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Regional „Wie duftet, tönt und schmeckt das Paradies?“
Nachrichten Kultur Regional „Wie duftet, tönt und schmeckt das Paradies?“
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12:27 12.03.2017
Von Michael Caspar
Quelle: r
Göttingen

Muslimische Flüchtlinge können Deutschland bereichern, ist sich der Musiker sicher. Um für ein „fruchtbringendes Zusammenleben“ zu werben, gründete Halbach im vergangenen Jahr im brandenburgischen Bad Belzig die Band. Das Gesangstrio, das beeindruckend viele Instrumente spielt, hat sich seither ein abendfüllendes Programm erarbeitet. Der fünfte Auftritt führte das Trio nach Göttingen, wo es vor 30 Zuhörern spielte.

Im arabischen Andalusien war das Zusammenleben von Juden, Christen und Muslimen „nicht konfliktfrei“, räumte Halbach ein. Auf zeitgenössische Dichter habe der Süden Spaniens aber wie der Garten Eden gewirkt, erklärte er und zitierte den Poeten Ibn Khafadja (1058-1139): „Wie duftet, tönt, schmeckt und atmet das Paradies? Al-Andalus, ihr Leute, ist ein Wunder!“

Nich so sittenstreng und konservativ sei der Islam damals gewesen, fand Halbach bei seinen Recherchen heraus. Danach besangen die muslimischen Dichter Wein und Liebeslust. Ihre Dichtung atme den „Geist der Aufklärung“, findet der Künstler, der die Gedichte überarbeitet hat. Um historische Genauigkeit geht es dem jazzigen Weltmusiktrio auch bei der musikalischen Umsetzung nicht.

Halbach spielte in Göttingen Gitarre und die Oud, deren Klänge er ineinander fließen ließ. Der Musiker griff zur türkischen Saz, die einen metallisch-harten und hellen Klang hat. Er beherrscht die schwer zu spielende armenische Flöte Duduk und entlockte einer irischen Tin Whistle die mystischen Klänge der Sufimusik. Wolfgang Schmidbauer war an der Gitarre zu hören, sorgte zudem mit Schellenkranz, Rahmentrommel und Darbuka für Percussion. Den Kontrabass zupfte Dietmar Roth, der die Band bei einigen Stücken mit Gitarre oder Geige begleitete. Indische Ragas stimmte Halbach auf der afghanischen Laute Rubab an. Schmidbauer begleitete ihn auf der indischen Sarod.

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