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Regional Tina Teubner mit „Aus dem Tagebuch meines Mannes“
Nachrichten Kultur Regional Tina Teubner mit „Aus dem Tagebuch meines Mannes“
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18:05 21.07.2013
Stark, wenn sie politisch wird: Tina Teubner.
Stark, wenn sie politisch wird: Tina Teubner. Quelle: Pförtner
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Göttingen

 „Nach langem Hin und Her hat Horst sich für einen Opel entschieden“, stehe im besagtem Tagebuch und Teubner stichelt, man sollte es nicht nur heimlich lesen, sondern diesen Belanglosigkeiten am Besten noch kluge Notizen hinzufügen.

„Ich dachte immer, Kabarett wäre kritisch“, scherzt Teubner. Zusammen mit dem Pianisten Ben Süverkrüp schleudert sie eine typische Streitphrase nach der anderen heraus und gibt so den alltäglichen Kampf zwischen Mann und Frau der Lächerlichkeit preis. „Die bist wie deine Mutter!“, rufen sie im Chor, und dem einen oder anderen Zuschauer im ausverkauftem Alten Rathaus bleibt das Lachen  im Halse stecken, weil ihm die Sätze bekannt vorkommen.

 „Das wird nicht fotografiert!“

Teubners Witz wirkt am stärksten, wenn sie sich ins Politische wagt. „Sei froh, dass ich nicht so bin, wie Ursula von der Leyen“, halte sie ihrem Mann gerne vor, und wenn er eine Strafe verdiene, spreche sie einen Tag lang wie Angela Merkel.

 „Das wird nicht fotografiert!“, verweigert Teubner mit herunterhängenden Mundwinkeln und die Hände zu einem Dreieck geformt, einer Pressefotografin das Bild. Später wird sie sich herzlich für das schüchterne „Och bitte“ der Journalistin bedanken.

Witz bis Ernst

Der Abend wird getragen von vielen Liedern, bei denen Teubner singt, und mal Ukulele, Geige oder singende Säge spielt. Dabei reicht ihr Programm vom plumpen Witz bis schwermütigem Ernst. Voll Melancholie stimmt sie ein Lied über einen flüchtenden Mann an: „Dann nimmt er seinen Mantel, und geht in die Nacht.“ „Ich dachte, inner Kneipe“, tönt es weniger poetisch aus dem Zuschauerraum.

Zu zwei Zugaben kann das Publikum die beiden Künstler überreden. „Guten Abend, gute Nacht“ spielt Teubner auf der singenden Säge und als sie zur zweiten Strophe ansetzt, ruft sie „Jetzt können Sie mitsingen“ ins Publikum. Die Zuschauer reagieren sofort, und so schließt die Veranstaltung im gemeinsamen Gesang.

Von Daniela Lottmann