpersonen und dem Theater der Nacht realisiert. Der Eintritt ist frei.

Von Michael Brakemeier

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