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Regional Mantar starten Tournee in Göttingen
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16:43 28.03.2019
Tourneeauftakt von Mantar in der Göttinger Musa Quelle: Rüdiger Franke
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Göttingen

Wie viele Musiker benötigt man für eine Band? Mit der Dauer des Konzerts verringerte sich deren Anzahl stetig. Waren es bei Chaos Path aus Kassel noch fünf, so kamen die Bonner Valborg mit drei aus. Weniger geht nicht? Oh doch. Denn Headliner Mantar aus Bremen kommt seit seinen Anfangstagen mit Gitarrist und Sänger Hanno Klaenhardt sowie Schlagzeuger Erinc Sakarya aus. „Den Gedanken uns zu erweitern, haben wir eigentlich gleich nach dem ersten Konzert abgelegt“, erzählt der Schlagzeuger. „Anfangs wollte keiner bei uns mitmachen, doch dann haben wir gemerkt, dass es gut passt.“

Und es passte auch beim Tourauftakt zum neuen Album „The Modern Art Of Setting Ablaze“. „Ich bin zufrieden“, erklärte Sakarya nach dem Konzert. „Es lief viel besser als gedacht.“ Ein Tournee-Auftakt sei immer auch ein wenig wie ein Experiment. „Denn auf der Bühne ist es immer anders als bei den Proben.“ Live komme auch das Adrenalin ins Spiel und man investiere noch mehr Energie in das Spiel. „Und wir sind ja auch nicht mehr die Jüngsten“, sagt der 44-Jährige und grinst. Sein Mitspieler Hanno ist 37 Jahre alt.

Bilder vom Konzert:

Harte Klänge in der Musa: Die Bremer Band Mantar hat ihre Tournee 2019 in Göttingen gestartet. Zuvor spielten Chaos Path aus Kassel und Valborg aus Bonn.

Nur Gutes gehört

„Wir haben nur Gutes über Göttingen gehört“, erklärt Sakarya, warum sich die Band die Musa als Auftaktort ausgesucht habe. „Wir haben auch auf der Fahrt noch darüber gesprochen, dass wir Städte wie Göttingen gut finden.“ Er selbst habe vor etwa zehn Jahren mal in einem früheren Job in Göttingen gearbeitet. „Das war aber nur für einen Tag als ITler.“ Es gebe zwei Städte mit G, die bei ihm einen bleibenden Eindruck hinterlassen hätten. Das seien Gießen und eben Göttingen.

Die Musa sei ein guter Ort für so ein Konzert, erklärt der Schlagzeuger. Er möge aber auch gern noch kleinere Clubs. „Das macht auf der Bühne richtig viel Spaß“, sagt er. „Je kleiner, desto geiler.“ Es sei eine andere Intensität. Dabei ist die Band mittlerweile etabliert. Das Album ist auf Platz sieben in die deutschen Charts eingestiegen. Und Mantar haben auch bereits auf Festivals wie Wacken gespielt. „Diese riesigen Festivals sind schon surreal.“ Er meint die große Menschenmenge vor der Bühne, die aber als Bestätigung auch mal schön sei.

Chaos Path aus Kassel

Chaos Path haben den Abend in der Musa eröffnet. Quelle: Rüdiger Franke

Den Abend eröffnet hatten Chaos Path aus Kassel. Sie bezeichnen ihren Stil als Kaotysk Metal, eine Mischung aus nordisch geprägtem Melodic Death/Black Metal und der Ruppigkeit des deutschen Thrash Metal. Die Band mit düster geschminkten Gesichtern und einem Sänger in Mönchskutte outete sich als Traditionalisten – zumindest was die Veröffentlichung ihrer Alben angeht. Die gibt es nämlich nur auf Vinyl, wie Sänger Ancient Weapon vor den letzten beiden Liedern „Over your Threshold“ und dem aktuellen Titelstück „The Awakening“erklärte: „Vinyl ist das einzig Wahre.“

Valborg aus Bonn

Vor Mantar hatten die Bonner Valborg ihren Teppich aus harten Sounds gewebt. Das Trio trieb die Songs in einem einheitlichen Tempo vor sich her, zog das Publikum in seinen Sog. Einflüsse aus Doom, Death und Heavy Metal vermischten sich zu einem eigenständigen konsequenten Mix. Manche im Publikum warteten vergeblich auf eine Steigerung im Tempo. Andere forderten eine Zugabe, doch dafür reichte die Zeit nicht.

Valborg spielten als zweite Band des Abends. Quelle: Rüdiger Franke

16 Songs

Mantar starteten in ihre Tour mit „Pest Crusade“, „Age of absurd“ und „Taurus“. Bei „Cross the Cross“ musste Hanno Klaenhard kurz abbrechen. „Stop, die Gitarre ist so verstimmt. Das ist selbst für mich nicht mehr lustig“, rief er. „Ich bin ein bisschen enttäuscht, dass es keinem auffällt.“ Ansonsten gelang das Experiment Tourstart gut. Das Duo lieferte insgesamt 16 Songs. „Es war sogar der beste Auftakt, denn wir je hatten“, so Sakarya. Perfekt sei der Abend, wenn alles zusammengeräumt und im Wagen sei. „Und dann wollen wir auch ins Bett“, sagte er, denn am Donnerstag stand der nächste Auftritt in Augsburg an.

Von Rüdiger Franke

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