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Regional Treibholz-Figuren im Totenkeller des Schlosses
Nachrichten Kultur Regional Treibholz-Figuren im Totenkeller des Schlosses
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14:00 07.11.2013
Von Peter Krüger-Lenz
Vorbereitet für eine Licht- und Klanginstallation: der Dachstuhl der Blasiuskirche.
Vorbereitet für eine Licht- und Klanginstallation: der Dachstuhl der Blasiuskirche. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Am Freitag beginnt die zweite Auflage der neuntägigen Ausstellung mit mehr als 50 nationalen und internationalen Künstlern in 22 teils schon lange leerstehenden Gebäuden. Umrahmt wird die Schau von rund 60 Vorträgen, Theatervorstellungen, Tanz, E- und U-Musikkonzerten sowie einer Modenschau.

In der ehemaligen Destille, Hinter der Stadtmauer 9/11, stehen noch Krüge im Keller, Aktenordner sind an der Wand aufgereiht. Sie stammen aus der Zeit, als hier noch Schnaps gebrannt wurde. Sechs Künstlerinnen richten hier ihre Werke für die Ausstellung ein, und am Sonnabend, 3. Oktober, präsentiert der Göttinger Butoh-Tänzer Tadashi Endo hier seine Performance „Inter­sexual“.

Im Totenkeller im Schloss ist rund 200 Jahre nichts passiert. Demandt berichtet von Anträgen vom Beginn des 19. Jahrhunderts, die Treppe zu dem unterirdischen Raum zu reparieren und einen Brunnen anzulegen. Passiert sei seit dieser Zeit nichts. Jetzt wird hier, nachdem Jugendliche aus dem psychagogischen Kinderheim Rittmarshausen aufgeräumt und die Treppe instand gesetzt haben, die Münchner Künstlerin Angelika Littwin-Pieper Skulpturen aus sizilianischem Treibholz aufstellen.

Finanzielle Unterstützung

Mehr als 150    000 Euro verschlingt das Kulturfestival nach heutigem Stand, erklärt Demandt. 43    000 Euro kommen vom Wettbewerb „Ab in die Mitte“, gekoppelt daran sind 9000 Euro von der Stadt Hann. Münden und 22    000 Euro aus der Wirtschaft. In diesem Bereich sind bislang mehr als 30    000 Euro an Spenden eingegangen, sagt Demandt. Ein Beleg dafür, dass die Aktion angenommen wird.

Neben der finanziellen Unterstützung beteiligen sich viele Mündener mit Sachleistungen und Arbeit.Der Rest des Budgets soll über Eintrittsgelder zu den umrahmenden Kulturtermine eingenommen werden, sieht der Plan von Demandt und Schenck vor. „Wenn die Veranstaltungen nicht funktionieren, gehen wir den Bach runter“, meint Demandt.

Das Programm

Neben den Ausstellungen stehen 60 weitere Kulturveranstaltungen in den neun Tagen von Freitag, 2. Oktober, bis Sonnabend, 10. Oktober, auf dem Programm in der Han. Mündener Innenstadt. Eröffnet wird das Kulturfestival am Freitag um 16 Uhr von dem ehemaligen Documenta-Chef Jan Hoet in der Blasiuskirche. Um 19 Uhr schließt sich eine Eisperformance von Chris Hinze aus Potsdam beim Wasserteppich neben der Kirche an.

Im Keller im Rosenhof folgt um 20 Uhr die Auftaktparty. Das Theater Rollwagen zeigt einige Inszenierungen aus seinem Repertoire. Die Schauspielerin Sabine Wackernagel liest Balladen. Die „Blinden Musiker München“ gastieren ebenswo wie Aquabella aus Berlin mit A-cappella-Weltmusik. Vorträge halten unter anderem Dr. Michael Braune („Historischer Ziegelbau in Niedersachsen“) sowie Dana Vogel und Nina Lotz („Bauhistorische Untersuchung“).

Das komplette Programm und Tages- sowie Dauerkarten finden Sie unter : denkmalkunst-kunstdenkmal.de