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Regional Tito & Tarantula begeistern in der Musa Göttingen
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19:17 07.10.2019
Knallharter Blues-Rock mit Tex-Mex-Einschlägen: Tito & Tarantula in der Musa. Quelle: Linnhoff
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Göttingen

Ihr Auftritt in der legendären Titty Twister-Bar in Quentin Tarantinos Film „From Dusk Till Dawn“ hat sie berühmt gemacht. Nun kam Sänger und Gitarrist Tito Larriva mit seiner Band Tito & Tarantula auf ihrer „8 Arms To Hold You“-Tour auch nach Göttingen – und verwandelte die Musa in einen Hexenkessel.

Knallharter Blues-Rock mit Tex-Mex-Einschlägen, messerscharfen Gitarrensoli und einer kratzig, rauen Stimme sind die Ingredienzien des feurigen mexikanischen Eintopfs, den Larriva mit seiner Band für den Abend angerührt hat. Seine Tochter Lolita Carrol Larriva gibt sich gewohnt cool und distanziert am Bass, Allysa Grace ist für die feinen Töne an Violine, Mandoline, Perkussion und Keyboards verantwortlich, Drummer Jeremy Colonna sowie der Lead-Gitarrist Marcus Praed komplettieren die aktuelle Besetzung.

Pread, der an diesem Abend Geburtstag hat, kenne er seit 23 Jahren, und da sei dieser gerade mal fünf gewesen, erzählt Larriva mit einem Augenzwinkern. Der deutsche Gitarrist hat ein ganzes Arsenal an E-Gitarren in einer Box am Bühnenrand stehen, mit denen er fortan mitreißende Saitenarbeit leistet.

Bluesgetränkter Westcoast-Rock

Die Band legt mit stark bluesgetränktem Westcoast-Rock und „Strange Face“ vom legendären Debütalbum „Tarrantism“ los. Ihre meist eingängigen Songs kommen mit einer gewissen Lässigkeit und teils schleppenden Grooves daher, geerdet von treibendem Rhythm 'n' Blues. Mit „Bed Of Lies“ geht es kompromisslos auf die Rockschiene, bevor sie „a couple of new songs“, wie Larriva einwirft, vom neuen Album „8 Arms To Hold You“ anstimmen.

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Das Werk sei die Quintessenz aus einem Haufen neuer Songs, die er gemeinsam mit seiner Tochter Lolita geschrieben habe, was ihn mit Stolz erfülle, so Larriva. Für die Aufnahmen wählte er das legendäre „Sonic Ranch Studio“ nahe seiner Heimatstadt El Paso/Texas. Einen Tag nach ihrer Ankunft dort starb Larrivas Vater, so dass die Songs dann aus einer Vision mit dem Geist seines Vaters entstanden sein sollen.

„He’s A Liar“ legt nahe, dass hier der amerikanische Präsident gemeint ist. Und „Love Sane“ wie auch „It’s Allright“ haben diesen feurigen Drive mit elektrisierendem Gesang und fetzigen Gitarrenlicks, die der Band über Jahre ihr musikalisches Gesicht geben. „Slow Dream“ kommt mit flirrendem Geigenintro und „Motorcycle Girl“ als knallharter schmutziger Blues-Rock, bevor die Band mit „Cucarachas“ zum Ende ein Tempo anzieht, als sei ihr der Teufel persönlich auf der Spur.

Lautstarke rhythmische Rufe fordern Zugabe, und es kommt, was kommen muss: Mit dem magischen „After Dark“ wird noch mal die „Vampire Houseband“ aktiv, und sie taucht tief hinab in die Abgründe der „Titty Twister Bar“. Und wenn man während des Songs die Augen schließt, sieht man die verführerische Salma Hayek beim Tanz mit der Schlange.

Trejo mochte keine geschlossenen Türen

Zwischendurch erzählt Larriva noch die humorige Story, dass er während der Dreharbeiten zu „From Dusk Till Dawn“ nachts am Hotelzimmer des furchterregenden „Razor Charlie“ Danny Trejo vorbeigekommen sei und gesehen habe, dass dessen Zimmertür offenstand. Er habe Trejo gewecket, und Trejo habe ihn empört gefragt, was das soll. Als Tito ihm klar gemacht habe, dass seine Tür offen stand, habe Trejo entgegnet, dass er die meiste Zeit seines Lebens im Gefängnis verbracht habe und keine geschlossenen Türen möge. Seitdem seien sie Freunde.

Mit einer trashigen Version von „La Bamba“ fegen die Musiker noch mal mächtig durch den Saal, bevor sie endgültig hinter der Bühne verschwinden und nach einem feurigen Auftritt ein begeistertes Publikum in die regnerische Nacht schicken.

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Von Jörg Linnhoff

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