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Regional Trioabend beendet die zweiten ClavierTage Göttingen
Nachrichten Kultur Regional Trioabend beendet die zweiten ClavierTage Göttingen
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00:21 03.05.2018
Trioabend im Clavier-Salon mit Yü-Yen Li (Violine), Leonid Gorokhov (Violoncello) und Gerrit Zitterbart (Clavier).
Trioabend im Clavier-Salon mit Yü-Yen Li (Violine), Leonid Gorokhov (Violoncello) und Gerrit Zitterbart (Clavier). Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Für Gerrit Zitterbart war es am Abschlusstag der ClavierTage bereits der zweite Auftritt. Nach der Clavierduo-Matinée standen abends Trios im Fokus. Triopartner Zitterbarts waren die gebürtige Göttingerin Yü-Yen Li an der Violine und am Cello Leonid Gorokhov, seit 2008 als Dozent an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover tätig.

Mit dem geschickt gestalteten Programm nahmen die Künstler ihr Publikum mit auf Entdeckungsreise. Zu erlauschen gab es Mozarts Entwicklung bei der Gestaltung von Klaviertrios, einer Gattung, für die er erst relativ spät, dafür aber deutlich ausgeprägt ein Faible entwickelte. Und auch ein noch so genialer Komponist lernt ganz offensichtlich dazu und gewinnt an Erfahrung, das konnte man - angeleitet von Zitterbart - gut nachverfolgen. Je mehr Vertrautheit mit der Triokomposition, desto eigenständiger und ausgefeilter ließ Mozart die Trio-Beteiligten ihre Rolle finden, desto gleichberechtigter wurden alle drei Instrumente.

Frühe Arbeiten wie das Klaviertrio G-Dur KV 496 von 1786 und das Pendant in C-Dur KV 548 von 1788 ließen ebenso wie dem Komponisten den aktuellen Interpreten um Zitterbart ausreichend Möglichkeit, sich einzuspielen, abzustimmen und den pfiffigen kleinen Überraschungen in Rhythmus, Dynamik oder Melodiebrüchen nachzuspüren, die Mozart auch hier schon für sein Publikum bereit hielt.

Leider nur fragmentarisch erhalten, aber von Mozarts Schüler Abbé Maximilian Stadler zu Ende geführt, liegt ein Trio-Satz in D-Dur KV 442,3 vor, dessen besondere Schönheit, Leichtigkeit und Vielfalt Zitterbart, Li und Gorokhov ihrem Publikum nicht vorenthalten wollten. Auch ohne ein vollständiges Trio zu sein, war dies sicher der Höhepunkt des Abends und vor allem im Violinen-Part von Yü-Yen Li einfühlsam und klangfarbenfroh ausgespielt.

Der zunehmenden Emanzipation der Triobeteiligten folgten auch die drei aufführenden Künstler. Vor allem Leonid Gorokhov erwuchs nach und nach vom zwar raffiniert ausgespielten aber doch gegenüber Klavier und Violine dezenten Cello-Charakter zum kraftvollen, wichtige Akzente setzenden Partner, der mit zunehmend raumgreifenden Bewegungen und energischem aber stets elegantem Ton immer präsenter wurde, besonders offenkundig im abschließenden Klaviertrio B-Dur KV 502.

Zwei anspruchsvolle Auftritte an einem Tag: Gerrit Zitterbart nahm die Herausforderung ganz offensichtlich mit ansteckender Freude am musikalischen Thema und entspannter spielerischer Klasse an, hatte sogar noch die Zeit, persönlich am Einlass und in der Pause am Getränkeausschank zu stehen.

Von Isabel Trzeciok