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Regional Tonbandgerät spielt in ausverkaufter Musa
Nachrichten Kultur Regional Tonbandgerät spielt in ausverkaufter Musa
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00:23 05.11.2018
Federleichte Popsongs in der ausverkauften Musa: Tonbandgerät begeistert das Publikum.
Federleichte Popsongs in der ausverkauften Musa: Tonbandgerät begeistert das Publikum. Quelle: Jörg Linnhoff
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Göttingen

Als Schülerinnen gründeten die Schwestern Isa und Sophia Poppensieker 2007 mit Keyboarder Ole Specht die Band Tonbandgerät. Schnell hatten sie mit ihren eingängigen deutschsprachigen Pop-Songs Erfolg. Ihr drittes Album „Zwischen all dem Lärm" präsentierten sie nun in der restlos ausverkauften Musa.

„Was ist schon ,Ein Jahr’ in einem Menschenleben ...“. Die Regensburger Band Bruckner um die beiden Brüder Jakob (Gesang und Gitarre) und Matthias Bruckner (Gitarre) darf vorweg das Publikum mit ihren leicht groovigen Songs warm spielen. 60 000 Kilometer haben sie im letzten Jahr in ihrem VW-Bus zurückgelegt. Zu Liedern von Tom Petty steigen sie auf den „Beifahrersitz“, ihren neuen Song „September“, zu dem Matti mächtig in die Saiten seiner E-Gitarre greift, spielen sie nun im November, bevor sie mit „So Schön“ in den Schlussgalopp gehen.

Die erwartungsvollen Besucher sind bereit für den Auftritt von Tonbandgerät. Und die legen nach kurzer Umbaupause mit „Beckenrand“ gleich mal so richtig vor. „Lauf, lauf, lauf - mit mir weit, weit, weit, und vielleicht bis zum Beckenrand. Ey, ich weiß genau, dass es Anlauf braucht, irgendwann springen wir zusamm' vom Beckenrand und dann weiter in die Zukunft, als wär'n wir schon mal da gewesen....“. Specht springt dazu wie ein Irrwisch über die Bühne und nimmt das Publikum ansatzlos mit in einen fortan bewegungsreichen Abend.

Mit „Zwischen all dem Lärm" haben Tonbandgerät gerade ihr drittes Album veröffentlicht, aufgenommen in den legendären Hansa Studios in Berlin, in denen schon David Bowie zu seiner Berlin Zeit drei seiner erfolgreichsten Alben produziert hat. Neben Sänger und Keyboarder Ole Specht, Sophia an der Gitarre und Isa am Bass ergänzen noch Schlagzeuger Jakob Sudau und Gitarrist Cello die Band.

Ihr stimmiger Mix aus eingängigen Pop-Songs mit Rock- und NDW-Anklängen scheint mächtig angesagt. Die Musa war schon Tage vorher komplett ausverkauft. Und die 400 Besucher singen von Beginn an teils ganze Textpassagen mit, so dass Specht schon früh ein sichtlich angetanes „Ihr seid ziemlich am Start“ entfährt. In den meist federleicht dahingleitenden, tanzbaren Songs geht es um Veränderung, Ungewissheit, Jugend, Liebe, Freundschaft und Heimat. „Lange Her“ ist ein klares Statement gegen Fremdenhass. Zu „Ozean“ greift der Sänger zum Akkordeon seines Großvaters, dem er versprechen musste, es auch richtig spielen zu lernen.

„Mein Herz ist ein Tourist“ sollte laut Specht ein richtig guter Liebessong werden. Zeilen wie „Denn sie sagt: Mein Herz ist ein Tourist, bleibt nie lang an einem Ort, bei einem Mensch, kann schon sein, dass du der Richtige bist, doch mein Herz ist ein Tourist...“ schmeicheln sich ins Ohr und verbreiten gute Laune. Die Band liefert non-stop Songs zum unbeschwerten Mitsingen und Abfeiern.

Zwischendurch wird es mal gemütlich, wenn sie sich gemeinsam mit den Jungs von Bruckner zu Songs wie „Supermann“ oder „Ohne Dich“ zu einer kleinen Akustik-Session auf ein dafür bereitgestelltes Sofa niederlassen. Zu Zeilen wie „Ich spul' alles zurück, spul' alles auf Anfang, es ist alles wieder da, nur irgendwie anders“ hüpft dann der ganze Saal wieder voller Euphorie und mit großen Glücksgefühlen, während Specht seinen Chor fest in der Hand hat.

„Hinter uns die Ewigkeit und vor uns das Glück“ ertönt es gegen Ende aus hunderten von Kehlen. Es war ihr drittes Mal in Göttingen und mit „Hirngespinster(n)“ sowie dem Versprechen wiederzukommen verabschieden sich Tonbandgerät von ihren restlos euphorisierten Fans.

Von Jörg Linnhoff

Regional Kulturförderung in Göttingen - KUNST unterstützt Kooperationen
02.11.2018
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