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Regional Torhaus-Galerie: Doppelausstellung mit Regina Korbel und Flintan Whelan
Nachrichten Kultur Regional Torhaus-Galerie: Doppelausstellung mit Regina Korbel und Flintan Whelan
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17:31 20.09.2013
Plastiken der Künstlerin, Malerei des Künstlers: Flintan Whelan und Regina Korbel mit ihren Werken. Quelle: Heller
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Göttingen

Auffällig an Whelans Bildern ist die Variation, mit der sich der Maler seinem Motiv annähert. Der Farbauftrag reicht von lavierend-durchscheinend bis deckend, seine Farbfelder stehen nebeneinander, überlappen sich oder stehen außerhalb eines Bezugsrahmens ganz für sich alleine.

Er benutzt Farbe mit unterschiedlichen Oberflächen, von stumpf, bis lackglänzend und schafft damit Anreize, ein Bild ganz genau untersuchen zu müssen, um seine Struktur nachzuvollziehen.

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Motivisch bleibt er vage. Seine Bilder wirken eher wie Ausschnitte aus einer übergeordneten Form, die unter dem Thema der Natürlichkeit zusammengefasst werden können. An Steinmaserungen erinnern sie bisweilen, doch auch Seifenblasen, Wasserstrudel oder anatomische Strukturen wie Aderläufe lassen sich entdecken.

Spiel mit natürlichen Formen

Dabei legt Whelan sich nie fest und nutzt die Farbe wie einen Anker der Unbestimmtheit. Ein Muster in einem Felsen vermag man aufzuspüren, doch das Neonorange der vermeindlich steinernen Adern verweist wieder auf anderes.

Das Spiel mit natürlichen Formen und unnatürlichen Details, das Whelan mit der leuchtenden Farbe spielt, wiederholt sich in den Arbeiten von Korbel. Ihre Plastiken wirken steinern, die Oberflächen sind von natürlichen Mustern durchfurcht, aber meist glatt geschliffen.

Die Verarbeitung der Natur mit technischen Mitteln, der Gegensatz zwischen unangetasteter Umwelt und synthetischer Verfremdung kann als Hauptthema beider Künstler gelten.

Natur und Kultur klar gegenüber

Korbel legt noch einen weiteren Interpretationsansatz an. In ihren Arbeiten fügt sie zum Teil Formen und Figuren aus dem altägyptischen Kontext an. Reliefs aus Hieroglyphen umkränzen die Arbeiten, oder die klar abgesetzten Elemente eines Sarkophags oder einer ägyptischen Götterstatue ergänzen die Plastik. Damit stellt Korbel Natur und Kultur klar gegenüber.

Eine ihrer Arbeit zeigt eine steinerne Formation, die sich wie eine Wunde klafft. Das zeigt die Verletzbarkeit von Strukturen, deren Standfestigkeit und Überdauerung dem Menschen einst Sicherheit gaben. Dinge zu hinterfragen, das ist die Aufgabe, mit der die Ausstellung „Begegnungen“ die Betrachter konfrontiert.

Von Daniela Lottmann

Die Ausstellung in der Torhaus-Galerie am Stadtfriedhof, Kasseler Landstraße 1 in Göttingen, ist bis Sonntag, 27. Oktober, freitags bis sonntags von 15 bis 17 Uhr geöffnet.