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Regional Uli Schiller stellt in der Göttinger Galerie Supplement aus
Nachrichten Kultur Regional Uli Schiller stellt in der Göttinger Galerie Supplement aus
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17:02 17.07.2013
Von Peter Krüger-Lenz
Angeregt von Cees Nooteboom: Uli Schiller erläutert sein Werk.
Angeregt von Cees Nooteboom: Uli Schiller erläutert sein Werk. Quelle: Heller
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Göttingen

Jetzt ist in der Burgstraße ein schöner Raum hinzu gekommen: die Galerie Supplement, was übersetzt in etwa Ergänzung bedeutet. Derzeit stellt dort der ehemalige Mediziner Uli Schiller aus. So schlicht der Titel „Radierung – Monotypie – Collage“, so bemerkenswert die Schau.

Schiller, 1940 geboren, hätte auch Künstler werden können. Eine Probezulassung für die Akademie in Berlin habe er bereits gehabt, berichtete Jörg Dreykluft von der Galerie Alte Feuerwache zur Eröffnung. Doch Schiller entschied sich anders, er wurde Mediziner. Die Bildende Kunst allerdings begleitete ihn durchs Leben.

In seiner sehr versiert und mit gutem Auge gehängten Ausstellung zeigt er jetzt eine Reihe von Werken, die von Literatur beeinflusst sind.

Von einem Roman und Kurzgeschichten des Niederländischen Schriftstellers Cees Nooteboom hat er sich anregen lassen zu Arbeiten auf Aluminiumplatten, auf die er Figürliches ritzte und mit Acrylfarbe malte. Literatur des Isländers Halldór Laxness regte ihn an zu gegenständlichen Bildern, die Schiller auf dem Malgrund tropfte.

Offensichtlich sehr produktiv

Deutlich wird auch, das Schiller sich in der Kunstgeschichte umgesehen hat. Hier und da mag der Belgier Paul Delvaux (1897-1994), manchmal vielleicht auch entfernt Pablo Picasso (1881-1973) Pate gestanden haben. Doch Schiller entwickelte eine eigene Handschrift.

Viele Bilder passen an die Wände der Galerie, sie sind dicht aneinander platziert. Auf einem Tisch in der Mitte des Raums liegen einige Stapel mit weiteren Arbeiten. Schiller ist offensichtlich sehr produktiv. Und er verfügt über ein großes Gespür für Farbe, Figuren im Raum, Komposition und Liniengeflechte.

Eine einzige Arbeit fügt sich nur schwer in das qualitativ hohe Niveau der Schau. Ein kleines Drip-Painting-Blatt, das an den abstrakten Expressionismus der 50er-Jahre erinnert, bleibt seltsam blass. Wirklich nur die eine Arbeit.

Bis 18. August montags bis freitags von 10 bis 12 und 15 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 13 Uhr in der Galerie Supplement, Burgstraße 37.