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Regional Thomas Godoj mit „ungewohnter Härte“ im Göttinger Exil
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08:30 05.09.2018
Thomas Godoj Quelle: r
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Göttingen

Und von Balladen. Ein „bombastisch inszenierter Brückenschlag zwischen Disturbed und Wirtz“ urteilt das Musikmagazin „laut.de“. Der Godoj gelang, indem er das Produkt-Prozedere beider Vorgängeralben neu auflegte: Seine Fans konnten per Crowdfunding unter anderem das Album vorbestellen, als Backgroundsänger bei den Studioaufnahmen dabei sein und sich den Künstler für ein Privatkonzert ins Wohnzimmer buchen. Bei der aktuellen Kampagne kam so die Summe von mehr als 200000 Euro zusammen. „Europarekord“, betont Daniel Sebastian von der Agentur Sub Sounds.

Der Sänger aus Recklinghausen habe bewiesen, dass es möglich ist, in der Musikindustrie abseits der klassischen Wege seine Karriere unabhängig voranzubringen, so Sebastian. Godoj bringe sich und seine Fans immer enger zusammen „und erzeugt ein kaum vergleichbares Gemeinschaftsgefühl“. Diese Symbiose sei bei jedem Konzert des Künstlers zu spüren. „Das Wechselspiel zwischen Euphorie im Publikum und purer Spielfreude seitens der Musiker machen Godoj-Shows zu ganz besonderen Erlebnissen voller Emotionen.“

13 Songs treffen geradewegs ins Ziel

Der Albumtitel „13 Pfeile“ sei Programm, so Sebastian. „Die dreizehn Songs treffen geradewegs ins Ziel und zeigen Haltung.“ Auf seinen bisherigen Alben habe Godoj auch mal den ein oder anderen musikalischen Umweg genommen, aber „hier schnell klar, wo es langgeht“. Künstler und Band beziehen auch zu aktuellen Themen Position. So thematisiert der Album-Opener „Keine Option“ den spürbaren Rechtsruck in Politik und Gesellschaft; und die simplen Parolen, mit denen rechte Lager auf Stimmenfang gehen. Godoj erteilt eine eindeutige Absage: „Braun ist und bleibt keine Option.“

Thomas Godoj startete vor 15 Jahren ins musikalische Vor-Geschäft. Mit der Band Cure of Souls gewann er 2003 das Newcomer-Festival in Recklinghausen. 2005 folgten mit der Formation Tonk Platz 10 und der Förderpreis beim VW-Sound-Foundation-Wettbewerb. 2007 bewarb er sich als Kandidat der TV-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ – und der wurde er: Godoj sang sich ins Finale, das er gewann. Er gewann vor allem Selbstständigkeit , winkte Schowmaster und Juror goodbye.

Managements und Plattenfirmen, „die zu viel Einfluss nehmen wollten, waren nicht seine Sache“, steht auf seiner Homepage. Godoj machte lieber „sein eigenes Ding“ und gründete 2014 das Label „TOMZILLAMusik“. Mit dem neuesten Album „13 Pfeile“ gehe Godoj erneut einen Schritt weiter: mit der „ungewohnten Härte“ gleiche das Album einem „Befreiungsschlag“, heißt es in seiner aktualisierten Biografie. „Wie Phönix aus der Asche erfindet er sich dabei neu und wirft alle musikalische Zurückhaltung über Bord.“

„Braun ist und bleibt keine Option“

Härte zeigt der Musiker mit dem Album-Opener gegenüber Rechten – Stimmenfang mit „simplen Parolen“ erteilt er eine eindeutige Absage: „Braun ist und bleibt keine Option.“ Mit „Licht“ folgt ein Song, der „vielleicht besonders überraschen wird: „Hier kommt Godoj auch gesanglich im Metal an.“ Ausnahmsweise ruhigere Töne biete „Auf die Freiheit“: Eine „Hymne für all jene ... die dafür kämpfen, dass jeder Mensch das Recht hat, in Freiheit und Gerechtigkeit zu leben“, schreibt Godoj auf seiner Homepage. Sein Credo: „Ihr müsst wissen, Freiheit gibt es nicht, wenn sie nicht für jeden gilt.“ Godoj engagiert sich für den verein „Resqship“, der sich für die zivile Seenotrettung von Flüchtenden im Mittelmeer einsetzt.

Im Vorprogramm der 2018er-Shows der „13 Pfeile“-Tour präsentiert die Band „Like Snow“ auch im ihr Debütalbum „Beauty & Fear“. Mit kraftvoll treibenden Folk-Songs und emotionsgeladenen Popballaden, wird die Band aus Köln die Grundlage für die Shows von Thomas Godoj bereiten. „Die fünf Musiker verstehen es, die musikalische Aufbruchstimmung der späten Sechziger und die der frühen Neunziger mit kraftvoll geschmiedeten Stücken zeitgemäß aufzubereiten“, so Daniel Sebastian von der Agentur Sub Sounds. Basierend auf „ausgelassenen Rhythmen und hymnischen, bisweilen mehrstimmigen Gesangsharmonien“ gelinge es Like Snow, einen treibenden, durchweg tanzbaren, mit „viel Popappeal gewürzten Sound“ zu schaffen.

www.thomasgodoj.de

Tickets für das Konzert im Exil sind in den Geschäftsstellen des Göttinger (Weender Straße 44) und des Eichsfelder Tageblatts, Marktstraße 9 in Duderstadt, sowie auf gt-tickets.de erhältlich.

Von Stefan Kirchhoff

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