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Regional Tschaikowskys einziges Klaviertrio in der Göttinger Johanniskirche
Nachrichten Kultur Regional Tschaikowskys einziges Klaviertrio in der Göttinger Johanniskirche
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16:27 14.07.2013
Quelle: Archivbild
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Göttingen

Und außerdem gehört dieses a-Moll-Trio, das Tschaikowsky zum Andenken an seinen Kollegen und Freund Nikolai Rubinstein komponiert hat, zu den Gipfelpunkten spätroman­tischer Kammermusik. Es ist ungewöhnlich groß dimensioniert, die Spieldauer liegt bei einer knappen Stunde.

Ebenso ungewöhnlich groß sind die Anforderungen, die das Werk an die drei Musiker stellt. Vor allem der Klavierpart bietet knifflige virtuose Aufgaben, aber auch der Violin- und Cellopart sind nicht mal eben vom Blatt zu spielen.

Kantor Bernd Eberhardt, musikalischer Hausherr der Johanniskirche, hatte mit dem Geiger Henning Vater und dem Cellisten Frank Scheller zwei ausgesprochen erfahrene Göttinger Kollegen zur Seite.

Gründlich hatten sie sich auf dieses Werk vorbereitet, das Zusammenspiel war – bis auf Eberhardts Tendenz, bisweilen etwas zu eilig vorwärtszustreben – präzise, ihr Ausdruck besaß große Überzeugungskraft. Wichtiger noch: Ihr Spiel hatte Temperament, Spannung und Tiefe der Empfindung.

Dementsprechend begeistert war der Applaus – zum Dank gab es die sechste Variation („Tempo di Valse“) ein zweites Mal.

Von Michael Schäfer