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Regional „Tindersticks“ mit Stuart Staples im Kulturzelt an der Drahtbrücke
Nachrichten Kultur Regional „Tindersticks“ mit Stuart Staples im Kulturzelt an der Drahtbrücke
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21:55 23.07.2013
Von Peter Krüger-Lenz
Versunken: Stuart Staples.
Versunken: Stuart Staples. Quelle: PEK
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Kassel

„Thank you“ sagt er nach jedem Lied. Was Staples zu sagen hat, singt er. „The something rain“ heißt das aktuelle Album, das die Band vorstellt. Die Tindersticks haben sich in den 90er-Jahren einen Ruf mit Gitarren-Pop erworben. Im Jahr 2003 löste sich die Band auf und kam erst 2008 wieder zusammen. Und dazwischen? Staples abreitete einmal mit Kurt Wagner zusammen, dem Frontmann von Lambchop. Und jetzt? Jetzt klingt Tindersticks wie Lambchop. Zumindest nach dem ersten Hören.

Staples steht hochkonzentriert am Mikrophon. Sein Gesang ist eher gemurmelt und mit extremem Tremolo ausgestattet. Immer wieder wird Hall zugeschaltet. Bei einigen Lieder spielt er Gitarre, manchmal auch Klangholz. Grundstimmung ist Moll, fröhlich klingt nichts, was Staples schreibt und komponiert.

Klangwellen schwappen über Zuhörern zusammen

Das Publikum hatte wohl ähnliches erwartet und lässt sich offensichtlich darauf ein. Etwas schleichend zwar, aber dafür umso sicherer breiten sich die Klangwellen aus und schwappen über den Zuhörern zusammen. Sie werden sanft umspült von den meditativen Klängen, die hier und da an Dramatik gewinnen, meist von der elektrischen Gitarre forciert.

Die Band Velvet Underground mit Sänger Lou Reed hatte in den 60er-Jahren schon versucht, ihre Lieder auf ein Minimum an Akkorden zu reduzieren, Stapels, die Tindersticks sind hier rekordverdächtig. Das klingt nach sehr wenig und ist doch ganz viel – an Konzentration, an Atmosphäre, an Dichte, an Präzision. Ein kompakter Abend auf ganz hohem Niveau.

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