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Regional Überall vibriert das wuselige, knallige New York
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10:52 27.03.2012
Rizzi: „Love Connections“ (2001).
Rizzi: „Love Connections“ (2001). Quelle: EF
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Göttingen

Jetzt ist das Haus voller Pop Art. Neben Rizzi gibt es aber noch viele weitere Künstler der anti-elitären Ästhetik von Konsum und Medien zu entdecken. Eines der bekanntesten Werke der Pop-Art-Bewegung, die ihren anglo-amerikanischen Ursprung in den 50er und 60er Jahren hatte, ist wohl Robert Indianas Buchstabenkonstellation „LOVE“ mit dem gekippten O in den Farben Blau, Grün und Rot, das für verschiedenste Zwecke bereits unzählige Male kopiert und abgewandelt worden ist und mittlerweile als Skulptur in Philadelphia steht.

Neben diesem stark ikonografisch einprägsamen, emblematischen Werk hängen unter anderem das Stück „The Santa-Fe-Opera“ in plakativer Aufmachung und eine Farblithographie aus der fünfteiligen Komposition „American Dream 5“ im Parterre. Mit dem Leitwort „ERR“ (zu deutsch „irre“), das kreisförmig um die drei goldenen Zahlen und den darunter liegenden roten Stern verläuft, ist es ein Splitter der ursprünglichen Kreuzanordnung. Ihre Entschlüsselung bedarf tiefergehender Interpretation, als es Indianas „hard-edge“-Oberfläche suggeriert.

Auch jüngere Künstler haben sich unter die Hängungen gemischt. Romero Britto zum Beispiel, Brasilianer und Anhänger der Neo-Pop-Art, in dessen farbenfrohen Sujets Elemente des Kubismus anklingen. Oder der auf Sylt ansässige Franc Wurlitzer, der unter seinem Künstler-Pseudonym nach langjähriger Arbeit in der Werbung seinen Drang nach Verwirklichung in der freien Kunst sucht und offensichtlich sehr gerne mit dem Motiv Marilyn Monroe arbeitet. Der amerikanische Künstler Mel Ramos lässt seine „commercial pin ups“ von den Wänden lächeln, während sie sich konsequent unbekleidet auf diversen Konsumartikeln räkeln oder selbst das Formvorbild – beispielsweise einer „Corvette“ – verkörpern. Stilistisch etwas auf eigener Position steht Allen Jones, der eigentlich mehr für seine erotisch provokativen Werke bekannt ist, in Göttingen aber mit eher moderaten Momentaufnahmen präsent ist.

Lebensfreude und urbane Fröhlichkeit

Und schließlich James Rizzi, dessen Motive kindliche Lebensfreude und urbane Fröhlichkeit – vornehmlich aus der eigenen Lebenswirklichkeit des Brooklyner Künstlers – ausstrahlen. Auf den oftmals nur knapp 50 mal 50 Zentimeter großen Bildern tummeln sich comichafte Figuren, Menschen und Tiere. Auch die Häuser haben Gesichter. Manchmal essen sie auch eines der Wesen. In allen Abbildungen vibriert das wuselige, knallige, laute, aber für Rizzi immer optimistische New York. Die Arbeitstitel lauten „celebration time is now“, „lost in a concrete jungle“ oder „drink drink and be merry“. Viele Werke stammen aus der letzten Schaffensperiode Rizzis, der erst kürzlich – im Dezember 2011 – starb.

Charakteristisch für seine Arbeiten ist die zweite Bildebene, die er mittels Brücken aus schaumstoffähnlichem Material vor die erste setzt, um so eine Art dreidimensionalen Effekt zu erzielen. Seiner scheinbar naiven Herangehensweise verdankt er die Kritiker-Wortschöpfung „urban primitiv artist“. Das sollte wohl ein Kompliment sein.

Geöffnet ist die Ausstellung in der Galerie Nottbohm, Kurze Geismarstraße 31, noch bis zum 18. April, jeweils montags bis freitags von 9.30 bis 18.30 Uhr und am Sonnabend von 10 bis 16 Uhr.

Von Anna Kleimann

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