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Regional Ukulelen-Inferno im Nörgelbuff
Nachrichten Kultur Regional Ukulelen-Inferno im Nörgelbuff
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19:39 16.11.2010
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Die flinken Finger der beiden Herren, deren Haar schon durch den ein oder anderen Silberstreifen geziert wird, flitzen virtuos über die Saiten der Mini-Instrumente und sowohl gesanglich als auch rhetorisch ergänzen sich die Ukulelisten in charmanter Art und Weise. Seit 2005 spielen Van Alphen und Heijmans mit Vorliebe die Musik der 1920er und 1930er Jahre auf ihren verschiedenst geformten und gefärbten Ukulelen, Banjolelen und Bass-o-lelen. Letzteres ist eine Erfindung von Doctor Dick persönlich. Zum Instrumentarium gehören aber auch Mandoline, ein quakendes Kazoo, ein Waschbrett und eine singende Säge.

Zu Beginn der Show hieß es: Licht aus, Stehlampe an. Peter und Dick haben sich in reizend nostalgischem Ambiente eingerichtet. Auch der stilechte Teppich auf der Bühne hilft, aus den Musikern quasi „fliegende Holländer“ zu machen. Augenzwinkernd und mit jeder Menge Humor schütteln die beiden locker und unverkrampft über 90 Minuten lang einen Song nach dem anderen aus dem Ärmel und unterhalten das Publikum nebenbei glänzend.

Bühnenverkehrssprache ist an diesem Abend Englisch, denn: „Guten Abend, that’s all german I know. I know some other words but there are little children in the audience“, so Doktor Dick. Es swingt, es groovt und die Füße der Zuhörer, die ein den optischen und akustischen Reizen geschuldetes Dauergrinsen nur schwer hätten unterdrücken können, wippen mit. Zur Retro-Musik inspiriert worden ist das akademische Duo durch Bands wie Bill Brooker’s Jug Band, Robert Crump oder The Boulevard of Broken Dreams.
Publikumswirksam bedanken sich die gut gelaunten Hutträger bei ihrem Gastgeber mit den Worten: „Danke, Daniel, für die Unterkunft. Meistens sind wir irgendwo, wo wir nicht eingeladen sind. Dann bringen wir unsere eigene Lampe und unseren eigenen Teppich mit.“ Dass dem tatsächlich so ist, ist angesichts des Applaus-Pegels kaum zu glauben. Im ebenso feinen wie ulkigen Ukulelen-Sound spielen Peter und Dick den „Walking my baby back home“-, den „Hungry Tiger“- oder den „Camel of Ali Baba“-Song. Sicherlich gehört bei diesen Inferno-Abend das Entertainment fest zum Programm, aber auch mit musikalischem Know-how wissen die Herren zu unterhalten. Wer nach zwei Zugaben immer noch nicht genug vom Hawaii-Sound bekommen konnte, durfte noch an einer Ukulelen-Verlosung teilnehmen und eines der kleinen Zupfinstrumente mit nach Hause nehmen.

Von Anna Kleimann