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Regional Thema „in flagranti“ lässt viel Spielraum für Interpretationen
Nachrichten Kultur Regional Thema „in flagranti“ lässt viel Spielraum für Interpretationen
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20:24 14.03.2012
Installation zum Anfassen: Bianca Methe hat Handschuhe mit Sand gefüllt.
Installation zum Anfassen: Bianca Methe hat Handschuhe mit Sand gefüllt. Quelle: Heller
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Göttingen

Betörendes Rot, das Leidenschaft, Sünde, Wut und Rache versinnbildlicht, dominiert die Ausstellung und leuchtet in dem schummrigen Licht von vielen Gemälden. Das Thema „in flagranti“, was auf frischer Tat bedeutet, „fasziniert uns aufgrund seiner Sprachmelodie und der Bandbreite von Bedeutungen“, erläutert Erhart Schröter bei der Vernissage. Kräftige Rottöne ziehen sich durch seine abstrakten Acrylgemälde der Roten Serie: „In flagranti“ zeigt die Handlung, „Erinnien“ („Rachegöttinnen“) die Folgen. Auch die abstrakte Malerei von Rita Schepp-Wohlgethan spiegelt ähnliche Aspekte wider: Die Rot-Orange-Töne stehen für die Tat, das Schwarz-Grau für die Verborgenheit, in der diese sich abspielt.

16 Künstler

Die Ausstellungsobjekte der 16 Künstler umfassen eine große Bandbreite an Kunstformen und Techniken – von den feinen, skurrilen Federzeichnungen von Helga Lünsmann-Wilson, über abstrakte Acryl- und Ölgemälde bis hin zu Installationen. So stehen mitten im Raum schwarze Eckwände, die einen Beichtstuhl mit der abgelegten Kleidung eines Priesters darstellen. Mit dieser Installation übt der Künstler Manfred Pilz, der sein Werk „Im Verborgenen“ nennt, Gesellschaftskritik. „Es ist ein Angriff auf die Kirche und die Verlogenheit“, erklärt er. Aber egal was der Besucher darin sehe, alles sei richtig – der Spielraum für Interpretationen sei offen.

Aus einer vollkommen anderen Perspektive nimmt sich Ursula Buchhorn des Themas an und betrachtet es aus einem sportlichen Blickwinkel. Auch ihre Technik ist besonders: Sie überträgt die Druckfarben eines Fotos – in diesem Fall die Abbildung um einen Ball kämpfender Basketballspieler – auf das Acrylbild und bindet es so in das Gemälde ein. Eine Kombination aus realistischer Darstellung und abstrakter Malerei entsteht.

„In flagranti“ läuft bis Sonntag, 18. März, täglich von 15 bis 18 Uhr, am heutigen Donnerstag bis 20 Uhr in der Göttinger Musa, Hagenweg 2a.

Von Noreen Hirschfeld